Teeschalen von Ken Matsuzaki

Beim Stöbern bin ich auf das Video von Ken Matsuzaki gestoßen, wie er Teeschalen dreht. Dabei fiel mir wieder ein, dass jemand mal meinte, in Japan würden die Töpferscheiben traditionell im Uhrzeigersinn laufen. Da ich es – aus Linkshänderbequemlichkeit – auch so handhabe, war es schön hier beim Zuschauen nicht umdenken zu müssen. Sonst versuche ich bei Vorführungen oder Lehrvideos gedanklich alles „auf links“ zu drehen.

Fasziniert an dem Film hat mich der Einblick in die Werkstatt, die Art, wie die Töpferscheibe versenkt ist und ihre Einfassung auch gleichzeitig die Sitzmöglichkeit bildet. Dazu ist es eine wunderbar leise fußbetriebene Scheibe, die zu der ruhigen, meditativen Atmosphäre beiträgt.

Interessant fand ich auch die Kommentare zum Video auf Youtube. Darin ging es u.a. um die Frage, was Perfektion ist. Bei der Masse an ebenmäßiger Industrieware wird vielleicht gerade eine Schale zum Ziel der Töpferei, die aussieht, als sei sie aus der Natur entstanden. Dabei sind die Unregelmäßikeiten, die Matsuzakis Teegefäße aufweisen, keine Fehler sondern ganz bewusst gesetzt.

Die Meisterschaft macht sicher aus, dass er wohl in der Lage wäre, absolut makellose Dinge herzustellen.

 

 

Linkshändertag

So nebenbei heut mitbekommen, dass ja Welt-Linkshändertag ist! Als selbst „Betroffene“ kann ich da nur sagen: Hoch die Tassen …

Frei wählen zu dürfen, mit welcher Hand mensch am liebsten arbeitet, ist schon ein großes Glück und ich bin sehr froh, nicht gegen meinen Willen umgeschult worden zu sein. Manche Sachen gehen tatsächlich besser mit der rechten Hand, eine Schere bedienen zum Beispiel.

Aber töpfern mach ich mit links. So dreht sich meine Scheibe auch immer schön im Uhrzeigersinn, während sie bei den meisten Töpfern gegen die Uhr läuft. Die Abdrehschlingen oder Ziehklingen hätte ich jedenfalls nicht mit rechts handhaben wollen, da wären zerschundene Finger und fliegende Tassen sicher an der Tagesordnung gewesen.

Ist also kein Wunder, wenn manche meiner Tassen den Henkel links und andere ihn rechts haben.