KW 20 – Pink Floyd

Endlich Urlaub! Endlich sind die Eisheiligen rum, was für mich als Hobby-Gärtnerin den Start der Pflanzzeit bedeutet, denn es sollten keine Fröste mehr kommen. Geburtstag hatte ich außerdem noch und der Mai ist einfach ein schöner Monat.

Passend dazu, gab es diese Woche die entspannte Musik von Pink Floyd.

Was fällt mir ein zur Band?

Ein großer Name in der Musikgeschichte. Wobei ich mich fragte, was ist eigentlich ein Floyd? Also nachgeschaut: der Bandname bezieht sich auf die beiden Jazzmusiker Pink Anderson und Floyd Council.

Bei der SWR1 Hitparade sind Pink Floyd immer hoch platziert und vor allem mit vielen Titeln dabei. Ich hatte als erste Assoziation, dass sie lange ruhige Musikstücke machen. Sie gehören zu den Bands, von denen ich eher zufällig mal was im Radio höre. Ehrlich gesagt, kann ich mir auch kaum einzelne Stücke von ihnen merken. Als bekanntestes Lied kommt mir „Another Brick in The Wall“ in den Sinn.

Was macht denn jetzt ihren Ruhm und Status aus?

Zunächst ist Pink Floyd eine alte und lang bestehende Band. Gegründet 1965 in Cambridge, aufgelöst 2015. Ihre großen Erfolge hatten sie in den 70er Jahren mit den Alben „The Dark Side of The Moon“ (1973), „Wish You Were Here“ (1975) und dem Doppelalbum „The Wall“ (1979).

Pink Floyd im Kontext der Zeit

Es ist, glaube ich, wichtig, diese Band in ihrem zeitlichen und kulturellen Kontext zu sehen. Da freut sich die Kulturwissenschaftlerin. Auch wenn ich in dieser Woche bei der Recherche nur oberflächlich schauen konnte und auch hier im Blogeintrag alles nur streifen kann. Ich fand an der Beschäftigung mit Pink Floyd interessant, was damals parallel in der Gesellschaft passierte. Da gibt es etwa den Vietnamkrieg (1955 bis 1975), die Hippie-Bewegung und Friedensbewegung als Reaktion darauf, die Verbreitung von LSD und das Verbot u.a. dieser psychoaktiven Droge 1971 durch eine US-Konvention.

Doch zurück zur Musik. Die Alben waren zum Beispiel wirklich Alben, nämlich Schallplatten-Alben, die viel Platz zur Gestaltung boten. „The Wall“ war bzw. ist ein Doppel-Album mit zwei LPs, also vier Seiten. Wer sich heute ein Pink Floyd Stück z.B. auf Spotify anhört, hat nur die Musik. Alles Visuelle und Haptische des Gesamtkunstwerks fehlt.

Stichwort „Konzeptalbum“

Konzeptalben sind etwas, wofür Pink Floyd bekannt sind. Das bedeutet, die einzelnen Titel stehen nicht für sich allein sondern beziehen sich aufeinander und gehören mit textlichem Inhalt und der Gestaltung drumherum zu einem großen Ganzen.

So kommt es, dass etwa kaum eine Pause zwischen den Stücken gemacht wird und diese nahtlos in einander übergehen.

„Animals“ (1977) ist ein Konzeptalbum, das sich auf  George Orwells‘ „Animal Farm“ bezieht. 2017 gab es eine Ausstellung zu Pink Floyd in London. Die BBC machte dafür Werbung und erzählt dazu eine skurrile Geschichte zur Entstehung des Album-Covers von „Animals“:

Das Debütalbum „The Piper At The Gates of Dawn“ (1967) wird laut Wikipedia noch nicht als Konzeptalbum gesehen, hat aber ebenso eine verbindende Idee. Der Titel stammt vom Kinderbuch-Klassiker „Der Wind in den Weiden“.

Beim Anhören fühlte ich mich an die Beatles erinnert. Tatsächlich wurde das Album zur selben Zeit aufgenommen wie das Beatles Album „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. Zur Mitte hin werden die Klänge jedoch immer abgefahrener, psychedelischer. Es klingt nach einem LSD-Trip. Für nüchterne Ohren kann das anstrengend sein.

Oh, what a Show!

Passend zur vor sich hin wabernden Musik wurden bei Live-Auftritten bunte Lightshows gezeigt. Ein Show-Effekt, der wohl in den USA zu der Zeit schon oft genutzt wurde, in Europa aber erst aufkam.

Später wurden die Shows immer größer und phantastische, was den Begriff „Rockoper“ sicher rechtfertigt. Das Album „The Wall“ wurde 1982 sogar mit Bob Geldof in der Hauptrolle verfilmt.

Musiker & Musikalische Phasen

Neben dem Debütalbum haben Matthias und ich uns „Ummagumma“ (1969) angehört. Definitiv auch ein Album der psychedelischen Phase. Laut Wikipedia kamen danach die Programmatische, die Klassische, die Intellektuelle und die Post-Waters Phase.

Die musikalische Entwicklung der Band hing eng mit ihren Mitgliedern zusammen. Die ursprüngliche Besetzung von Pink Floyd bestand aus Syd Barrett (Gitarre, Gesang), Roger Waters (Bass, Gesang), Richard Wright (Keyboard, Gesang) und Nick Mason (Schlagzeug).

Tragischerweise musste sich die Band 1968 von Syd Barrett trennen, dem Mastermind hinter dem Debütalbum und dem Namensgeber von Pink Floyd. Aufgrund psychischer Probleme und exzessivem Drogenkonsum war er nicht mehr in der Lage seinen Posten zu halten. Das Stück „Shine On You Crazy Diamond“ (1975) ist eine Hommage an ihn. Als Ersatz für Barrett kam David Gilmore zur Band.

Mein Pink Floyd

Jetzt ist das schon ein langer Beitrag geworden mit viel Hintergrundinfos. Daher nochmal zurück zur Musik. Mein ganz persönliches Lieblingsalbum der Band ist „The Division Bell“ (1994).

Der Name wurde übrigens von Fantasy-Autor Douglas Adams vorgeschlagen.

Auch den eigenen Musikgeschmack kann Frau ja durchaus im zeitlichen Kontext betrachten. Das Album wurde von den Kritiken als schlecht und ideenlos bewertet. Aber mir ist herzlich egal, wie es sich in das Portfolio der Band einfügt. Es klingt für mich so aus einem Guss und so atmosphärisch, wie zwei Metal-Platten aus dem selben Jahr, die mich bis heute begleiten: „Wildhoney“ von Tiamat und „Tales From The Thousand Lakes“ von Amorphis. Bei allen drei Alben kann ich mich zurücklehnen und entspannen, da bin ich daheim angekommen.

 

 

KW 19 – Pulp

Der Soundtrack dieser Woche kam von der Band Pulp. Was bei mir das Gefühl hervorrief, die 90er sind zurück! Ich bin wieder in der Schule und Ray Cokes moderiert mit herrlich britischem Akzent die Sendung Most Wanted beim Musiksender MTV. Das war schön, da hat auch meine Mutter mitgeschaut, weil Ray so lustig war.

Für meine populär-musikalische Bildung waren MTV und Viva damals mindestens so wichtig wie die Zeitschrift Metal Hammer für den Hard ’n‘ Heavy Bereich. Das angesagte neue Ding damals war Britpop.

Neben Pulp gehörten zu diesem Genre zum Beispiel Oasis, Blur, The Verve oder Suede.

Das Video zu „Common People“ fängt die Faszination rund um Pulp ganz gut ein: diese blassen Typen in ihren stylischen Anzügen, diese ernsten Gesten. Es ist Popmusik, es ist Rockmusik und es hat Klasse.

Die Lieder, die mir am meisten im Ohr geblieben sind, finden sich alle auf dem Album „Different Class“: Common People, Disco 2000 und I Spy.

So ein Great Britain Feeling wie bei dieser Musik kommt sonst nur auf, wenn die ARD-Korrespondentin Annette Dittert im bunten Outfit aus London berichtet. Sie hat übrigens einen Blog mit netten kleinen Berichten auf ihrer Website.

Vielleicht hing es ja mit dem Britpop zusammen, dass London bei uns in den 90ern so angesagt war. Die Klassenfahrt in der Oberstufe führte jedenfalls dorthin. Das Essen war schrecklich, wir haben uns gestritten, haben am Camden Market Trödel gekauft und in Soho Rum-Cola getrunken.

Pulp wurde 1978 in Sheffield als Schülerband von Jarvis Cocker und Peter Dalton gegründet. Das Album „Different Class“ (1995) war ihr größter Erfolg. 2001 brachten sie ihr letztes Studioalbum heraus. Nach längerer Pause gingen sie 2012 nochmals auf Tour. Das Abschlusskonzert in Sheffield wurde in den 2014er Dokumentarfilm „Pulp: A Film About Life, Death and Supermarkets“ aufgenommen.

Das Album „This is Hardcore“ (1998) ist düsterer, trauriger. Wobei ich die Lieder von Pulp allgemein nicht als besonders fröhlich finde. Von diesem Album stammt das Lied „Little Soul“:

KW 18 – The Cure

Heute bin ich etwas verpennt beim Schreiben, denn die Arbeitswoche war anstrengend. Zudem gab’s für mich nicht nur musikalisch The Cure (die Heilung), sondern auch physisch in Form der ersten Corona-Impfung.

Zur Einstimmung hier mit „Catch“ ein leichtes Liedchen bei schönem Wetter vom 1987er Album „Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me“.

Was ich mit der Band The Cure verbinde, ist ein satter Klangteppich, der sich scheinbar ins Endlose ausbreitet. Meist eher düstere, melancholische Stimmung, die aber auch überdreht und bunt daherkommen kann. Unverkennbar ist die markante Stimme von Sänger Robert Smith, dazu die toupierten Haare und das Make-up.

Mir gefällt das Stück „Burn“ vom 1994er Soundtrack vom Film „The Crow“. Ein sehr leidenschaftliches Lied, bei dem von Verlust und Schmerz gesungen wird. Beim Kruschteln auf YouTube habe ich eine Coverversion von sehr jungen MusikerInnen gefunden, die erstaunlich gut funktioniert:

Zum Vergleich hier das Original mit einer Live-Version vom Glastonbury Festival 2019:

Eine Einordnung in ein bestimmtes Musikgenre mögen sie wohl nicht so gern. Als Stichwörter könnte man fallen lassen: Post-Punk, Dark Wave, Gothic. The Cure haben selbst jedenfalls viel zur Entwicklung von Gothic Rock beigetragen.

Zu den Hits der Band zählen die eher poppigen Stücke wie „The Lovecats“, das gruselige „Lullaby“ (…Spiderman is having me for dinner tonight) oder „Close To Me“. Das ausgelassene „Friday I’m In Love“ (1992) können Sie mittlerweile wahrscheinlich selbst nicht mehr hören, aber gut ist es doch:

Die Band gibt es schon ganz schön lange. 1979 kam ihr Debüt „Three Imaginary Boys“ raus. Gegründet haben sie sich 1976 im südenglischen Ort Crawley unter dem Namen „Malice“. Bis der endgültige Name und das Lineup auf dem Debütalbum gefunden war, dauerte es etwas. Die Geschichte zum Bandnamen und zur ursprünglichen Besetzung erzählt ein Artikel im Rolling Stone Magazin.

Durch die Jahrzehnte haben sich The Cure viel Ruhm und Ehre erspielt. 2019 wurden sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Bezeichnender für Ihren Status ist vielleicht, dass Robert Smith von The Cure einst South Park vor Barbara Streisand rettete und Kyle meinte: „Disintegration ist das beste Album aller Zeiten.“

 

KW 17 – Rodgau Monotones

Die neue Woche im #52Bands-Projekt brachte ein krasses Kontrastprogramm zu den düsteren Klängen der Vorwoche. Spaßigen Rock ’n‘ Roll aus Hessen!

Ein Auftritt der Rodgau Monotones war Matthias‘ erstes Konzert – ein prägendes Erlebnis. Die Lieder der Band hat er aktiv mit in die Beziehung gebracht. Da kommt auch im Schwabenländle fröhliches Hessen-Feeling auf.

Viele der Texte sind mir inzwischen so bekannt, dass ich mitsingen bzw. mitsprechen könnte. So etwa bei „Die Hesse komme“:

„Was machst’n mit meim Plattenspieler?“

„Kaputt!“

„Drecksack!“

Der Hit aus dem Jahr 1984, der ihnen bundesweite Aufmerksamkeit bescherte. Hier im TV-Vollplayback, angekündigt von Thomas Gottschalk:

Bemerkenswert ist, dass im Lied ganz früher deutscher bzw. hessischer Rap zu hören ist: bei 2:42 Min geht’s los, zum Glück mit Untertitel.

Der andere Monotones-Hit auf dem Weg zu mehr Bekanntheit, ist „Ei gude wie“ (1982). Darin wird die unangenehme Situation beschrieben, jemand zu treffen, den man gar nicht treffen wollte und der sich daraus ergebende Smalltalk:

Die Rodgau Monotones sind sowas wie eine schräge Mischung aus ZZ Top Musik mit Badesalz-Texten. Das kommt nicht von ungefähr, denn klassischer Rock à la ZZ Top oder Queen waren 1977 bei Gründung der Band die ersten Einflüsse. Das Badesalz-Feeling kommt von der Begebenheit, dass Henni Nachtsheim, ein Teil des Comedy-Duos Badesalz, bis 1990 einer der Sänger und Saxophonist der Monotones war.

Sein Badesalz-Partner Gerd Knebel war 1979 bis 1988 Sänger der hessischen Comedy-Rock Band „Flatsch!“. Auch die seien an dieser Stelle mit einem Video gewürdigt:

Nachtsheim stieg 1990 aus, um sich ganz der Comedy zu widmen und wurde 1991 durch die Sängerin Kerstin Pfau ersetzt. Wie in der Bandgeschichte beschrieben, passt sie musikalisch super zur Truppe, kommt aus dem Rodgau und kommt auch mit dem eigenen Humor der Band klar.

Ein Stück, das ich bis zu dieser Woche noch nicht kannte und ihre Präsenz als Sängerin gut zeigt, ist „Ein frauenfeinliches AC/DC Stück“. Bis es losgeht wird viel gebabbelt, so sind die Hessen eben. Lied geht los bei 3:15 Min:

Es gäbe noch viele Lieder, die ich hier verlinken könnte. Die Rodgau Monotones sind immer eine sichere Bank. Auch die aktuellste Platte „Genial“ von 2015 ist hörenswert! Wenn ich die Live-Auftritte sehe, bekomme ich vor allem Lust auf ein Konzert zu gehen.

 

KW 16 – Black Sabbath

Die neue Kalenderwoche brachte ein musikalisches Schwergewicht mit sich, um nicht zu sagen: Heavy Metal. Matthias hat sie in seiner Zeichnung sogar als Godfathers of Heavy Metal bezeichnet. Momentan habe ich noch ein Puzzle voller Assoziationen im Kopf und hoffe, sie in diesem Beitrag irgendwie zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Es wird wohl ein längerer Artikel…

Meine ersten Ideen zur Band waren die Stücke „Paranoid“ und „Planet Caravan“ sowie Sänger Ozzy Osborne. Wir haben diese Woche eine in vier Videos aufgeteilte Band-Biographie auf Youtube angeschaut, in der einige spannende Aspekte angesprochen werden.

So kommt die Band aus den englischen Midlands, aus Birmingham. Die vier Gründungsmitglieder Ozzy Osborne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward kennen sich seit Schulzeiten. Zusammen spielten sie in der Polka Talk Blues Band, die sich später Earth nannte. Sie kamen alle aus der Arbeiterklasse, v.a. Ozzy aus sehr armen Verhältnissen. Die Musik war ein Ausweg und eine Alternative zur Arbeit in der Fabrik.

In Birmingham war das zu der Zeit wohl für viele junge Musiker ein rettender Strohhalm. Der Wikipedia-Eintrag zur Kultur Birminghams berichtet davon, wie sich in den 1960er Jahren der Heavy Metal entwickelte. Es gab bzw. gibt auch eine Ausstellung zu diesem Aspekt der Stadtgeschichte, in der Black Sabbath eine große Rolle spielten.

Beinahe wäre es nicht zu weiteren Schritten in der Bandgeschichte gekommen. Gitarrist Toni Iommi verlor bei der Arbeit in einer Fabrik an einer Presse zwei Fingerkuppen. Doch er improvisierte mit künstlichen Fingerkuppen aus Flaschendeckeln um weiter Gitarre spielen zu können.

In dem Video zur Geschichte des Liedes „Planet Caravan“ wird berichtet, wie der Manager der Firma ihm nach dem Unfall eine Platte brachte, auf der der Jazz-Gitarrist Django Reinhardt zu hören war. Dieser hatte ebenfalls Finger verloren und glich den Nachteil durch eine besondere Spieltechnik aus.

So kam es, dass der Klang von Black Sabbath unter anderem durch Iommis Handicap beeinflusst war und er zum Beispiel dünnere Saiten für die Gitarre benutzte. „Planet Caravan“ ist ein ruhiges und ungewöhnliches Stück für die Band. Mir hat es sich in der Version von Pantera eingeprägt, bevor ich das Original kannte.

Der langsame, düstere Stil von Black Sabbath prägten ein ganzes Musik Genre: Heavy Metal und die getragenere Version davon, Doom Metal.

Da es eine gleichnamige Band namens Earth schon gab, benannten sie sich um und hatten die Idee, Musik zum Gruseln zu machen. Es gibt das Lied „Black Sabbath“ auf dem 1970er Debüt-Album „Black Sabbath“ (von der Band Black Sabbath…), welches durch einen gleichnamigen Horrorfilm inspiriert war. Verstärkt durch die Promotion der Plattenfirma entwickelte sich ein Image von Satanismus, was aber von der Band nicht bestätigt oder gewollt war. Tatsächlich mussten sie sich regelmäßig vor Drohungen oder Angriffen schützen.

Bei der Beschäftigung mit der Band bin ich auf so viel Kontext gestoßen, der wichtig ist, um das Phänomen Black Sabbath zu begreifen. Warum sie diesen Stellenwert erlangt haben und welchen Einfluss sie auf andere Musikerinnen und Muskier hatten. Sie sind zum Beispiel Kinder ihrer Zeit, ihrer Herkunft. Als sie begannen, gab es Flower Power und Hippies. Ein Lied wie „War Pigs“ (1970) ist beeinflusst durch den damals laufenden Vietnam-Krieg.

Black Sabbath wurden immer erfolgreicher, brachten Alben heraus und gingen auf Tourneen. Geld kam herein, wurde großteils von Managern oder Plattenfirmen aber auch wieder abgezockt.

Ein leidiger Aspekt der Zeit waren Drogen. Es gab Drogen im Überfluss. 1979 war Ozzy Osborne am Ende und musste die Band verlassen. Er hatte Glück, denn Sharon Levy, die Tochter seines damaligen Managers Don Arden, glaubte an ihn. Er schaffte es, sich wieder aufzurappeln und eine Solo-Karriere zu starten. Sharon wurde später seine Frau.

Sie war es auch, die den neuen Sänger von Black Sabbath ins Spiel brachte. Den damals mit den Bands „Elf“ und „Rainbow“ schon erfolgreichen amerikanischen Sänger Ronnie James Dio.

Während Ozzy nüchtern wie unter Drogen immer etwas tapsig oder gar tatterig und krumm wirkt, kommt Dio wie ein Löwe daher. Stolz und theatralisch und wie ich finde, auch beeindruckend stimmgewaltig. Was schon wieder drollig ist, da er eine schmale Statur von 1,63m hatte, also nicht größer war als ich.

Da ich mir nicht sicher bin, ob Dio oder Rainbow später nochmal in meiner Box mit Bands der Woche vorkommen, an dieser Stelle eine kleine Lobhudelei auf ihn. Er ist eine bedeutende Persönlichkeit im Heavy Metal und hat so viele Bands beeinflusst. Die Legende sagt, dass die Handgeste der Teufelshörner, die Mano Cornuta, von ihm im Heavy Metal eingeführt wurde. Ozzy und Sabbath mögen der Klassiker sein, aber mir gefallen sie musikalisch mit Dio besser.

Das Album „Heaven and Hell“ (1980) war das erste, was sie mit Ronnie James Dio zusammen aufgenommen haben.

In der langen Bandgeschichte folgten viele Besetzungswechsel. Bei Wikipedia gibt es ein Diagramm, wer wann dabei war. Teilweise war von der ursprünglichen Besetzung nur noch Tony Iommi übrig, zeitweise kam sogar Ozzy zurück.

2007 und 2009 formierten die Black Sabbath Musiker mit Dio eine Band namens „Heaven and Hell“ und traten damit u.a. beim Wacken Festival auf. Das Stück mit dem gleichnamigen Titel „Heaven and Hell“ ist gerade mein Ohrwurm.

Einer der Übergangssänger war Ian Gillan, bekannt von Deep Purple. Auch hier wieder Kontext: Gitarrist Ritchie Blackmore, mit dem Dio bei Rainbow gespielt hat, war Gründungsmitglied bei Deep Purple.

Ein schönes Fundstück auf Youtube: Black Sabbath, mit Ian Gillan als Sänger, spielen das Deep Purple Stück „Smoke On The Water„.

Nach vielen Alben, Touren und Besetzungswechseln haben sich Black Sabbath 2017 aufgelöst. Am 4. Februar gaben sie in Birmingham ihr grandioses letztes Konzert. Die Doku dazu gibt’s noch bis 26.7.2021 in der ZDF-Mediathek.

 

 

KW 15 – Goldfrapp

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich das Kätzchen vermisse. Im November 2020 mussten wir, nach nur 5 gemeinsamen Jahren, von Miki Abschied nehmen. Sie fehlt gerade an so einem eigentlich gemütlichen Samstag, wo Zeit wäre zum Spielen oder Kuscheln. Um die Zeit zu füllen habe ich dieses Jahr begonnen, mich wöchentlich mit einer anderen Band zu beschäftigen und darüber zu bloggen. KW 15 kommt musikalisch ruhiger daher, was gerade ganz gut zu meiner Stimmung passt.

Diese Woche stand eine Frau im Vordergrund: Alison Goldfrapp. Gemeinsam mit ihrem Duo-Partner Will Gregory bildet sie seit 1999 die Band Goldfrapp. Inzwischen haben sie sieben Alben mit elektronischer Musik veröffentlicht. Eine knappe Übersicht der Bandgeschichte gibt’s bei laut.de.

Die Stücke der Band sind teils sehr ruhig und zart, teils rhythmisch, sexy und tanzbar. Eigentlich eine ziemliche Bandbreite. Es empfiehlt auf jeden Fall, der Musik mit guten Kopfhörern zu lauschen.

Hier ist ein Fundstück, das einfach unglaublich britisch daherkommt, wie ein Monty Python Video und schon beim Zusehen happy macht:

Bei dem Versuch, die Musik von Goldfrapp zu beschreiben, kam mir Depeche Mode in den Sinn. Tatsächlich gibt es gemeinsame Veröffentlichung mit Depeche Mode Sänger Dave Gahan beim Stück „Ocean“ vom aktuellen Goldkrapp-Album „Silver Eye“ (2017). Die Verbindung passt sehr gut, finde ich. Die Stimmung ist völlig anders als beim ulkigen „Happiness“. So düster und hypnotisierend. Volume up!

Was vielleicht auch als Vergleich passt, ist die Musik von „Moloko“ oder „Röyksöpp„.

Eines der ersten Stücke, an das ich mich von Goldfrapp erinnere, ist „Utopia“ vom 2000er Debüt-Album „Felt Mountain“. Das ganze Album ist sanft und unaufgeregt. Die Stimme von Alison ist klar und der Gesang wirkt ganz leicht.

Bis zu dieser Woche wusste ich nicht, dass sie so viele kreative Musikvideos gemacht haben. Hier gibt’s die ganze Sammlung bei Youtube. Alle bis ins Detail perfekt produziert und mit künstlerischen, originellen Ideen.

Aber auch bei Live-Auftritten machen sie eine gute Figur. Hier ein Video vom Glastonbury Festival 2014:

„Strict Machine“ ist eines der tanzbaren Stücke vom 2. Album „Black Cherry“ (2003). Darauf gibt es auch das Stück „Train“, was sich für mich ehrlich gesagt ziemlich ähnlich anhört. Aber eben auch ähnlich gut!

 

KW 14 – Foreigner

 

Mit „Foreigner„, der Band der Woche, habe ich mich schwer getan. Das lag vor allem an Alltagsdingen, die mich in Beschlag genommen haben. Auf der Arbeit war viel zu tun und ich bin ich mittendrin, Jungpflanzen für die diesjährige Gartensaison heranzuziehen. Auch heute werden noch einige Pflänzchen in Einzeltöpfe versetzt:

 

So blieb kaum Muse zur Beschäftigung mit der Band. Dabei gibt’s einige Hits von Foreigner, die vielen sicher bekannt sind: „Cold as Ice“, „Waiting for a Girl Like You“ oder „Urgent“. Mir gefällt besonders „Juke Box Hero“ vom Album „4“ von 1981.

Hier ist eine Acoustic Live Version von 2012. Dabei erzählt Gitarrist Mick Jones die Geschichte, die das Lied inspirierte:

Der Sänger im Video ist Kelly Hansen. Er ist seit 2005 Lead-Sänger und übernahm den Posten vom ursprünglichen Sänger Lou Gramm.

Die Band gibt es schon richtig lang. Sie wurde 1976 in New York von einigen britischen und US-Amerikanischen Musikern gegründet. Musikalisch sind sie dem Hard Rock zuzuordnen. Optisch erinnert mich Kelly Hansen an eine Mischung aus Steven Tyler und Jon Bon Jovi. Bei Wikipedia bin ich auf den Begriff AOR gestoßen: Adult Orientated Rock. Was eher unspannend klingt. Damit ist eher keyboardlastiger, sauber produzierter und auf kommerziellen Erfolg ausgerichteter Rock gemeint. Andere Begriffe sind Stadion Rock, Mainstream Rock oder Classic Rock.

Wenn auch keine Spur heavy, rockig waren sie ursprünglich auf jeden Fall. Hier ist „Hot Blooded“ vom Album „Double Vision“ 1978 mit Sänger Lou Gramm:

 

KW 13 – Extrabreit

Die Band der Woche hat schon etliche Jahre auf dem Buckel, kommt aus Deutschland und rockt. Schon wieder Accept? Nein! Extrabreit – aus Hagen.

Die haben letztes Jahr ein neues Album veröffentlicht, das mächtig Schwung hat. „Auf Ex!“ (2020) ist Punkrock, wie er auch von den Toten Hosen oder den Ärzten kommen könnte. Die zweite Single daraus ist „Vorwärts durch die Zeit“: Herren vorangeschrittenen Alters sinnieren über das was war und das, was noch kommen mag. Erinnert mich inhaltlich wirklich an „The Best Is Yet To Come“ vom letzten Accept Album:

Ihre Anfänge hatte die Band im Punk. Das war Ende der 70er Jahre. 1980 kam ihr erstes Album raus, mit dem genialen Namen „Ihre größten Erfolge“.

1981 folgte das Album „Welch ein Land! – Was für Männer:“, ein Jahr später „Die Rückkehr der phantastischen 5“.

Auf diesen ersten drei Veröffentlichungen waren Hits wie „Hurra, hurra, die Schule brennt„, „Flieger, grüß mir die Sonne“, „Polizisten“ und „Kleptomanie“. Damit waren Extrabreit mitten in der Neuen Deutschen Welle (NDW) gelandet.

Im Vergleich zum Klamauk von Liedern wie „Hurra, hurra, die Schule brennt“ ist „Polizisten“ langsamer und düsterer im Aufbau des Stückes:

Die großen Erfolge feierte die Band in den 80er und frühen 90er Jahren. Anfang der 90er bin ich auf sie aufmerksam geworden, als sie gerade mit Hildegard Knef das Stück „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ neu herausbrachten.

Bei Extrabreit gab es immer wieder Besetzungswechsel, dann wurde es einige Zeit still um sie und sie versuchten sich an Solo-Projekten. Der harte Kern der Band waren und sind Sänger Kai „Hawaii“ Schlasse, Gitarrist Stefan „Kleinkrieg“ Klein und Schlagzeuger Rolf Möller. Kai Hawaii ist ursprünglich Comiczeichner. Inspiration zum Bandnamen lieferte ein fetter Marker von edding, der als „Extrabreit“ bezeichnet wurde.

Die NDW-Stücke sind zu Klassikern geworden, doch mir gefallen die neuen Rock-Pop-Punk-Sachen auch gut. Die Band wirkt frisch, voller Energie und man hört den Spaß an der Sache raus.

Hier noch die erste Single „Die Fressen aus dem Pott“ vom 2020er Album. Zu Beginn wird ein Interview-Ausschnitt von 1996 eingespielt mit der Frage: „Warum gibt es Extrabreit noch?“ – Antwort von Kai Hawaii: „Das liegt einfach daran, dass wir noch leben.“

 

 

 

 

 

KW 12 – Buffalo Springfield

Diese Woche hatte ich Urlaub und ich gestehe, nicht viel Recherche zu Buffalo Springfield betrieben zu haben. Statt dessen war Gartenarbeit angesagt und Faulenzen. Einen Ohrwurm hatte ich aber doch immer dabei: „For What It’s Worth“ (1967)

Das Lied ist ihr größter Hit und erhält die bemerkenswerte Zeile: „Nobody’s right if everybody’s wrong“. Tatsächlich ist die Zeile der Grund, weshalb sie überhaupt im 52-Bands Projekt gelandet sind. Geschrieben wurde es von Stephen Stills. Er verarbeitet darin Auseinandersetzungen zwischen jungen Leuten und der Polizei auf dem Sunset Strip in Hollywood. Zu der Zeit wurde die Gegend um den Rock Club Whisky  A Go Go immer beliebter und zog Massen von Rock Fans an. Um dem Treiben Herr zu werden, wurde 1966 eine Ausgangssperre und strenge Gesetze gegen das Herumlungern erlassen. Was die Musikfans wiederum als Beschneidung ihrer Bürgerrechte empfanden.

Buffalo Springfield haben zusammen nur drei Alben veröffentlicht. In der kurzen Zeit ihres Bestehens haben sie jedoch wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung der amerikanischen Folk-Musik gelegt. 1997 wurden sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Band formierte sich aus drei Kanadiern: Neil Young, Bruce Palmer, Dewey Martin und zwei Amerikanern: Stephen Stills und Richard Furay.

Politische Lieder

Nach ihrer Auflösung bildete sich mit Crosby, Stills & Nash eine neue Supergroup, der sich auch Neil Young später anschloss. Deren Gesang ist harmonisch und die Inhalte der Lieder sind oft politisch engagiert. Ein Beispiel ist das Stück „Ohio“ (1970), bei dem es darum geht, dass vier Studenten, die gegen den Vietnamkrieg protestierten, von der Ohio National Guard erschossen wurden.

Auch Crosby, Stills & Nash wurden 1997 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Von Neil Young kannte ich bereits einige Stücke. So war es schön, in dieser Woche ein paar Solo-Sachen von Stephen Stills zu entdecken. Mir gefällt sein Gitarrenspiel und die Art, wie in den Liedern Geschichten erzählt werden. Im Ohr geblieben sind mir von seinem Album „Stills Alone“ (1991) das Stück „Blind Fiddler“ und „Treetop Flyer“. Bei letzterem Titel geht es um US-Piloten, die aus dem Vietnamkrieg zurückkehren. Da sie in der Heimat keine richtige Anstellung finden, verdienen sie sich ihr Geld als Schmuggler mit besonderem Fluggeschick. Der Klang der Gitarre und der Inhalt haben mich „On the Border“ von Al Stewart erinnert.

 

KW 11 – The Police

London Calling: diese Woche waren „The Police“ dran! Als ich das Zettelchen mit dem Bandnamen aus der Losbox gezogen habe, hatte ich sofort „De Do Do Do, De Da Da Da“ (1980) im Ohr:

Das Video passt gerade noch so in die Jahreszeit. Drei Herren im Schnee beim Rumalbern. Diese angenehme Leichtigkeit und Munterkeit verbinde ich mit der Musik der Band.

Diese  Woche war die letzte vor meinem lang ersehnten Urlaub. Entsprechend ausgelaugt war ich und hatte keine Muse zur Recherche. Gestern haben Matthias und ich kurzerhand eine dreiviertelstündige Police Dokumentation auf YouTube gesehen, aus der ich einige Erkenntnisse mitgenommen habe.

Der Anfang

Die Gruppe hat sich 1977 in London zusammengefunden. Ihre Mitglieder: Stewart Copeland (Schlagzeug), Sting (Bass & Gesang), Andy Summers (Gitarre). Zur Gründungstruppe gehörte auch der aus Korsika stammende Gitarrist Henry Padovani. Jedoch trennten sich die Wege schnell, da Summers versierter war als der vom Punk kommende Padovani.

Während eine Band wie Rush über Jahrzehnte hinweg als harmonisches Trio funktioniert, muss bei The Police die Stimmung von Beginn an explosiv gewesen sein. Vor allem zwischen Copland und Sting gab es immer wieder Konkurrenzgehabe und teils richtig physische Rangeleien.

Die Musik

In die ersten Alben habe ich reingehört und bin allein schon über die ungewöhnlichen Album-Namen gestolpert: „Outlanders D’Amour“ (1978), „Regatta De Blanc“ (1979) und „Kenyatta Mondatta“ (1980).

Das Stück „So Lonely“ vom Debütalbum ist wahrscheinlich meine erste Begegnung mit The Police. Noch immer super und was mir nicht klar war, mit einem schön schrägen Video dargeboten:

Das „So Lonely“ Video erinnert mich an den Film „Subway“ (1985) von Luc Besson, mit so tollen Charakteren wie Isabel Adjani, Jean Reno oder Christopher Lambert.

In der Dokumentation wurde angesprochen, dass die Musiker zwar Inspiration aus dem Punk zogen, aber tatsächlich eigentlich in ihrem Können viel besser waren als eine reguläre Punk-Band. Die Stücke sind kurz, knackig und mit Tempo, allerdings auch mit Ska oder Reggae Elementen.

Das Ende

In den 80er Jahren wurden The Police zu Superstars. Teilweise zerbrachen ihre Ehen unter der neuen Situation. Auch die Bandmitglieder selbst gingen 1986 getrennte Wege. Vor allem Sting, der nach und nach das Songwriting übernommen hatte, startete eine Solokarriere.

Ab und an gab es später kleine Reunions. Eine offizielle Auflösung der Band gab diese erst 2008 nach ihrer Welttournee bekannt. Alles vorher wurde als längere Schaffenspause betrachtet.

Dennoch schön, was uns die Band hinterlassen hat. Die Energie, mit der die drei bei der Sache waren wird immer wieder spürbar.

In diesem Sinne: „Every little thing she does is magic“ (1981) vom Album „Ghost in the Machine“.

Das Leben geht weiter und die Musiker widmeten sich ihren eigenen Projekten.

Für die weitere Recherche habe ich mir vorgenommen, mal in die vielen Alben von Sting reinzuhören. Klar, vieles Hits sind schon bekannt, doch da gibt’s bestimmt noch Überraschungen zu entdecken.