Der Garten – Juli 2020

Nach dem Regen im Juni wurde es im Juli sommerlich warm. Die gelbe Kapuzinerkresse, oben im Beet mit Physalis und Borretsch, ist förmlich explodiert. Es war, als beschleunige die Natur ihre Wachstumsprozess.

Wir hätten an zwei Terminen die Chance gehabt, weitere Stunden von unseren Gemeinschaftsdienst im Verein abzuleisten, waren aber zu faul. Im September und Oktober sind noch vier Termine, da sollte es klappen.

Der Juli war für uns ein Beerenmonat und Matthias hat von Stachelbeeren und Johannisbeeren fleißig Marmelade und Gelee gekocht.

Die vielen Blüten haben den Bienen hoffentlich ausreichend Nahrung beschert. Sehr gerne besucht wurden Lavendel, wilder Majoran, Borretsch und zum Ende des Monats die beiden Hibiskus-Sträucher. Mein Bildarchiv von Bienen auf Blumen ist voll.

Schmetterlinge waren leider nur wenige zu sehen. Die üblichen Kohlweißlinge und ein paar Kaisermantel am Schmetterlingsflieder. Wie erhofft, war der Kugellauch ein echter Bienenmagnet.

Wer so viel schuftet muss auch was trinken. Dazu haben wir an mehreren Stellen Bienentränken aufgestellt, die immer viel Besuch haben. Die Tränken neu zu füllen gehört, wie das Gießen der Pflanzen, gerade zu unseren häufigsten Gartenarbeiten. Man sollte darauf achten, dass es genug Landeplatz gibt. Inzwischen habe ich verschiedene Steine ausprobiert und die mit Moosbewuchs kommen am Besten an.

Das Wasser muss regelmäßig aufgefüllt bzw. erneuert werden, sonst bilden sich Algen man züchtet eine Mückenbrut. Auch für Vögel, die die Tränke besuchen, ist sauberes Wasser gesünder.

Neben all den hübschen blühenden Gewächsen haben wir natürlich, nach Kleingartenvorschrift, auch Gemüseanbaufläche. Das große Beet mit Schneckenzaun, das Ende Juni und selbst Mitte Juli noch übersichtlich aussah, ist Ende Juli gut gefüllt. Wachstum macht’s möglich.

In der unteren linken Ecke knüllen sich drei Kürbisse, in der Mitte, die Königin im Beet, eine Zucchinipflanze. Drumherum, an den Schnüren hochwachsend, vier Gurken. Ganz rechts unten und links oben auch noch ein Kürbis.

Links der Mitte wächst Mangold, daneben Ringelblume und Tagetes. Weiter oben gibt es Rucola und wo immer Platz war kuckt Lauch raus. Der war sehr gut gekeimt und daher anfangs viel zu dicht gestanden, so dass ich die Pflänzchen vereinzelt habe. Der Büschel oben rechts ist Sauerampfer.

Von den vielen gereimten Kürbissen habe ich eine große Menge auf den Komposthaufen gepflanzt. Immerhin zwei haben dort überlebt und beachtliches Blattwerk ausgebildet, der Rest wurde von Schnecken verspeist.

Hier steht die lange Tomatenreihe. Seit sie im Mai ins Beet gesetzt wurden sind die Pflanzen ordentlich gewachsen. Es sind noch alle an Bord, keine Verluste durch Krankheit oder Schnecken. Sie haben mittlerweile viele Früchte und ich fürchte, dass sie alle gleichzeitig reif werden. Dann gibt es wohl selbstgemachte Tomatensoße.

Überhaupt, die Zeit der Ernte rückt näher, was die Frage aufwirft: wie verarbeitet man all die Dinge aus dem Garten? Der August bringt da mit Sicherheit Antworten.

Der Garten – Juni 2020

Der Juni begann in Sachen Kleingarten mit einem Schreiben vom Verein. Es hatte eine vom Bezirksverband Stuttgart angeordnete Gartenbegehung gegeben.

Ergebnis: wir müssen die wilden Sträucher auf der Grenze zum Nachbargrundstück entfernen und den Zwetschgenbaum hinter der Laube kürzen. Wie wir später erfuhren, gab es viele solcher Schreiben und wir hatten noch vergleichsweise wenige Beanstandungen. Die Wildgewächse, hauptsächlich Ahorn, hat ihr Schicksal schon ereilt. Für den Zwetschgenbaum haben wir um Aufschub gebeten, denn nach dem Totalausfall 2019 hoffen wir dieses Jahr wieder auf ein Ernte.

Der Baum hat gerade wirklich zu lange, ausladende Äste, insofern war es sowieso unser Plan, ihm einen kräftigen Rückschnitt zu verpassen. In seiner Mitte ist er schön mit Moos bewachsen, was ihm ein uriges Aussehen verleiht. Ein kleines Büchlein, das uns im Garten beim Strauch- und Baumschnitt begleitet, ist „Obstbaumschnitt in Bildern“ von Hans Walter Riess.

Der Monat begann außerdem mit Regen. Das hat die Schnecken erfreut, aber auch den Pflanzen gut getan. Es geht weiter mit der Farbenpracht: Das gelbe Gewächs links ist Goldfelberich, das rechte ist Frauenmantel und der rote Klecks eine Mohnblüte.

Auch die Ernte konnte sich sehen lassen. Zu den gepflanzten Erdbeeren gab es jede Menge aromatischer Walderdbeeren.

Bei den Träubla, also den Johannisbeeren, machen die weißen den Anfang, etwas später wurden die roten reif und von den schwarzen gab es leider nur ganz wenige.

Suchbild mit Schnecke.

Wenn ich die Bilder vom Juni so ansehe, war es kein wirklich heißer Monat. Da trage ich zwar den tollen neuen Sonnenhut, aber doch auch einen Pulli.

Egal, auch bei trübem Wetter ist das Gärtnern eine Freude! Man kann mit allen Sinnen bei der Sache sein. Ganz versunken im Hier und Jetzt. Wobei die Planung natürlich auch den künftigen Raumbedarf von so mancher Pflanze einbeziehen sollte… Dazu im nächsten Monat mehr.

Hier gibt’s einen Blick auf das fast leere „schneckensichere“ Beet. Ein paar Schnecken waren natürlich trotzdem drin. Matthias hat regelmäßig abends unter die Bretter geschaut und die Übeltäter abgesammelt.

 Oben links wachsen Radieschen, oben rechts Sauerampfer. Links darunter steht Rucola und rechts sind ganz zarte Halme vom Lauch. In der Mitte sind drei Töpfe mit Blumenmischungen und an zwei Stellen schauen die Blätter von Kartoffeln raus. Die sind einfach vom letzten Jahr im Beet vergessen worden.

Unten links sind die ersten Keimblätter von Kürbissen zu sehen und unten rechts eine vorgezogene Kürbispflanze. Da wo ich Pflanzen ausgesät habe, habe ich Stöckchen hingelegt und meist auch ein Stöckchen mit dem Namen der Pflanze und dem Datum der Aussaat reingesteckt.

Bernard Cornwell: Die Uhtred Saga / The Saxon Stories

Eine Romanreihe, die ein ganzes langes Leben und zudem einen entscheidenden Abschnitt der Geschichte Englands erzählt, ist die Uhtred Saga von Bernard Cornwell. Dieses Jahr soll das 13. und damit letzte Buch erscheinen. Elf Teile habe ich gelesen und mit Uhtred dabei viele Schlachten und Schildwälle erlebt, die Küste der britischen Inseln umsegelt, Feste gefeiert und Feinde ausgetrickst. Dem Abschluss schaue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Einerseits mehren sich die Altersgebrechen des Helden, andererseits gäbe es noch viele spannende Begebenheiten von denen er hätte berichten oder Leute, die er hätte beschimpfen können.

Der Protagonist ist 9 Jahre alt, ein kleiner angelsächsischer Junge, als seine Erzählung im Jahr 866 beginnt. Er ist der zweite Sohne des Burgherren von Bebbanburg, dem heutige Bamburgh Castle, im Norden Englands. Das Land ist zerteilt in viele kleine Königreiche, ein geeintes England gibt es noch nicht. An der Küste vor Bebbanburg liegt die Insel Lindisfarne. Am 8. Juni 793 wurde das dortige Kloster von Wikingern überfallen. Das Datum markierte den Beginn der Wikingerzeit. Während eines Angriffs wird Uhtreds Vater getötet und er selbst von den Dänen entführt. Er wächst halb als Däne auf und ist dadurch sein Leben lang in seinen Sympathien für die Dänen und die Angelsachsen, für die Heiden und die Christen, zwiegespalten. Durch seine Nähe zu König Alfred von Wessex und dessen Familie, verknüpft sich sein Schicksal eng mit dem des Landes.

Die ersten Teile der Reihe sind als TV-Serie von BBC unter dem Namen „The Last Kingdom“ erschienen.

Der Garten – Mai 2020

Zum Mai habe ich ein besonderes Verhältnis, denn es ist mein Geburtsmonat. In Sachen Garten ist das die Zeit, wenn der Flieder blüht und es wunderbar duftet. Die Erdbeeren haben angefangen zu blühen und es gab eine erste eigene Ernte. Die Akeleien zeigten sich in zartem Rosa und kräftigem Lila. Der Salbei blüht.

Lang ersehntes Datum um endlich die Jungpflanzen aus der Wohnung in den Garten zu bringen, waren die Eisheiligen Mitte Mai. Es heißt, danach kommt wahrscheinlich kein Frost mehr. Nach der Kalten Sophie gab es kein Halten: Tomaten, Physalis und Sonnenblumen kamen ins Freiland.

18 Tomatenpflanzen waren es. Direkt nach dem Einpflanzen sahen sie recht mitgenommen aus. Es sind lauter unterschiedliche Sorten. Jetzt wird sich zeigen, wie viele davon durchkommen.

Zum Glück hat es zwischenzeitlich geregnet. Gut für die Pflanzen, gut aber auch für die Schnecken.

Dabei sind es nur die herkömmlichen braunen Nacktschnecken, die wegen ihres Hungers für Ärger sorgen. Als Laufwege haben wir Trittbretter in den Beeten liegen, bei uns sind es die Reste vom alten Zaun. Dorthin ziehen sich die Gefräßigen gerne zurück und man kann sie einfach absammeln und umquartieren.

Die hübschen Weinbergschnecken oder die gefleckten Tigerschnecken, eigentlich heißen sie Tigerschnegel (lat. Limax maximus), dürfen bleiben. Sie fressen lieber abgestorbene Pflanzenteile und die Tiger machen sich auch über andere Nacktschnecken oder deren Eier her, sind für uns also Nützlinge. Schneckenkorn kommt daher nicht in Frage, das würde auch sie hinwegraffen.

Einen großen Beetbereich haben wir mit einem Schneckenzaun umrandet. Dort hinein kommen Salat, Kräuter und vielleicht Kürbisse. Davor an der Mauer wächst ein Stachelbeerbusch, der schon gut Beeren trägt.

Auch an Zwetschge, Birne und die Apfelbäume zeigen sich kleine Früchte. Allerdings werfen die Bäume viele davon schon wieder ab. Ich fürchte, es fehlt an Wasser.

In Sachen Kleingartenverein habe ich ende Mai an der Gemeinschaftsarbeit teilgenommen. Drei von neun Stunden in diesem Jahr sind damit geschafft. Wir haben coronamäßig auf Abstand geachtet und in kleineren Gruppen Pflegemaßnahmen an den Gemeinschaftsflächen vorgenommen: Hecken und Büsche geschnitten, die Wege und die Regenrinne daneben von Zeug befreit und uns nebenbei über den Verein und das Gärtnern ausgetauscht.

Der Garten – April 2020

Im April kamen die Farben zurück in den Garten. Tulpen, Apfelblüte und Blaukissen leuchteten um die Wette.

Hellblaues Vergissmeinnicht:

Der englische Name der Pflanze lautet wirklich „Forget-me-not“.

Mit unserer Kleingartenparzelle hatten wir ein glückliches Händchen, denn so viele wunderbare Pflanzen waren schon vorhanden. Obstbäume und Beerensträucher und viele Stauden, die jedes Jahr neu erblühen.

Dazu kommt, dass das Grundstück mit Natursteinen in Terrassen angelegt ist. Die Mauern sind hübsch anzusehen, praktisch und auch für Eidechsen oder Blindschleichen ein interessanter Lebensraum.

Um die Apfel-, Birnen- und später auch Zwetschgenblüten hatten wir Sorge. 2019 gab es so gut wie nichts zu ernten. Wir vermuten, dass der Frost die Blüten dahingerafft hat.

Inzwischen waren die drei Komposthaufen gut gefüllt. Matthias hatte sie daraufhin so umgeschichtet, dass wir nun neue Erde und wieder Platz für Pflanzenabfälle haben.

Hier sieht man oben die Komposte und darunter sich entrollenden Farn:

Während im Garten Vorbereitungen für die neue Saison getroffen wurden, wuchsen in der Wohnung die Jungpflanzen. Von der Gartennachbarin hatte ich eine ganze Kiste mit Tomaten bekommen. Der Platz auf dem Fensterbrett wurde eng und die Pflanzen verlangten täglich nach Wasser. Sonnenblumen und Physalis reckten sich jeden Tag ein Stück höher.

Bei gutem Wetter habe ich sämtliche Pflanzen auf den Balkon gestellt und nachts wieder reingeholt. Zu den neu aus Samen gezogenen gesellte sich eine Geranie, die im Treppenhaus überwintert hat. Mehrere im Keller überwinterte Dahlienknollen steckten mittlerweile in Töpfen und bildeten erste Blätter aus.

Den Roten Sonnenhut hatte ich im Garten ausgegraben und wieder in einen Topf gepflanzt. Bei diesem waren neue Blätter direkt von den Schnecken gefressen worden. Im Topf hat er Ruhe zum Wachsen.

Sämtliche Arbeiten wurden kätzlich überwacht von Miki.

Der Garten – März / April 2020

 

Jetzt ist es schon Mitte Mai und der Garten im vollen Wachstum. Ich will einen Rückblick versuchen ins noch kühle Frühjahr.

Mitte März haben wir unsere persönliche Gartensaison eröffnet. Die Bäume waren blattlos und durch die Lage am Nordhang hatten wir erst ab der Mittagszeit Sonne. Entsprechend frostig war es. Vor uns waren die wilden Primeln am Start. Die blühen an jeder Ecke im Garten und das schon ab Februar. Warum ich trotzdem im Baumarkt Primeln für die Balkonkästen gekauft habe, ist mir selbst ein Rätsel.

Wir haben die Reste an vertrockneten Pflanzen von den Beeten geholt und die Pflanzflächen gelockert. Letztes Jahr hatten wir große Verluste durch Schneckenfraß. Das Lockern hilft auch, Schneckeneier an die Oberfläche zu bringen, die dort den Frost nicht überstehen.

Ende September hatte ich Blumenzwiebeln gesetzt: Schneeglanz, Traubenhyazinthen, Wildtulpen, Kugellauch und Schachbrettblumen.

Der Schneeglanz, auch Sternhyazinthe genannt:

Die gelben Tarda-Wildtulpen:

Die Schachbrettblumen:

 

Der Kugellauch lässt noch auf sich warten, dürfte aber im Juni in mit seinen Kugelköpfchen zu sehen sein.

Was mir beim Pflanzen oder aussäen hilft, ist immer ein Foto vom Pflanzentütchen zu machen. So kann ich später nachschauen, wann eigentlich welche Pflanze dran war. Im Nachhinein bin ich mit dem Standort der Tulpen nicht ganz froh, auch der Schneeglanz wäre in einem dichteren Grüppchen wohl hübscher gewesen. Aber ich nehme an, die Zwiebeln lassen sich noch versetzen.

Ein Bild von den Kugellauch-Zwiebeln und der Pflanzinformation:

Aussaat im Februar und März

Im Bild oben sind Physalis und Melonenbirne nach 6 Wochen zu sehen.

Mit den paar Pflanzen von der Aussaat am 9. Februar ist natürlich noch kein Garten zu füllen. Es geht weiter mit diesen Experimenten:

Aussaat am 29. Februar:

  • Minigurke
  • Hornveilchen
  • Winteraster
  • Saatwucherblume
  • Kapuzinerkresse
  • Roter Lein
  • Ringelblume
  • Petunie
  • Tagetes

War alles selbst gesammeltes Saatgut vom Vorjahr.

Bild oben: die größte Pflanze ist die Kapuzinerkresse. (Nach 5 Wochen)

Bei der Kapuzinerkresse kam nur eine Pflanze, was mich wundert. Hatte sie letztes Jahr als keimfreudig erlebt. Auch bei der Minigurke bisher nur eine Pflanze. Winteraster und Saatwucherblume bisher auch Fehlanzeige. Allerdings hat die Winteraster auf dem Balkon überlebt. Wahrscheinlich lässt sie sich eher durch Stecklinge vermehren. Reichlich gekeimt sind die Hornveilchen. Ganz passabel: Roter Lein, Petunie, Ringelblume und Tagetes.

Weil ich es kaum übers Herz bringe einmal vorhandene Pflänzchen auszusortieren, habe ich dieses Jahr nur wenige Samen in die einzelnen Abteile der Aussaatbox getan. Bei den Veilchen waren es mehr als bei den anderen Pflanzen, da die Samen winzig klein sind. So oder so wird es in den nächsten Wochen zu überfüllten Fensterbänken kommen.

Aussaat am 16. März

  • Tomate
  • Sonnenblumen

Heute, 5 Tage später, sind die Sonnenblumen schon gekeimt und kräftig am Wachsen. Die Tomaten brauchen noch Zeit.

Erste Aussaat dieses Jahr

Am Samstag, den 9. Februar habe ich mit dem Aussäen begonnen. Dieses Jahr sogar mit Aussaaterde statt mit normaler Pflanzerde. Die Aussaaterde ist nährstoffärmer, so dass die Pflanzen verstärkt Wurzeln ausbilden müssen und nicht so schnell in die Höhe wachsen. Bei beiden Erden achte ich darauf, dass sie torffrei sind, denn Moore sind wichtige CO2 Speicher, die nicht durch den Abbau von Torf zerstört werden sollten.

Um den Überblick zu behalten, was wo drin ist und wann gesät wurde, ist eine Aussaatbox ganz praktisch. Habe diese nummeriert und jeweils Pflanzen und Aussaatdatum notiert.

Meine ersten Aussaaten:

  • Physalis
  • Aubergine
  • Melonenbirne

Physalis sind die hübschen Lampions mit der orangefarbenen Beere. Davon hatte ich Saatgut von 2018 von einer Freundin und von 2019 aus unserem Garten. Ist gut gekeimt, so dass ich 20 Tage später, am 29. Februar die Pflanzen von der Aussaatbox in einzelne Töpfe verpflanzt habe. Als Töpfe finde ich die großen Puddingbecher gang nützlich. Unten ist ein Loch drin damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Da sie durchsichtig sind, sieht man schön das Wurzelwachstum.

Jetzt im März standen im Garten noch die Reste der Pflanzen vom Vorjahr. Von den Lampions war nur das Gerippe übrig. Die Beere darin war verschwunden, einzig die losen Samen lagen darin uns wurden fielen nach und nach durch das Gitter.

Da unser Stückle im Kleingartenverein am Hang kurz unter dem Wald steht, haben wir erst spät im Jahr volle Sonne und auch früh im Herbst wieder mehr Schatten. Viele von den Physlis-Beeren waren nicht reif, als die Tage schon wieder kälter wurden. Dieses Jahr steht also an, die besten Sonnenplätze zu finden.

Die Melonenbirne war gekauftes Saatgut von Kiepenkerl. Ein Experiment, denn von der Pflanze habe ich bisher nicht gewusst, dass es sie gibt. Soll Naschobst werden, vielleicht so ähnlich wie die Physalis.

Auch von der Aubergine vom letzten Jahr hatte ich Samen gesammelt. Leider sind sie nicht aufgegangen. Ein Fehler könnte gewesen sein, dass die Aubergine es zum Keimen gerne richtig warm und tropisch hat, mit 23°C bis 25°C.

Saatgut aufbewahren

Um Samen aufzubewahren nutze ich eine ausgediente Keksdose in der viele beschriftete Tütchen liegen. Die Dose stand den Winter über im kühlen Schlafzimmer. Keller wäre wahrscheinlich auch gegangen, doch ich hatte die Befürchtung, dass es dort zu feucht ist. Im Sommer kommt wieder ein Teil der Tüten in den Garten, wo sie ich sie auch möglichst kühl und mäusesicher aufbewahre. Das Saatgut sollte trocken, dunkel, nicht zu warm und luftdicht aufbewahrt werden um die Keimfähigkeit zu erhalten. Diese nimmt nach einiger Zeit ab, daher steht auf gekauften Samen auch ein Haltbarkeitsdatum. Länger als drei Jahre würde ich Samen nicht aufheben.

Eine Saatgut-Box von ganz anderer Größenordnung ist der der Svalbard Global Seed Vault, der weltweit größte Speicher für das Saatgut von Nutzpflanzen im norwegischen Spitzbergen. Er dient dazu, die Artenvielfalt bei den Pflanzen sicherzustellen, die für die Welternährung unerlässlich sind.

Weibliche Stimmgewalt

Kopfhörer

Wie in meinem „Ausblick auf 2020“ Blogpost angekündigt, will ich unter dem tag #Respect hier im Blog weiblichen Stimmen Gehör verschaffen. Jetzt nehme ich dieses Ansinnen einfach total wörtlich und starte mit weiblichen Gesangsstimmen.

Letztes Jahr bin ich 40 geworden. Damit einher gehen einige graue Haare, etwas mehr Gelassenheit und größere Selbstsicherheit als noch eine Dekade zuvor. Was sich nicht verändert hat: seit den frühen 90-er Jahren mag ich unter anderem Folk, Rock und Metal.

Ein paar Lieblingsbands von damals höre ich noch immer gerne. Sentenced, Amorphis, Therion und Tiamat sind mir ans Herz gewachsen. Mir gefällt die Mischung aus Melodie und Härte, aus schnellen und ruhigeren Passagen, dazu die düstere Stimmung. Das Album „Tales From The Thousand Lakes“, ein Death Metal Klassiker der finnischen Band Amorphis, feierte 2019 sein 25-jähriges Veröffentlichungs-Jubiläum. Es ist schön, wenn die musikalischen Helden mit einem älter werden und noch immer so tätig sind.

Hear her roar!

Über lange Zeit kamen in dem Genre bei mir keine größeren Neuentdeckungen dazu. Durch Spotify und Youtube ändert sich das und ich freue mich, neue Bands und Lieder zu entdecken. Bis 2019 kannte ich Metal Bands mit Sängern, die mit klarem und gutturalem Gesang spielten. Dazu kam ab und an eine klare, kraftvolle Frauenstimme, wie bei Nightwish oder Evanescence. Tarja Turunen, die frühere Sängerin von Nightwish, ist unverkennbar mit ihrer klassisch ausgebildeten Opern-Stimme.

Ein Wow!-Erlebnis letztes Jahr war die Erkenntnis, dass es auch Frauen im Metal gibt, die den gutturalen Gesang, also zum Beispiel das Growling beherrschen. Jetzt musste ich so alt werden um das rauszufinden!

Die erste Frau, die ich mit diesen Klängen gehört hab, war Angela Gossow, die frühere Arch Enemy Sängerin:

Growls von Männern und Frauen sind recht tief und klingen fast gleich, das finde ich ziemlich bemerkenswert, denn es berührt die klassischen Vorstellungen und Vorurteile wie Männer und Frauen zu sein haben.

Diese Vorstellungen werden im Rock und Metal sowieso neu ausgelegt, wenn Männer lange Haare tragen oder auch Make-up und manche mit super hohen Stimmen singen. Dann kann umgekehrt eine Frau aus dem sanft, lieb und nett Klischee ausbrechen und laut und stark auftreten.

Als Angela 2001 ganz neu auf ihrem Posten war, hatte die Band zunächst nicht veröffentlich, dass der neue Gesang von einer Frau kam und die Fans waren ziemlich überrascht, als es bekannt wurde.

Ihr Auftreten als Sängerin ist so wütend und aggressiv wie die Musik. Das passt perfekt und es fühlt sich als Frau befreiend an, dass hier mal eine Geschlechtsgenossin in einer Domäne wildert, die bisher Männer-Gebiet war. Sie ist nicht die einzige und nicht die erste Metal-Sängerin, dennoch scheint mir, sie verdient Respekt für diese Leistung und Vorbildfunktion.

Seit 2014 singt und growlt Alissa White-Gluz bei Arch Enemy und sorgt nach wie vor für Wow!-Momente.

Beim Stöbern nach weiteren Metal-Sangerinnen bin ich auf Youtube auf eine Podiumsdiskussion der Uni Köln von 2010 zum Thema „Heavy Metal and Gender“ gestoßen.

Hier erzählen vier Frontfrauen von ihren Erfahrungen, wie zur Musik und wie sie ihre ganz eigene Stimme gefunden haben.

Wer, wie ich, keinerlei Stimmbildung genossen hat und sich fragt, wie ein Growl-Gesang überhaupt entsteht und über längere Zeit ohne Stimmbandschaden ausgeführt werden kann, für den gibt es hier zum Abschluss noch einen Growl-Workshop, auch von 2010, mit Angela Gossow:

Termine im Kleingartenverein

 

Neun Stunden Gemeinschaftsarbeit pro Jahr:

So viele hat jede Gartenpächterin oder jeder Gartenpächter im Kleingärtnerverein Raichberg e.V. zu leisten. Ehepartner können sich gegenseitig vertreten. Die neuen Termine werden zu Jahresbeginn bekannt gegeben und stehen auch hier auf der Website.

Bei jedem Termin können drei Stunden abgeleistet werden. Dazu finden sich alle Willigen vor dem Vereinsheim ein und werden von der Organisatorin des jeweiligen Termins in Grüppchen eingeteilt. Mal gibt es Büsche zu schneiden oder den Spielplatz zu reinigen, eine Rumpelecke aufzuräumen oder auch einen gerade nicht verpachteten Garten wieder ansehnlich zu machen. Ich empfinde die Termine als eher öde Pflicht, aber sie gehen auch rum und hinterher gibt es Butterbrezeln. 🙂

Wasser auf und wieder zu:

Jetzt im Winter ist das Wasser in den Gärten abgedreht damit nichts einfriert. Die Wasseruhren der einzelnen Gärten sind abmontiert. Ende April werden sie wieder eingesetzt. Bis Ende Oktober steht uns dann Wasser aus der Leitung zur Verfügung. Allerdings versuchen wir zum Gießen möglichst das Wasser aus der Regentonne zu nutzen. Im trockenen Sommer 2019 war die jedoch auch öfter leer.

Versammlung & Feste:

Im ersten halben Jahr 2018 waren wir als Gartenneulinge beim Sommerfest dabei und haben Getränke- und Essensmarken verkauft. Leider war die eher volksmusikalische Beschallung der Veranstaltung so gar nicht unser Ding, so dass wir 2019 nicht dabei waren. Auch bei einer Haupt- bzw. Pächterversammlung des Vereins war ich noch nicht. Aber im Frühjahr 2020 gibt’s wieder eine Chance.

Das liebe Geld:

Bald kommt sicher die Jahresrechnung 2020. Im vergangenen Jahr waren es knapp unter 200,- EUR für unseren 3,35 Ar großen Garten. Die Rechnung setzt sich zusammen aus dem Mitgliedsbeitrag, der Gartenpacht, einer Umlage für die Wege, einer Versicherung und dem Betrag für den Wasserverbrauch des Vorjahres. Die Gartenpacht machte bei uns etwas weniger als die Hälfte des Betrags aus.

 

Die Eisheiligen:

Auch wenn sie nicht in der offiziellen Raichberg Terminliste stehen, sind die Eisheiligen Mitte Mai ein wichtiger Abschnitt im Jahr. Um diese Zeit kann nochmal Frost kommen und jungen Pflänzchen schaden. Daher ist es ratsam, erst Ende Mai mit dem Auspflanzen zu beginnen. Dann gibt’s auch wirklich kein Halten mehr! Wahrscheinlich quillen bis dahin die Fensterbretter unserer Wohnung nur so über vor neuem Grünzeug.