KW 8 – Cream

Diese Woche ging es musikalisch ins Vereinigte Königreich. Dort fanden sich 1966 in London drei Herren zusammen um die Rockband „Cream“ zu gründen: Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce. Alle drei waren vorher bereits mit erfolgreichen Bands unterwegs gewesen, so dass Cream direkt als „Supergroup“ bezeichnet wurde.

I Feel Free

Noch am Montag hätte ich spontan kein einziges Stück von Cream nennen können. Schnell stellte sich jedoch bei der Recherche heraus, dass sich hinter dem Label Cream einige wohlbekannte Ohrwürmer verbergen. Das Stück „I Feel Free“ (1966) ist vom Debütalbum „Fresh Cream“ und einer davon.

White Room

Das Stück „White Room“ (1968) vom Album „Wheels of Fire“ wurde von Songtexte Peter Brown geschrieben. Von ihm stammen auch die Texte zu „I Feel Free“, „SWLABR“ und „Sunshine of Your Love“. Cream existierte nur drei Jahre. 1968 löste sich die Band auf, doch Peter Brown schrieb noch weiter 46 Jahre lang Stücke zusammen mit Jack Bruce. Spannend wäre sicher, sein Wirken als Ausgangspunkt für weitere Recherche zum Thema Beatmusik der 1960-er Jahre zu nehmen. Noch tiefer graben ließe sich unter dem Stichwort „Beat Generation“, was auf eine Strömung in der US-Literatur vor allem in den 50-er Jahre zurückzuführen ist. Aber ich schweife ab.

Strange Brew

„Strange Brew“ (1967) vom Album „Disraeli Gears“ ist die erste Single von Cream mit Eric Clapton als Leadsänger. Clapton war mir vorher schon ein Begriff als Solo-Künstler und berühmter Gitarrist. Vor allem Stücke wie „Layla“ (1971) und „Tears in Heaven“ (1992) kannte ich.  Wobei mir nicht klar war, dass „Layla“ schon so viele Jahre auf dem Buckel hat. Ich kannte es aus MTV-Zeiten von seinem 1992-er Unplugged Album. Auch die Sachen von Cream sind gut gealtert und durchaus heute noch hörbar!

KW 7 – Van Halen

Meistens schreibe ich am Samstag meinen Eintrag hier von der Band der Woche. Gestern war das Wetter so sonnig und mild, dass Matthias und ich den Tag im Garten verbracht und die Bäume geschnitten haben. Aus allen Ecken der Kleingartenanlage konnte man ähnliche Sägegeräusche hören. Unsere Nachbarn waren da und wir haben natürlich das ein oder andere Schwätzchen gehalten. In Bezug auf das 52-Bands-Projekt kam die Anfrage, doch Slayer mit in die Losbox zu schmuggeln. Ob das wirklich geschehen wird?

Aber zur Band der Woche: Van Halen

Ein Song, der mir direkt eingefallen war, ist „Jump“ (1983) und dazu die akrobatischen Sprünge von Sänger David Lee Roth. Überhaupt, die Videos aus der Zeit, die Haare, die bunten engen Klamotten.

 

Glam-Rock at its best. Erinnert mich an alte Sachen von Bon Jovi: Ausgelassene gute Laune Rockmusik aus den USA. Die Band formierte sich 1972. Zum Kern gehörten Gitarrist Eddie Van Halen, sein Bruder Alex am Schlagzeug und Sänger David Lee Roth.

Eddie starb im letzten Jahr, mit nur 65 Jahren. Er war als Junge 1962 mit seiner Familie von den Niederlanden in die USA emigriert hieß mit zweitem Namen Lodewijk. Sein Sohn Wolfgang, ebenfalls nach einem großen Komponisten benannt, spielt auch ganz ordentlich Gitarre und war länger Mitglied der Band. Van Halen lösten sich 2020 nach Eddies Tod auf.

Zeitlebens galt er als ausgezeichneter Gitarrist. Er perfektionierte vor allem die Spieltechnik des Tapping. Zu hören ist es auf dem Solo „Eruption“.

 

Sänger David Lee Roth verließe die Band 1985 und wurde durch Samy Hagar ersetzt. Die erste Platte nach seinem Ausstieg trug den Titel 5150, was laut Wikipediaeintrag bei Van Halen der Name des Studios war, laut Eintrag bei David Lee Roth der Polizeicode für einen Psychopathen und auf Roth anspiele, von dem die Band sich im Streit getrennt hatte.

Ein Stück, das ich aus zunächst nur als Apollo 440 Cover „Ain’t talkin‘ ‚bout dub“ (1997) kannte, ist „Ain’t talkin‘ ‚bout love“, veröffentlicht 1978 auf dem Debütalbum „Van Halen“:

Auch wieder mit markantem Gitarren-Riff, was Apollo 440 einen Hit mit der Cover-Version bescherte.

KW 6 – Herbie Hancock

Jazz, Jazz, Jazz … steht diese Woche auf dem Programm. KW 6 gehört Herbie Hancock, von dem ich – unwissentlich – zuvor gerade mal zwei Stücke kannte. Ja, Jazz ist nicht wirklich meine Welt, ich bewege mich auf fremdem Terrain.  Dafür ist es eine willkommene Abwechslung, mal die eigenen Hörgewohnheiten zu umgehen.  Seit dem Helge Schneider Film „Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm“ (2004), ist „Jazz, Jazz, Jazz…“ jedenfalls ein fester Ausdruck bei Matthias und mir, wenn die entsprechende Musik irgendwo läuft.

Ein Stück, das ich kannte, ist „Cantaloupe Island“ (1964) vom Album „Empyrean Isles“:

 

Bei meiner Twitter-Umfrage kamen direkt einige Hörtipps. Zu Beispiel das Debütalbum „Takin‘ Off“ (1962) oder das Album „Maiden Voyage“ (1965). Die Stücke „Rockit“ (1983) oder „Watermelon Man“ (1973).

Auch beim ersten Stöbern wurde klar, der Mann kann was, hat unheimlich viel Kreatives geschaffen und wird dafür hoch geschätzt. Er ist mit seinen über 80 Jahren auch noch immer musikalisch aktiv.

Mit viel Hintergrundwissen kann ich diese Woche nicht aufwarten. Hancock ist Buddhist und mit einer Deutschen verheiratet. Er hat mit Miles Davies gespielt und viele Grammy Awards gewonnen. Die Geschichte des Blue Note Labels fand ich ganz spannend. Dort kam seine erste Platte raus. Das Label wurde 1939 in New York von deutschen Flüchtlingen gegründet, die vor den Nationalsozialisten geflohen sind.

Ich empfehle einfach, hört’s Euch selbst an! Da sind so viele unterschiedliche Klänge dabei, klassischer Jazz, Funk, Fusion und Kooperationen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern.

Hier noch das Stück „Rockit“ vom Album „Future Shock“. Im Vergleich zum entspannten „Cantaloupe Island“ ein völlig anderer Sound. Das etwas verstörende Video lief bei MTV rauf und runter. Klingt, wie wenn Leute (die’s können) dazu Breakdance tanzen könnten:

 

 

 

KW 5 – SAGA

 

Ablenkung durch die Arbeit

Diese Woche war so von der Arbeit geprägt, dass ich mich kaum auf die aktuelle Band einlassen konnte. Stattdessen habe ich mich mit Methoden beschäftigt, wie wir im Team unsere Arbeitsabläufe verbessern können. Konkret, wie wir einen besseren Überblick bekommen, welche Aufgaben „herumschwirren“, wer gerade was macht, was davon eigentlich welche Priorität hat. Tatsächlich haben wir kurzerhand am Montag begonnen, ein Kanban-Board im Büro einzurichten.

Das hat richtig Spaß gemacht und viel zum Austausch mit anderen Abteilungen geführt, die auch neue Methoden testen oder schon eine Weile nutzen. Zum Ende der Woche war ich soweit, das Board mit festen Zeitfenstern in meinem Outlook Kalender zu kombinieren. Das könnte wirklich helfen, weniger in Stress zu geraten und auch genauer sagen zu können, warum man gerade für eine neue Sache keine Zeit hat.

Die Band der Woche

Doch zum eigentlichen Thema: die Band diese Woche war SAGA. Fun Fact am Rande: Kurz bevor ich das Los am Montag aus meiner Box gezogen hatte, lief ihr Hit „Wind him up“ (1981) im Radio:

Das Lied ist ehrlich gesagt das einzige, welches ich von ihnen kannte. In „Wind him up“ geht es um Aldo, einen Spieler am Roulette Tisch, der von seiner Sucht ganz gefangen ist und wie aufgedreht neue Einsätze macht.

Das hat mich an „Der Spieler“ von Achim Reichel erinnert, das interessanterweise aus dem selben Jahr stammt. Auch hier kann es der Spieler nicht lassen:

Zurück zu SAGA: die Band hat sich 1977 gegründet, stammt aus Kanada und ist dem Progressive Rock oder, wie Wikipedia sagt, dem Neo Prog zuzuordnen. Sie hat viele Alben veröffentlich und besteht noch heute.

Ursprünglich dachte ich, SAGA wären rockiger, vielleicht sogar eine Metal-Band, ähnlich im Stil wie Blind Guardian. Mag sein, dass sie eher Wegbereiter waren für Progressive Metal Bands. So richtig spannend finde ich sie nicht. Sie erinnern mich etwas an Marillion, die ich auch nur häppchenweise hören kann.

Ein weiterer SAGA Song aus dem Jahr 1978, den ich ganz einprägsam fand, ist „Humble Stance.“ Hier live gespielt und auf dem 2018-er Album „So good so far- Live at Rock of Ages“ erschienen:

Bei der Recherche, welche Bands stilistisch mit SAGA vergleichbar wären, bin ich auf Rush gestoßen. Sie kommen ebenfalls aus Kanada und hatten – auch 1981 – den Hit „Tom Sawyer“ veröffentlicht.

Klingt für mich etwas munterer und kurzweiliger als Saga. Vor allem der Bass ist ziemlich cool:

 

KW 4 – Fury in the Slaughterhouse

Die ersten 4 Bands aus dem #52Bands Projekt wurden aus dem Lostopf gezogen. Der Januar ist fast rum und ich bin ziemlich zufrieden, wie es bisher läuft.

Im November hatten wir Abschied nehmen müssen von unserem geliebten Kätzchen Miki. Mit ihr habe ich viel meiner freien Zeit verbracht, gespielt und gekuschelt. Sie hat von uns Aufmerksamkeit, vielleicht sogar Achtsamkeit eingefordert. Ihr Verlust hat ein Loch in unseren Alltag gerissen. Durch die Musik und die Beschäftigung mit den Bands füllt sich dieses Loch ein wenig. Es ist kein Ersatz, aber es hilft, mich aktiv für Neues zu öffnen. Es hilft auch, durch die dunkle Jahreszeit und die manchmal bedrückte Corona-Stimmung zu kommen.

Fury in the Slaughterhouse

Matthias hat mir für „Fury in the Slaughterhouse“ wieder ein schönes Logo gezeichnet. Die Band stammt aus Hannover und hat sich 1986 gegründet. Mich bringt die Musik direkt zurück in die 90-er. 1993 kam das Album „Mono“ heraus. Darauf waren Hits wie „When I’m dead and gone“ und „Radio Orchid“. Beide Lieder kann ich heute noch gut hören. Sie klingen ein wenig nach R.E.M., also nach radiotauglichem Pop-Rock mit Irish Folk Einschlag.

Die Videos zu beiden Liedern sind wirklich total 90-er Style! Allein schon die langen Bildeinstellungen bei „Dead and Gone“. Heute sind wir viel schnellere Schnitte gewöhnt. Eigentlich schade, vielleicht würde uns mehr Langsamkeit gut tun.

Was ich nicht wusste: „When I’m dead and gone“ ist eine Coverversion! Das Original ist aus dem Jahr 1970. Es stammt von der englischen Band McGuinnes Flint. Sie ist aus der 1969 aufgelösten Manfred Mann Band hervorgegangen.

Hier das Original zum Vergleich:

Gefällt mir auch gut, wenn nicht sogar besser. Ehrlich gesagt, habe ich mich diese Woche schwer getan, weitere Lieder von Fury anzuhören. Einerseits liegt mir die Stimme von Sänger Kai Wingenfelder nicht besonders. Sie klingt, als singe er ständig mit Vibrato. Andererseits nehmen mich die Stücke nicht so mit. Ja, vielleicht fehlt’s an der Geduld.

Die Band hat sich 2008 aufgelöst und kam 2017 zum 30-jährigen Jubiläum wieder zusammen. Im April 2021 wird nach 13 Jahren Pause ein neues Album erscheinen. Es heißt „Now“ und bisher sind zwei Singles veröffentlicht worden.

„The Beauty“ (2020) gefällt mir davon ganz gut, geht auch wieder in die Folk Richtung.

Es geht im Lied um eine Person, die die Schönheit um sich herum zunächst nicht erkennt. Passt ganz gut in unsere Zeit. Die Welt ist voller Schönheit, nur sind wir nicht immer in der Lage, sie wahrzunehmen.

Homesick

Weil ich hier heute ein wenig auf YouTube versackt bin und mir statt Fury Songs Videos von geretteten Tieren angeschaut habe, hier ein Fundstück, das beides verbindet:

„Homesick“ ist 2006 auf dem Album „Every Heart is a Revolutionary Cell“ veröffentlicht worden.

Now to something completely different

Im Stück wird von der Stadt Gütersloh gesungen, weshalb ich mir noch eine musikalische Abschweifung erlauben muss. Hat so gar nichts mit Fury zu tun, aber wenn ich Gütersloh höre, habe ich sofort das hier im Ohr:

Sind das nicht einmalige Zeilen: „Das waren Zeiten als wir travellten. Von Town zu Town, von Fraun zu Fraun im Morgengraun“?

Kuriose Erkenntnis am Rande: „Der Letzte Cowboy“ ist aus dem Jahr 1979, meinem Geburtsjahr. Thommie Bayer, aus dessen Feder das Lied stammt, ist in Esslingen am Neckar geboren, meiner Heimatstadt.

 

KW 3 – Lynyrd Skynyrd

Nach zwei britischen Bands ging das #52Bands Projekt diese Woche in die USA. Genauer gesagt, in die Südstaaten, zu Lynyrd Skynyrd.

Ich hätte nicht gedacht, dass die Recherche so interessant wird und mich die Lieder, wie auch die Geschichte der Gruppe so persönlich abholen.

Gestern haben wir auf Arte die Doku „If I leave here tomorrow“ aus dem Jahr 2018 über Lynyrd Skynyrd gesehen. Der Titel ist der Beginn des Liedtextes von „Free Bird“.

 

Eine Band aus den USA

Am Mittwoch, den 20. Januar, war die Vereidigung von Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris. Zwei Wochen vorher, am 6. Januar 2021, stürmten Anhänger von Donald Trump das Kapitol in Washington D.C., den Sitz des Kongresses. Die Welt blickte nach Amerika. Dieses große Land wird in den Medien immer wieder als gespalten bezeichnet, zwischen Republikanern und Demokraten, die sich erbittert bekriegen. Die Gedanken- und Gefühlswelt der Amerikanerinnen und Amerikaner nachzuvollziehen, fällt da oft schwer. Was lässt die Leute so an Ihren Waffen hängen? Warum wehren sich so viele gegen eine Krankenversicherung? Was hat sie dazu gebracht, Trump zu wählen?

Die Südstaaten

Als ich die Woche herumfragte, ob mir jemand ein Lied von Lynyrd Skynyrd nennen könnte, kam lange nichts und dann „Sweet Home Alabama“. Der 74-er Hit, der noch heute ab und an im Radio läuft, war auch lange Zeit mein einziges Lied, das ich von ihnen kannte.

Die Musik von Lynyrd Skynyrd wird gern als Southern Rock bezeichnet, als Südstaatenrock. In der Arte-Doku kam gut rüber, wie prägend die kulturellen Wurzeln ihrer Heimat Jacksonville (Florida) für die Band waren. Wie die Blues-, Dixieland- und Boogie-Woogie Musik und der Alltag der einfachen Leute sie beeinflusst haben.

Als ich auf Wikipedia den Eintrag zur Band anschaute, kam ich vom Begriff Southern Rock auf den Link zu den Südstaaten. Ich las über die Wahl Abraham Lincolns zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, den Konflikt, der zur Abspaltung der Konföderierten Staaten 1860/61 von der Union und dem Bürgerkrieg führte, über die Baumwollwirtschaft, die Sklavenhaltung und die Abschaffung der Sklaverei.

Sweet Home Alabama

In „Sweet Home Alabama“ singen Lynyrd Skynyrd darüber, dass Neil Young sich schlecht über Alabama geäußert hätte und sie ihn dort nicht bräuchten.

Neil Youngs Lied „Alabama“ wie auch „Southern Man“, in dem er den Rassismus und die Sklaverei anspricht, werden als Vorlage genannt, auf die Skynyrd antworten.

Bei Ihren Auftritten und auf Album-Covern habe ich öfter die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika gesehen. Sie wird einerseits als verbindendes Symbol für die Südstaaten betrachtet, ist andererseits in den USA äußerst umstritten und teils verboten, da sie mit Rassismus in Verbindung gebracht wird.

Trotz allem Charme, den die Musik der Band verbreitet, würde ich doch kritisch bleiben, wenn es um die Symbolik geht, mit der sie spielen. Inhaltlich ist mir etwa aufgefallen, wie sich das Stück „Saturday Night Special“ (1975) gegen die tötliche Gefahr von kleinen Handwaffen ausspricht und „God & Guns“ (2009) den Waffenbesitz verteidigt. Matthias meinte die Tage, dass die alte Band nicht unbedingt gutheißen würde, was die aktuelle Band macht.

Die Musik

Die Doku zeigte, wie hartnäckig sie an ihren frühen Songs gearbeitet haben. Die ersten beiden Alben „(Pronounced ‚Lĕh-’nérd ‚Skin-’nérd)“ (1973) und „Second Helping“ (1974) spiegeln das wieder. Danach forderte der anstrengende Wechsel aus Tour und Studioaufnahmen seinen Tribut.

Eines meiner Lieblingslieder seit einigen Wochen ist das ruhige, kraftvolle „Simple Man“ (1973).

Im Jahr 1977 spielte sich eine große Tragödie ab, als das Flugzeug, das sie nach Louisiana bringen sollte in einem Waldgebiet im Bundesstaat Mississippi abstürzte. Es starben u.a. der Sänger Ronnie van Zant, der Gitarrist Steve Gaines und seine Schwester, die Backgroundsängerin Cassie und der Bandmanager Dean Kilpatrick. Andere Bandmitglieder wurden schwer verletzt. Lynyrd Skynyrd lösten sich danach auf, formierten sich aber im Lauf der Jahre immer wieder neu. Als Sänger trat nun Johnny van Zant auf, der Bruder des verstorbenen Ronnie.

KW 2 – Genesis

Die zweite Woche, die zweite Band vom #52Bands Projekt. Nach dem Kracher-Start mit Deep Purple war ich gespannt, wie es weitergeht. Bei meiner kleinen Umfrage auf der Arbeit, wer mir ein Stück nennen könnte, kamen wieder nur wenige korrekte Antworten. Auf Twitter zeigte sich derweil die Tendenz zur Spaltung zwischen der Pop- und der Progrock-Gruppe Genesis. Tatsächlich habe ich mich bei Genesis schwerer getan, einen Zugang zu den älteren Liedern zu finden.

Meine Genesis-Erinnerungen

Vermutlich liegt es daran, dass zum Beispiel „Land of Confusion“ von 1986-er Invisible Touch Album zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehört. Als das Stück rauskam, war ich 7 Jahre alt und das Video mit den Puppen u.a. von US-Präsident Ronald Reagan und dem Triceratops hat mich total beeindruckt.

Genauso habe ich die Videos von „Jesus he knows me“ oder „I Can’t Dance“ noch gut in Erinnerung und finde sie urkomisch. Dieser überdrehte TV-Prediger oder der schmierige Typ am Strand waren so lustig. MTV und Musikvideos sind überhaupt ein Thema für sich. Später kam noch VIVA dazu. Die Musiksender waren für mich in den 1990-ern enorm wichtige Quellen der musikalischen Bildung.

Die Band Genesis, die ich damals kennengelernt habe, verbinde ich hauptsächlich mit den beiden Alben „Invisible Touch“ (1986) und „We Can’t Dance“ (1991). Dass danach nur 1997 noch ein Studioalbum mit dem ehemaligen Stiltskin Sänger Ray Wilson rauskam, war mir nicht klar. Vielleicht, weil ich Stücke von Phil Collins für Genesis Stücke halte – und umgekehrt. Nach „…Calling All Stations…“ (1997) war Schluss. Abgesehen von Live-Projekten und Zusammenarbeiten der ehemaligen Bandmitglieder.

Die frühen Genesis

Dabei gibt es auch die Progressive-Rock Band Genesis. Im Vergleich zu den späteren radiotauglichen Pop-Rock Stücken sind die älteren Sachen viel komplexer und länger. Schon die Songtitel sind teils wahre Poesie: „The Return of The Giant Hogweed“ oder „Firth of Fifth“ seien hier genannt. Ein Lied vom 1974-er Album „The Lamb Lies Down on Broadway“, das mir gut gefällt, ist „Carpet Crawlers“.

Doch damit endet auch auch schon mein Zugang zu diesem Teil der Bandgeschichte. Sich in die Lieder reinzuhören, um sie wirklich zu würdigen, braucht sicher mehr Zeit als eine Woche.

Solo-Künstler Peter Gabriel

Von 1967 bis 1975 war Peter Gabriel Sänger der Gruppe. Seine späteren Stücke als Solo-Künstler sind mir wieder näher und oft richtige Ohrwürmer, wie z.B. „Red Rain“ (1986). „Solsbury Hill“ (1977) mag ich persönlich sehr. Durch das Musikvideo bekannt ist wahrscheinlich „Sledgehammer“ (1986).

 

KW 1 – Deep Purple

Am 4. Januar startete mein Projekt #52Bands. Gleich die erste, die ich aus der Los-Box gezogen habe, war ein Schwergewicht: Deep Purple.

Momentan hört Matthias recht viel Progressive Rock, so traf mich das Ergebnis nicht unvorbereitet. Stücke wie „Smoke on the Water“ oder „Child in Time“ kannte ich schon lange. In den letzten Jahren kamen dazu z.B. „Speed King“, „Burn“, „Perfect Stranges“ oder „Hallelujah“. Auf jeden Fall Musik, die ich gerne mag und bei der das Entdecken viel Freude bereitet hat. Dabei war klar, eine Band, die seit 1968 bis heute existiert lässt sich nicht in einer Woche erfassen. Es gibt einfach so viele Alben, Stücke und Besetzungswechsel.

Und was hörst Du so?

Ein sehr schöner Nebeneffekt meiner persönlichen Recherche war, mit Kolleginnen und Kollegen auf der Arbeit über Musik zu sprechen. Ich habe sie gefragt, ob sie Stücke von Deep Purple kennen oder vielleicht sogar ein Lieblingslied haben. Viele wussten tatsächlich nichts zu nennen! Das hat mich verblüfft. Zumindest „Smoke on the water“ dachte ich, kennt doch jedeR. Sie wiederum waren überrascht von meinem Projekt, aber durchaus interessiert. Wir werden wohl zusammen viel lernen. Die Fragerunden gehen in den nächsten Wochen weiter.

Eine Erkenntnis, die ich mitnehme ist z. B., wie unterschiedlich Hörgewohnheiten sein können: wer hört komplette Alben, wer nur einzelne Lieder oder stellt sich Playlists zusammen. Wer hört über das Handy oder noch altmodisch CDs? Ich bediene mich bei Spotify, bei YouTube oder unserer großen Musiksammlung daheim.

Hörtipps austauschen

Später kamen zu meiner großen Erleichterung einige richtige Antworten und sogar Hörtipps. So habe ich das Album „Argus“ (1972) von der 1969 gegründeten Band Wishbone Ash gehört und bin ganz angetan.

Heute habe ich von Deep Purple die beiden Alben „Infinite“ (2017) und „Woosh!“ (2020) gehört. Mein Eindruck war, dass im Vergleich zu den alten Liedern der Gesang aktuell sehr im Vordergrund steht. Sie klingen für mich mehr nach Blues Rock als Prog-Rock Alben. Bisher ist mir kein Stück besonders im Ohr geblieben. Da braucht es vielleicht mehr Hör-Durchgänge.

Mir gefallen die älteren Sachen, zum Beispiel vom Album „Deep Purple in Rock“ (1970) oder „Perfect Strangers“ (1984). Da ist der Gesang ein Instrument unter vielen und nimmt weniger Raum ein.

Eine Zeitreise in die 70-er und 80-er

Mir hat dieses Video von der Gesanglehrerin Beth Roars gut gefallen. Sie erklärt darin, was den besonderen Stil von Deep Purple ausmacht:

„Child in Time“ ist ein richtig langes Lied und voller kleiner Details, wie Tempowechsel oder verschiedenen Gesangstechniken.

Eins meiner Lieblingsstücke ist „Perfect Strangers“.

52 Bands – mit Musik durch das Jahr

Was den Blog betrifft, waren die Texte 2020 hier sehr stark auf den Garten bezogen. Wegen der kalten Jahreszeit ruht die Arbeit im Garten gerade. Natürlich geht die Planung weiter, Saatgut wird durchgeschaut und Ideen gesammelt, was wir pflanzen wollen. Ein wenig wird der Garten auch dieses Jahr sicher Thema im Blog sein.

Mit den ruhigen Tagen über den Jahreswechsel kam ein neues Thema auf, mit dem ich mich dieses Jahr beschäftigen möchte: Musik!

Früher sind wir in Gießen im Irish Pub oft zum Pub Quiz gegangen, bei dem die letzte Runde eine Musik-Runde war. Das heißt, Stücke wurde kurz angespielt und man musste Titel und Interpret nennen. Ein großer Spaß! Matthias und ich hören im Alltag viel Musik und unterhalten uns auch darüber. Dabei dachte ich immer wieder, dass es da noch ganz viel zu entdecken gibt, wenn nur die Zeit dafür wäre.

So wurde das Projekt für dieses Jahr geboren:

Jede Woche werde ich mich schwerpunktmäßig mit einer anderen Band beschäftigen. Das heißt, ihre Musik hören und etwas zur Geschichte der Band recherchieren. Wir haben dafür 52 Bandnamen zusammengetragen, für jede Woche des Jahres einen. Diese habe ich auf Zettel geschrieben und in eine Box getan. Jeden Montag wird nun gelost, was es in der Woche zu hören gibt.

Man darf gespannt sein 🙂

 

Der Garten – November & Dezember 2020

Ende Oktober wurde in den Gärten das Wasser abgestellt und die Wasseruhren abmontiert. Zeichen für uns, den Garten winterfest zu machen. Im November gab es noch ein paar sonnige, auf dem Balkon sogar warme Tage.

Die beiden Melonenbirnen (Pepino) haben zwar geblüht und eine hat auch Früchte angesetzt, aber leider sind sie nicht reif geworden. Da war es im Garten schon zu kühl und schattig. Also gibt es ein Experiment in Sachen Überwinterung. Eine Pflanze bleibt im Garten, eine darf mit der Geranie im Treppenhaus überwintern. In der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr tatsächlich Früchte zum Probieren gibt.

Auch die Dahlie „Franz Kafka“ habe ich im November ausgegraben und für die Winterruhe im Haus eingepackt. Nach einem schneckenzerfressenen Frühjahr im Garten hatte ich sie auf den Balkon in Sicherheit gebracht. Nach einem Aufblühen war allerdings Schluss und sie kümmerte vor sich hin. Also wieder in den Garten gesetzt, wo sie tatsächlich nochmal geblüht hat.

Blaue Sterne leuchten am Borretsch bis in den kalten November, auf dem Balkon sogar bis in den Dezember. Zwar sind keine Bienen mehr unterwegs, aber die Farbe erfreut das Auge immerhin noch.

Um die Kapuzinerkresse war es mit dem Frost dann geschehen. Diese Saison ist definitiv vorbei. Aber ich habe Saatgut gesammelt und bin zuversichtlich, dass es auch nächstes Jahr im Garten wieder gelbe, rote und orangefarbene Zipfelmützen zu sehen gibt.

Eine späte Ernte macht der Lauch noch möglich. Die Stängel sind zwar recht schlank, aber dafür zahlreich. So nehme ich bei meinen etwa wöchentlichen Besuchen im Garten immer ein paar mit. Außerdem fülle ich die Station mit Meisenknödeln auf und schaue, wie die eingelagerten Äpfel sich halten. In der Laube haben wir außerdem einen Luftentfeuchter mit einem Tab drin stehen. Da leere ich regelmäßig die Schale mit dem gesammelten Wasser.

Die Kleingartenanlage geht in Winterruhe. Nur hier und da wird noch etwas gesägt. Auch bei uns steht Ende des Winters der Baumschnitt bei den Obstbäumen an. Jetzt ist Zeit für die Planung für das nächste Gartenjahr. Was möchten wir gerne ausprobieren wo sollen welche Pflanzen stehen? Wann ist Saison für welches Gemüse?

Die Tomaten ziehen sicher wieder an einen neuen Ort und werden wahrscheinlich nicht so viele wie 2020. Mehr Sonnenblumen wären schön. Gerne wieder Rucola, der war einfach perfekt und lecker. Das Experiment geht weiter.