Diese Woche gibt es keinen ausführlich recherchierten Blogartikel zu meinem Wochenthema: Tiny Houses.

Wie sollte das auch gehen, in einer Woche, in der in Europa ein Krieg ausbricht? Der Überfall von Russland auf die Ukraine beschäftigt mich sehr. Ich verfolge die Nachrichten und versuche zu verstehen, was da passiert. Ich mache mir Gedanken, was ich machen würde, wenn der Krieg plötzlich in meiner Stadt ankäme. Wo würden wir Schutz suchen? Es tut gut zu hören, wie Europa einigermaßen einig zusammensteht und die Ukraine unterstützt. Meine Gedanken sind bei den armen und mutigen Leute, die ihre Freiheit verteidigen und damit auch die Werte unserer Demokratie.

Wie passt das zum Thema Tiny House?

Vielleicht insofern, dass dieses Haus-Konzept seine Bewohnerinnen und Bewohner herausfordert, sich gut zu überlegen, was ihnen wichtig ist. Sie müssen sich zum Beispiel auf ganz wenige Dinge beschränken. Dabei sind es gerade Dinge, von denen wir oft unheimlich viele haben und nur wenige, die uns wirklich etwas bedeuten.

Diese Woche habe ich nicht die Muse zum Recherchieren gehabt, aber ich stelle mir vor, der Schwerpunkt im Leben würde sich mit so einer Wohnform verschieben. Weg davon, sich um all den Kram zu kümmern, den man bei jedem Umzug wieder in Kisten packt und hin zu mehr Austausch mit Menschen. Austausch im Sinne von Gesprächen, aber auch gegenseitige Hilfe und Austausch von kurzfristig benötigten Sachen. In der Kommune hatten wir den Spruch: „Mehr Nutzen statt Besitzen“. Das Bild oben mit den Bauwägen im Schnee stammt auch aus unserer Zeit in der Kommune Waltershausen.

Einerseits hat es etwas sehr Individualistisches, sich so sehr mit sich selbst zu beschäftigen und alles zu optimieren, dass es in so ein Häuschen passt. Downsizing könnte man sagen, denn die meisten von uns müssten sich vorher von einem Haufen Zeug trennen. Andererseits wird man, glaube ich, durch diese Wohnform wirklich gezwungen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Sei es, weil man so ein Haus auf Rädern nicht einfach so alleine baut und bewegt. Sei es, weil neugierige Menschen einen auf das Ding ansprechen.

Was wären die wichtigsten Sachen, die ich im Fall einer Katastrophe retten wollen würde? Erinnerungsstücke, persönliche Dokumente? Wer das beantworten kann, hat schon einen Grundstock an Dingen, die mit in ein Tiny House einziehen würden.

Doch was wäre, wenn man sich von ganz viel trennen würde und nur noch die für einen wertvollsten Sachen hätte – und dann brennt das Haus ab? Wäre man dann schon so ans Loslassen gewöhnt, dass es vielleicht gar kein so herber Verlust wäre?

Konkrete Hausprojekte

Am Dienstag, den 1. März, kommt eine 37° Reportage im ZDF zum Thema Tiny House.  Ab 8 Uhr am Sendetag ist sie auch in der Mediathek zu sehen. Es wird darin u.a. über ein Tiny House Projekt in Esslingen am Neckar berichtet.

Auf YouTube gibt es ganz viel zu Tiny Houses zu sehen. Als Beispiel verlinke ich hier „The Tiny Difference“, die abenteuerliche Reise eines jungen Paares aus Berlin, das sich 2018 auf den Weg zum eigenen Häuschen gemacht hat und dieses in 2 Jahren auch gebaut hat. Ihre Erlebnisse haben sie in vielen Videos dokumentiert.

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