KW 12 – Frühlingsanfang

Im Anschluss an den Hessen-Ausflug hatte ich den Montag frei. Wetter war gut, also die Sonne genutzt und im Garten ein wenig das alte Gestrüpp weggemacht, restliche Ästchen vom Kirschbaumschnitt eingesammelt und Salbei und Lavendel gestutzt. Die im Herbst gesetzten Blumenzwiebeln scheinen gut über den Winter gekommen zu sein, so sind Tulpen, Krokusse und Traubenhyazinthen in den Startlöchern. Neu gepflanzt habe ich zwei Dahlien, einmal pompom und einmal stachelig. Mal schauen, ob die was werden.

Gemeinde Bauchschmerzen haben mich dann allerdings im Tatendrang ausgebremst. Wenn’s weh tut ist alles doof! Naja, die Katze hat sich als Wärmflasche angeboten – auch wenn sie eher die Knie als den Magen wärmt…

Derweil leuchten auf dem Balkon die Narzissen. Eine wahre Freude, das satte Gelb mit dem Frühlingshimmelblau. Schöner wäre es wohl ohne Katzennetz, aber Sicherheit geht vor!

KW 11 – Vorbeigerauscht

Die Woche von 13. bis 18. März muss ich als Nachtrag schreiben, so schnell sind die Tage vorbeigerauscht. Abends ist es immerhin jetzt so hell, dass nach der Arbeit ein kleiner Spaziergang bei Tageslicht drin ist. Also auf dem Heimweg einen Zwischenstopp im Körschtal gemacht. Ruhig war es nicht im Wald, die Straßengeräusch dröhnten auch durch die kahlen Bäume und nach ein paar Metern spaltete ein Mann mit Traktor Holzstücke.

Dafür plätscherte die Körsch gelassen vor sich hin und die ersten Flächen mit Bärlauch waren zu sehen, wenn auch noch nicht zu riechen.

Auf der Arbeit gab es von unserem Vertriebsleiter für das Büro-Team eine nette Überraschung von der letzten Reise: er hatte uns aus Peru kleine Alpakas mitgebracht, was große Freude auslöste!

Am Wochenende sind M. und ich mit dem Smart nach Hessen gedüst, die Verwandtschaft besuchen. Arg windig war es und als wir losgefahren sind in Stuttgart regnerisch, am Sonntag ein bißchen besser. Aber war schön, all die lieben Menschen mal wieder zu sehen.

 

KW 10 – Zu kurz

Gut und gerne hätte das Wochenende ein paar Tage länger sein dürfen. Zumindest hätte es dann noch zum Bloggen gereicht.

Im Kurzbericht: Den Samstag ein neues Sofa entgegen genommen. Am Sonntag sehr netten Besuch gehabt. Waffeln gegessen. Blümchen bekommen. Leider keinen Ausflug gemacht. Die Sonne auf dem Balkon genossen. Im El Pais Semanal Magazin gelesen. Mich literarisch ins Esslingen der Jahre 1958 / 1959 entführen lassen. „Toni Erdmann“ gesehen. Mit dem Kätzchen gespielt. Unter der Woche vor allem Arbeit.

KW 09 – Märzsonne

Endlich Sonne und ab und an richtig milde Temperaturen. Die Woche habe in der Mittagspause einen Spaziergang gemacht. Direkt hinter unserem Gebäude in Denkendorf den Hügel hinauf und die Frühlingsluft geschnuppert. Noch sind Felder und Bäume kahl, dafür zwitschern die Vögel schon um die Wette.

Jetzt am Wochenende sind M. und ich mal wieder zur Waldebene Ost gefahren, unserem nächstgelegenen Naherholungsgebiet hier in Stuttgart. Vom Parkplatz ging es Richtung Frauenkopf, bis zum Fernmeldeturm und zum evangelischen Waldheim. Zwischen den laubfreien Ästen ragt der Turm wie ein UFO hervor, mit seiner riesigen Scheibe.

Auf dem Rückweg sind wir in der Gaststätte Neckarblick eingekehrt. Die hatte gerade an diesem Tag wieder eröffnet und die Temperaturen waren angenehm um draußen auf der Terrasse zu speisen. Pommes gab’s, bzw. Spätzla mit Rahmsoße für mich.

Die Bewegung an der Luft hat gutgetan und im wahrsten Sinn des Wortes wieder geerdet. Auf der Arbeit ist gerade viel los und was aktuell in den Nachrichten kommt über Trump oder die deutsch-türkischen Beziehungen ist alles so deprimierend. Dieses „Wenn ihr nicht für mich seid, seid Ihr gegen mich“-Gehabe regt mich so auf! Das ist das Niveau von kleinen Kindern, die sich gegenseitig die Förmchen aus dem Sandkasten klauen. Wo bleiben denn „Sitte, Anstand, Moral“ (um mal eine ehemalige Mitbewohnerin von mir zu zitieren)? Oder, nach Albert Schweitzers Vorbild, die Ehrfurcht vor dem Leben?

Um also nicht zu sehr die düsteren Gedanken zu wälzen, schmökere ich lieber im Gartenkatalog und plane Vielfalt und Farbe im Kleinen. Ich freue mich schon, wenn es warm genug ist um die ersten Pflänzchen in die Balkonkästen und in den Garten zu setzen. Ausgerüstet mit zwei neuen Gießkannen sind wir jedenfalls seit gestern.

KW 08 – Tübingen und Wurmlinger Kapelle

Letzte Woche hat es nicht mehr gereicht, daher nun der Nachtrag zum Ausflug nach Tübingen und auf die Wurmlinger Kapelle. Das Wetter war sonning doch noch winterlich kalt. Gleich an der Brücke über den Neckar leuchteten schon die Häuser der Altstadt ganz bunt am Ufer.

Durch gepflasterte Gassen mit viel Fachwerk links und rechts ging es hinauf zum Marktplatz. Teils hat es mich sehr an Marburg an der Lahn erinnert. Auch das Rathaus ist ein Schmuckstück für sich.

Kurz vorm Schloss sind wir eingekehrt ins Restaurant Mauganeschtle. Ganz ohne Reservierung – da hatten wir Glück überhaupt einen Platz zu bekomme, denn der Gastraum ist nicht sehr groß. Die Portionen dafür schon! Und sehr lecker. Bei mir gab es vegetarische Linsen (Alb Laisa) und Spätzla.

Im Schlosshof haben wir einen kleinen Umweg über die „Alte Kulturen“ Ausstellung des Uni-Museums gemacht. Sehr beeindruckend fand ich die 40.000 Jahre alten geschnitzten Figuren aus Mammut-Elfenbein. An der hinteren Schlossmauer haben wir nochmal einen Blick runter zum Neckar werfen können.

Durch den Pfad links an der Schlossmauer entlang sind wir auf den Weg gekommen, der laut Google Maps in 5,8 km zur Wurmlinger Kapelle führt. Nach etwa 2 km sind wir jedoch umgekehrt um mit dem Auto nach Wurmlingen zu fahren. Am Fuß des Hügels geparkt und querfeldein zur Kapelle hochgestiegen, wie die Bergziegen. Die Sicht war, trotz leicht diesigem Wetter, wunderbar weit. Sogar die Türmchen der Hohenzollern Burg konnte man sehen.

Ludwig Uhland hat die Kapelle und den Friedhof auf dem Hügel in seinem Gedicht „Die Kapelle“ (1805) festgehalten.

Von der Kapelle aus sind wir auch wieder ein Stück auf dem Weg Richtung Tübingen gewandert, wo uns einige sportlichere Leute entgegenkamen, die die Strecke vom Schloss gelaufen sind.

KW 06 – Arbeit und Entspannung

Ratzfatz ist wieder eine Woche vergangen. Neben viel Arbeit gab es allerdings auch eine spannende Veranstaltung, die ich besuchen dufte. Ein Tageskurs bei der VHS Esslingen mit dem Titel „Auftragsabwicklung im Export“. Die VHS Esslingen, Göppingen und Kirchheim/Teck kooperieren hierbei im Bereich der beruflichen Fortbildung und haben ein interessantes Programm auf die Beine gestellt.

Der Blick aus dem Fenster im 5. Stock des VHS Gebäudes war nicht minder beeindruckend. In den Weinbergen am Neckar sieht es zwar noch kahl aus, doch waren hier und da schon geschäftige Hände am Werk.

Im Gebäude hinter der VHS gibt es seit Herbst 2016 die Gaststätte Wichtel, direkt am Ufer des Roßneckarkanals. Im Sommer sicher ein guter Rastplatz.

Dieses Wochenende sind M. und ich todesmutig an einem Samstag zu IKEA gefahren um endlich ein neues Sofa zu bestellen. Künftig gibt’s dann hoffentlich keinen steifen Nacken mehr bei dem Versuch, sich auf einer 2-er Couch langzulegen.

Derweil wurde heute in Berlin unser neuer Bundespräsident gewählt. Nach Joachim Gauck übernimmt künftig Frank-Walter Steinmeier das höchste deutsche Staatsamt. Hoffentlich auch er mit deutlichen Worten der Vernunft und des Einfühlungsvermögens.

KW 05 – Müde

Die Woche war irgendwie anstrengend, so dass heute die Luft raus ist. Hier ein Mittagsschläfchen, da ein Nickerchen, das Sonntagsprogramm ist ans trübe Wetter angepasst.

Gestern waren M. und ich in morgens Winnenden. Ein netter Ausflug bei sonnigem Wetter. Wir wollten zum Kärcher Shop um nach einem neuen Staubsauger zu schauen und sind tatsächlich fündig geworden. Ein leistungsfähiges und dazu einigermaßen leises Gerät ist nun bei uns im Einsatz, passend zum Katzenhaushalt.

Nach dem Haushaltsgerätekauf ging es auf den Markt in die Innenstadt. Wer noch nicht dort war, dem sei ein Besuch in der Winnender Marktstraße an einem Samstagvormittag wärmstens empfohlen. Es ist alles klein und fein und dabei sehr stimmig. Die Einkaufsstraße wimmelt von Leuten, die ihre Besorgungen machen, sich unterhalten oder in einem der Cafés treffen. Ich habe mir an einem Stand vegetarische Frühlingsrolle gegönnt. Heiß und lecker. Wir sind durch Ulli’s Confiserie geschlendert, die Schokoladenspezialitäten bestaunend. An den Marktständen haben wir uns mit Gemüse und Marmelade versorgt und sogar noch ein paar Möhren geschenkt bekommen. Ein Tipp zum Einkehren ist die Brasserie Benz oder das Café vom Bäcker Maurer.

Vielleicht tut die Marktidylle von Winnenden gerade auch so gut, weil die Welt da draußen ansonsten völlig am Rad dreht. Dass Trumps Einreisestopp für Menschen aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern momentan durch einen Bundesrichter unterbunden ist, beruhigt nur ein wenig. Die zerstörerische Kraft des aktuellen US-Präsidenten und seiner Anhänger ist einfach enorm. Ebenso erschreckend das rassistische Gefasel der AfD in Deutschland und von Marine Le Pen in Frankreich. In der Zeit war heute ein Artikel über den französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron. Auch hier, immerhin so ein kleines Fünkchen Hoffnung, dass es noch Politiker gibt, die an Europa glauben und die nicht ihr Lebensziel darin sehen, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen, nur weil sie aus unterschiedlichen Ländern kommen.

 

 

 

KW 04 – I live by the river

 

Die vierte Woche dieses Jahres ist fast rum. Nach wie vor ein sehr kalter Januar, doch am Samstag war es für den Spaziergang immerhin schön sonnig und fast schon mild. Auf dem Heimweg von der Arbeit hatte ich von der B10 aus gesehen, dass der Neckar zugefroren ist. Das wollte ich mir mal ansehen.

So ging meine Tour beim Wochenendspaziergang diesmal vom Schlossplatz durch den Schlossgarten bis an den Fluss bei Bad Cannstatt und über die Villa Berg wieder zurück in den Stuttgarter Osten. Über 7 Kilometer und etwa 2 Stunden war ich unterwegs.

Der Hauptbahnhof ist nach wie vor eine beeindruckend große Baustelle, doch bei weitem nicht die einzige in Stuttgart.

Im Schlossgarten tummelten sich gerade wieder Scharen von Krähen und Graugänsen, dazu hier und da ein Reiher, ein paar Enten und Blässhühner und die hübschen bunten Nilgänse. Wie ich gerade am Ende des Parks angekommen war, ist ein ganzer Haufen Gänse plötzlich aufgeflogen, direkt über mich hinweg und ist in einer großen Runde wieder ein Stück weiter gelandet. Die Bäume unterhalb des Schlosses Rosenstein sind ganz kahl und der Blick kann wunderbar weit über die Wiese schweifen.

Leider gibt es den alten Holzsteg nicht mehr, der bei der Wilhelma über den Neckar führte. So bin ich statt dessen zum Mineralbad LEUZE gelaufen und dort über die König-Karls-Brücke gelaufen. Die Brücke teilen sich Autos, die Stadtbahn, Radler und Fußgänger. Da kommt ein richtiges Großstadtgefühl auf.

Der Neckar war tatsächlich noch gefroren und ich habe mich sehr gefreut, das endlich mal bei Sonnenschein zu sehen und nicht wie sonst vom Auto aus in der Dämmerung. Auf der Bad Cannstatter Seite bin ich am Ufer entlang Richtung Wasen gelaufen und dann über den Berger Steg wieder zurück ans Stuttgarter Ufer. Auf dem Steg geht es deutlich entspannter zu und für Stadtverhältnisse ist es hier tatsächlich ruhig.

Zurück ging es wieder am LEUZE vorbei. War nicht viel los, nur ein paar Badegäste im Außenbecken. Für den Rückweg habe ich mich als Landmarke an die SWR Gebäude gehalten und bin von dort aus den Hügel hinaufmarschiert zur Villa Berg. Damit war ich schon fast wieder zuhause in Ostheim.

 

 

KW 03 – Love is all we need!

Eine klirrend kalte Woche mit Temperaturen im 2-stelligen Minusbereich geht zu Ende. Heute hatten wir etwa -1°C in Stuttgart und dazu Sonne, ideal für einen Spaziergang im erschlossenen Land. Der Ausblick von der Uhlandshöhe zeigte sehr ansehnlich den Smog im Talkessel. Seit 16. Januar gibt es wieder Feinstaubalarm in der Stadt. Wobei ich nicht den Eindruck habe, dass wirklich viele Leute ihr Auto stehen lassen und auf die Öffentlichen umsteigen.

Eine neue Strecke auf dem Spaziergang führte mich über die Straußstaffel zum Aussichtspunkt Straußsstaffel. Von dort sieht man schön in den Stuttgarter Osten und rüber zur Sternwarte. Weiter ging es auf der Heidehofstraße, einmal um das Areal der Villa Bosch herum.

Women’s March

Das beeindruckendste Ereignis diese Woche war der Women’s March in Washington am 21. Januar, einen Tag nach der Amtseinführung von Donald Trump. Etwa eine halbe Million Teilnehmende und parallel Kundgebungen an vielen anderen Orten in den USA und auf der ganzen Welt! Dass so viele Menschen auf die Straße gehen und ein so buntes Statement für Toleranz, Respekt vor der Vielfalt und für ein friedliches Miteinander abgeben, stimmt mich mehr als froh!

Wenn Populisten wie Trump oder die Vorturner bei der AfD Lügen und Hass verbreiten, müssen wir Ihnen etwas entgegen setzen. Dann sind wir alle gefordert, die Errungenschaften unserer freien, pluralistischen Gesellschaft zu verteidigen. Sei es, dass wir auf die Straße gehen oder auch im privaten Kontext eine Lüge oder ein Vorurteil als solche benennen und deutlich machen, warum wir dem nicht zustimmen.

Meryl Streep hat dies bei Ihrer Rede anlässlich der Golden Globes Verleihung 2017 sehr eindrücklich getan. Sie hat außerdem die Rolle der freien Presse herausgestellt.

Trump und andere Populisten vereinfachen, verdrehen die Fakten und lügen öffentlich, wie ich es in aufgeklärten Gesellschaften nicht für möglich gehalten hätte. Als Beispiel: der neue US-Präsident spricht davon, die Macht dem Volk zurückzugeben. Dabei ist die Regierungsform der USA eine Demokratie. Was bedeutet, dass die Macht vom Volk ausgeht. Er wütet gegen Politiker und ist doch selbst nun im höchsten politischen Amt seines Landes. Er wütet gegen die Presse, dabei ist sie eine so wichtige Instanz in einer demokratischen Gesellschaft.

Mir scheint, es ist an der Zeit für eine neue Aufklärung, ein neues Age of Enlightenment welches der Menschheit zu mehr Klugheit, Güte und Demut vor dem Leben verhilft.