Stempel selbst gemacht

Set mit Linolschnittbesteck, fertigem Logo-Stempel und Stempelkissen

Das kleine Keramik-Imperium soll wachsen und gedeihen, also dachte sich Natali: ein Stempel muss her. Gehört schließlich irgendwie dazu. Sowas kann frau doch sicher selbst herstellen …

Ein Erfahrungsbericht

Vergraben in der Bastelkiste war da dieses lang schon auf einen Einsatz wartende Linolschnitt-Besteck. Das sollte mein Werkzeug sein. Als Material für den Stempel hab ich einen Radiergummi besorgt. Stempelkissen war schon vorhanden in der Schreibtischschublade.

Und weil frau aus Fehlern bekanntlich am besten lernt, hab ich zunächst schön mein Logo mit der abstrahierten Katze auf den Radiergummi gezeichnet. Genau so, wie es aussehen sollte. Anschließend mit Klinge und Geißfuß – so nennt sich das Messer mit der v-förmigen Schneide – eine Gummischicht rund um mein Motiv abgetragen. Erkenntnis dabei: das Motiv am besten mit einem etwas dickeren Stift aufmalen, denn die Linien sollen stehen bleiben. Sind sie zu dünn oder zu detailreich, ist schnell was mit dem Messer abgeschnitten und die ganze Mühe war umsonst.

Das alles ging schneller als gedacht, hat richtig Spaß gemacht und alle Finger sind auch noch dran. Allerdings, kleiner Wehrmutstropfen (oder eben Lerneffekt), ich hätte meine Katze natürlich spiegelverkehrt aufzeichnen müssen. So schaute sie mir vom Blatt als Stempelabdruck nun seitenverkehrt entgegen. Gut, das hab ich mir gemerkt! Wird sicher nicht der letzte Stempel sein, den ich mache.

Um einen Stempel mit Text zu erstellen, etwa mit einer Adresse, würde ich aber doch auf einen industriell gefertigten zurückgreifen. Recht günstig und unkompliziert geht das zum Beispiel mit einem Holzstempel per Online-Bestellung.

Teeschalen von Ken Matsuzaki

Beim Stöbern bin ich auf das Video von Ken Matsuzaki gestoßen, wie er Teeschalen dreht. Dabei fiel mir wieder ein, dass jemand mal meinte, in Japan würden die Töpferscheiben traditionell im Uhrzeigersinn laufen. Da ich es – aus Linkshänderbequemlichkeit – auch so handhabe, war es schön hier beim Zuschauen nicht umdenken zu müssen. Sonst versuche ich bei Vorführungen oder Lehrvideos gedanklich alles „auf links“ zu drehen.

Fasziniert an dem Film hat mich der Einblick in die Werkstatt, die Art, wie die Töpferscheibe versenkt ist und ihre Einfassung auch gleichzeitig die Sitzmöglichkeit bildet. Dazu ist es eine wunderbar leise fußbetriebene Scheibe, die zu der ruhigen, meditativen Atmosphäre beiträgt.

Interessant fand ich auch die Kommentare zum Video auf Youtube. Darin ging es u.a. um die Frage, was Perfektion ist. Bei der Masse an ebenmäßiger Industrieware wird vielleicht gerade eine Schale zum Ziel der Töpferei, die aussieht, als sei sie aus der Natur entstanden. Dabei sind die Unregelmäßikeiten, die Matsuzakis Teegefäße aufweisen, keine Fehler sondern ganz bewusst gesetzt.

Die Meisterschaft macht sicher aus, dass er wohl in der Lage wäre, absolut makellose Dinge herzustellen.

 

 

Mit Feuer und Rauch

Vor einiger Zeit habe ich ein Rauchbrand-Seminar bei der Leipziger Gefäßgestalterin Marie Helbig besucht, von dem ich schon längst berichten wollte. Der genaue Titel lautete „Pinchen, Polieren, Rauchbrand“. Neben dem eigentlichen Brand ging es also auch um Techniken zur Herstellung von Gefäßen.

Zunächst haben wir mit dem Pinchen, einer Fortführung der Daumen-Druck-Technik, Gefäße hergestellt. Wirklich erstaunlich, wie gleichmäßig sich runde Formen herstellen lassen – und das ganz ohne Töpferscheibe.

Die Oberflächen dieser Gegenstande wurden anschließend weiter bearbeitet, geschliffen und letztlich poliert, bis sie eine glänzend Oberfläche hatten. Auch das, eine ganz neue Erfahrung: dass Ton ohne Glasur und noch ungebrannt so glatt werden kann.

Dann kam der Brand selbst. Nachdem sie im Elektroofen einmal vorgebrannt waren, haben wir die Gefäße für den Brand vorbereitet und letztlich die Rauchbrandstelle mit ihnen bestückt. Feuer und Rauch taten ein Übriges…

Ein sehr schönes, lehrreiches Seminar, das Spaß gemacht und vor allem die Experimentierfreude sehr geschürt hat. Danke, Marie!