KW 15 – Goldfrapp

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich das Kätzchen vermisse. Im November 2020 mussten wir, nach nur 5 gemeinsamen Jahren, von Miki Abschied nehmen. Sie fehlt gerade an so einem eigentlich gemütlichen Samstag, wo Zeit wäre zum Spielen oder Kuscheln. Um die Zeit zu füllen habe ich dieses Jahr begonnen, mich wöchentlich mit einer anderen Band zu beschäftigen und darüber zu bloggen. KW 15 kommt musikalisch ruhiger daher, was gerade ganz gut zu meiner Stimmung passt.

Diese Woche stand eine Frau im Vordergrund: Alison Goldfrapp. Gemeinsam mit ihrem Duo-Partner Will Gregory bildet sie seit 1999 die Band Goldfrapp. Inzwischen haben sie sieben Alben mit elektronischer Musik veröffentlicht. Eine knappe Übersicht der Bandgeschichte gibt’s bei laut.de.

Die Stücke der Band sind teils sehr ruhig und zart, teils rhythmisch, sexy und tanzbar. Eigentlich eine ziemliche Bandbreite. Es empfiehlt auf jeden Fall, der Musik mit guten Kopfhörern zu lauschen.

Hier ist ein Fundstück, das einfach unglaublich britisch daherkommt, wie ein Monty Python Video und schon beim Zusehen happy macht:

Bei dem Versuch, die Musik von Goldfrapp zu beschreiben, kam mir Depeche Mode in den Sinn. Tatsächlich gibt es gemeinsame Veröffentlichung mit Depeche Mode Sänger Dave Gahan beim Stück „Ocean“ vom aktuellen Goldkrapp-Album „Silver Eye“ (2017). Die Verbindung passt sehr gut, finde ich. Die Stimmung ist völlig anders als beim ulkigen „Happiness“. So düster und hypnotisierend. Volume up!

Was vielleicht auch als Vergleich passt, ist die Musik von „Moloko“ oder „Röyksöpp„.

Eines der ersten Stücke, an das ich mich von Goldfrapp erinnere, ist „Utopia“ vom 2000er Debüt-Album „Felt Mountain“. Das ganze Album ist sanft und unaufgeregt. Die Stimme von Alison ist klar und der Gesang wirkt ganz leicht.

Bis zu dieser Woche wusste ich nicht, dass sie so viele kreative Musikvideos gemacht haben. Hier gibt’s die ganze Sammlung bei Youtube. Alle bis ins Detail perfekt produziert und mit künstlerischen, originellen Ideen.

Aber auch bei Live-Auftritten machen sie eine gute Figur. Hier ein Video vom Glastonbury Festival 2014:

„Strict Machine“ ist eines der tanzbaren Stücke vom 2. Album „Black Cherry“ (2003). Darauf gibt es auch das Stück „Train“, was sich für mich ehrlich gesagt ziemlich ähnlich anhört. Aber eben auch ähnlich gut!

 

KW 14 – Foreigner

 

Mit „Foreigner„, der Band der Woche, habe ich mich schwer getan. Das lag vor allem an Alltagsdingen, die mich in Beschlag genommen haben. Auf der Arbeit war viel zu tun und ich bin ich mittendrin, Jungpflanzen für die diesjährige Gartensaison heranzuziehen. Auch heute werden noch einige Pflänzchen in Einzeltöpfe versetzt:

 

So blieb kaum Muse zur Beschäftigung mit der Band. Dabei gibt’s einige Hits von Foreigner, die vielen sicher bekannt sind: „Cold as Ice“, „Waiting for a Girl Like You“ oder „Urgent“. Mir gefällt besonders „Juke Box Hero“ vom Album „4“ von 1981.

Hier ist eine Acoustic Live Version von 2012. Dabei erzählt Gitarrist Mick Jones die Geschichte, die das Lied inspirierte:

Der Sänger im Video ist Kelly Hansen. Er ist seit 2005 Lead-Sänger und übernahm den Posten vom ursprünglichen Sänger Lou Gramm.

Die Band gibt es schon richtig lang. Sie wurde 1976 in New York von einigen britischen und US-Amerikanischen Musikern gegründet. Musikalisch sind sie dem Hard Rock zuzuordnen. Optisch erinnert mich Kelly Hansen an eine Mischung aus Steven Tyler und Jon Bon Jovi. Bei Wikipedia bin ich auf den Begriff AOR gestoßen: Adult Orientated Rock. Was eher unspannend klingt. Damit ist eher keyboardlastiger, sauber produzierter und auf kommerziellen Erfolg ausgerichteter Rock gemeint. Andere Begriffe sind Stadion Rock, Mainstream Rock oder Classic Rock.

Wenn auch keine Spur heavy, rockig waren sie ursprünglich auf jeden Fall. Hier ist „Hot Blooded“ vom Album „Double Vision“ 1978 mit Sänger Lou Gramm:

 

KW 13 – Extrabreit

Die Band der Woche hat schon etliche Jahre auf dem Buckel, kommt aus Deutschland und rockt. Schon wieder Accept? Nein! Extrabreit – aus Hagen.

Die haben letztes Jahr ein neues Album veröffentlicht, das mächtig Schwung hat. „Auf Ex!“ (2020) ist Punkrock, wie er auch von den Toten Hosen oder den Ärzten kommen könnte. Die zweite Single daraus ist „Vorwärts durch die Zeit“: Herren vorangeschrittenen Alters sinnieren über das was war und das, was noch kommen mag. Erinnert mich inhaltlich wirklich an „The Best Is Yet To Come“ vom letzten Accept Album:

Ihre Anfänge hatte die Band im Punk. Das war Ende der 70er Jahre. 1980 kam ihr erstes Album raus, mit dem genialen Namen „Ihre größten Erfolge“.

1981 folgte das Album „Welch ein Land! – Was für Männer:“, ein Jahr später „Die Rückkehr der phantastischen 5“.

Auf diesen ersten drei Veröffentlichungen waren Hits wie „Hurra, hurra, die Schule brennt„, „Flieger, grüß mir die Sonne“, „Polizisten“ und „Kleptomanie“. Damit waren Extrabreit mitten in der Neuen Deutschen Welle (NDW) gelandet.

Im Vergleich zum Klamauk von Liedern wie „Hurra, hurra, die Schule brennt“ ist „Polizisten“ langsamer und düsterer im Aufbau des Stückes:

Die großen Erfolge feierte die Band in den 80er und frühen 90er Jahren. Anfang der 90er bin ich auf sie aufmerksam geworden, als sie gerade mit Hildegard Knef das Stück „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ neu herausbrachten.

Bei Extrabreit gab es immer wieder Besetzungswechsel, dann wurde es einige Zeit still um sie und sie versuchten sich an Solo-Projekten. Der harte Kern der Band waren und sind Sänger Kai „Hawaii“ Schlasse, Gitarrist Stefan „Kleinkrieg“ Klein und Schlagzeuger Rolf Möller. Kai Hawaii ist ursprünglich Comiczeichner. Inspiration zum Bandnamen lieferte ein fetter Marker von edding, der als „Extrabreit“ bezeichnet wurde.

Die NDW-Stücke sind zu Klassikern geworden, doch mir gefallen die neuen Rock-Pop-Punk-Sachen auch gut. Die Band wirkt frisch, voller Energie und man hört den Spaß an der Sache raus.

Hier noch die erste Single „Die Fressen aus dem Pott“ vom 2020er Album. Zu Beginn wird ein Interview-Ausschnitt von 1996 eingespielt mit der Frage: „Warum gibt es Extrabreit noch?“ – Antwort von Kai Hawaii: „Das liegt einfach daran, dass wir noch leben.“

 

 

 

 

 

KW 12 – Buffalo Springfield

Diese Woche hatte ich Urlaub und ich gestehe, nicht viel Recherche zu Buffalo Springfield betrieben zu haben. Statt dessen war Gartenarbeit angesagt und Faulenzen. Einen Ohrwurm hatte ich aber doch immer dabei: „For What It’s Worth“ (1967)

Das Lied ist ihr größter Hit und erhält die bemerkenswerte Zeile: „Nobody’s right if everybody’s wrong“. Tatsächlich ist die Zeile der Grund, weshalb sie überhaupt im 52-Bands Projekt gelandet sind. Geschrieben wurde es von Stephen Stills. Er verarbeitet darin Auseinandersetzungen zwischen jungen Leuten und der Polizei auf dem Sunset Strip in Hollywood. Zu der Zeit wurde die Gegend um den Rock Club Whisky  A Go Go immer beliebter und zog Massen von Rock Fans an. Um dem Treiben Herr zu werden, wurde 1966 eine Ausgangssperre und strenge Gesetze gegen das Herumlungern erlassen. Was die Musikfans wiederum als Beschneidung ihrer Bürgerrechte empfanden.

Buffalo Springfield haben zusammen nur drei Alben veröffentlicht. In der kurzen Zeit ihres Bestehens haben sie jedoch wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung der amerikanischen Folk-Musik gelegt. 1997 wurden sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Band formierte sich aus drei Kanadiern: Neil Young, Bruce Palmer, Dewey Martin und zwei Amerikanern: Stephen Stills und Richard Furay.

Politische Lieder

Nach ihrer Auflösung bildete sich mit Crosby, Stills & Nash eine neue Supergroup, der sich auch Neil Young später anschloss. Deren Gesang ist harmonisch und die Inhalte der Lieder sind oft politisch engagiert. Ein Beispiel ist das Stück „Ohio“ (1970), bei dem es darum geht, dass vier Studenten, die gegen den Vietnamkrieg protestierten, von der Ohio National Guard erschossen wurden.

Auch Crosby, Stills & Nash wurden 1997 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Von Neil Young kannte ich bereits einige Stücke. So war es schön, in dieser Woche ein paar Solo-Sachen von Stephen Stills zu entdecken. Mir gefällt sein Gitarrenspiel und die Art, wie in den Liedern Geschichten erzählt werden. Im Ohr geblieben sind mir von seinem Album „Stills Alone“ (1991) das Stück „Blind Fiddler“ und „Treetop Flyer“. Bei letzterem Titel geht es um US-Piloten, die aus dem Vietnamkrieg zurückkehren. Da sie in der Heimat keine richtige Anstellung finden, verdienen sie sich ihr Geld als Schmuggler mit besonderem Fluggeschick. Der Klang der Gitarre und der Inhalt haben mich „On the Border“ von Al Stewart erinnert.

 

KW 11 – The Police

London Calling: diese Woche waren „The Police“ dran! Als ich das Zettelchen mit dem Bandnamen aus der Losbox gezogen habe, hatte ich sofort „De Do Do Do, De Da Da Da“ (1980) im Ohr:

Das Video passt gerade noch so in die Jahreszeit. Drei Herren im Schnee beim Rumalbern. Diese angenehme Leichtigkeit und Munterkeit verbinde ich mit der Musik der Band.

Diese  Woche war die letzte vor meinem lang ersehnten Urlaub. Entsprechend ausgelaugt war ich und hatte keine Muse zur Recherche. Gestern haben Matthias und ich kurzerhand eine dreiviertelstündige Police Dokumentation auf YouTube gesehen, aus der ich einige Erkenntnisse mitgenommen habe.

Der Anfang

Die Gruppe hat sich 1977 in London zusammengefunden. Ihre Mitglieder: Stewart Copeland (Schlagzeug), Sting (Bass & Gesang), Andy Summers (Gitarre). Zur Gründungstruppe gehörte auch der aus Korsika stammende Gitarrist Henry Padovani. Jedoch trennten sich die Wege schnell, da Summers versierter war als der vom Punk kommende Padovani.

Während eine Band wie Rush über Jahrzehnte hinweg als harmonisches Trio funktioniert, muss bei The Police die Stimmung von Beginn an explosiv gewesen sein. Vor allem zwischen Copland und Sting gab es immer wieder Konkurrenzgehabe und teils richtig physische Rangeleien.

Die Musik

In die ersten Alben habe ich reingehört und bin allein schon über die ungewöhnlichen Album-Namen gestolpert: „Outlanders D’Amour“ (1978), „Regatta De Blanc“ (1979) und „Kenyatta Mondatta“ (1980).

Das Stück „So Lonely“ vom Debütalbum ist wahrscheinlich meine erste Begegnung mit The Police. Noch immer super und was mir nicht klar war, mit einem schön schrägen Video dargeboten:

Das „So Lonely“ Video erinnert mich an den Film „Subway“ (1985) von Luc Besson, mit so tollen Charakteren wie Isabel Adjani, Jean Reno oder Christopher Lambert.

In der Dokumentation wurde angesprochen, dass die Musiker zwar Inspiration aus dem Punk zogen, aber tatsächlich eigentlich in ihrem Können viel besser waren als eine reguläre Punk-Band. Die Stücke sind kurz, knackig und mit Tempo, allerdings auch mit Ska oder Reggae Elementen.

Das Ende

In den 80er Jahren wurden The Police zu Superstars. Teilweise zerbrachen ihre Ehen unter der neuen Situation. Auch die Bandmitglieder selbst gingen 1986 getrennte Wege. Vor allem Sting, der nach und nach das Songwriting übernommen hatte, startete eine Solokarriere.

Ab und an gab es später kleine Reunions. Eine offizielle Auflösung der Band gab diese erst 2008 nach ihrer Welttournee bekannt. Alles vorher wurde als längere Schaffenspause betrachtet.

Dennoch schön, was uns die Band hinterlassen hat. Die Energie, mit der die drei bei der Sache waren wird immer wieder spürbar.

In diesem Sinne: „Every little thing she does is magic“ (1981) vom Album „Ghost in the Machine“.

Das Leben geht weiter und die Musiker widmeten sich ihren eigenen Projekten.

Für die weitere Recherche habe ich mir vorgenommen, mal in die vielen Alben von Sting reinzuhören. Klar, vieles Hits sind schon bekannt, doch da gibt’s bestimmt noch Überraschungen zu entdecken.

KW 10 – Accept

Hart, schnell, auf den Punkt und ohne unnötige Schnörkel: so war meine musikalische Hintergrundstimmung diese Woche. Accept haben mich positiv überrascht!

Die Band wurde 1971 in Solingen gegründet. Sie hat schon einige Jahrzehnte, viele Besetzungswechsel und Zeiten der Auflösung auf dem Buckel. Ihr Debütalbum „Accept“ kam 1979 raus, in meinem Geburtsjahr. Ich habe erst gar nicht versucht, nachzuvollziehen, wer wann aus- und eingestiegen ist. Umso faszinierender finde ich, dass sie musikalisch so konstant und gut geblieben sind.

Den Stil von Accept würde ich als klassischen Heavy Metal bezeichnen, mit einer Tendenz zum Speed. Er ist eingängig und direkt, wenn auch weniger Rock’n’Roll groovig als Motörhead. Ihr Hit „Fast As A Shark“ (1982) gilt als eines der ersten Speed-Metal Stücke.

Neben dem Namen Accept ist v.a. der Name ihres ursprünglichen Sängers Udo Dirkschneider bekannt. Seit 2009 hat der US-Amerikaner Mark Tornillo seinen Posten übernommen. Durch den knarzigen Gesang sowohl von Udo als auch von Mark klingen sie ein wenig nach AC/DC.

Ehrlich gesagt, hört sich für mich die 2019er Accept Single „Life’s a Bitch“ mehr nach AC/DC als deren eigene 2020er Single „Shot in The Dark“. Die könnte auch von ZZ-Top sein.

In den 1980ern wurde Accept neben den Scorpions zu einer international bekannten und geschätzten deutschen Band aus dem Hard’n’Heavy Bereich. In dieser Zeit habe sie ein Album nach dem anderen rausgehauen.

Hits zu finden ist nicht schwer.

Zwei gut gealterte Klassiker sind zum Beispiel auf dem Album „Restless and Wild“ (1982): „Fast As A Shark“ und „Princess of the Dawn“.

1983 dann „Balls To The Wall“ vom gleichnamigen Album. Ebenfalls ein unbedingter Hörtipp: „Metal Heart“ (1985) vom ebenso betitelten Album. Auch schön in der Coverversion von den Norwegern Dimmu Borgir.

Bei der Recherche springe ich gerne durch die Jahrzehnte. Im Januar 2021 haben Accept mit „Too Mean To Die“ ein neues Album veröffentlicht. Bei dem interessierte mich einerseits, wie sie heute klingen, andererseits wovon sie eigentlich singen.

Das ganze Auftreten der Band, das Genre Heavy Metal an sich, die Covergestaltung und die Liedtitel spielen ja gerne mit zur Schau gestellter Männlichkeit, Aggressivität und Härte.

Das ist mir diese Woche vielleicht besonders aufgefallen, da am 8. März der internationale Frauentag und am 10. März der Equal Pay Day waren. Übrigens, wie die kluge Auma Obama kürzlich in der Talksendung „Kölner Treff“ gesagt hat: der internationale Frauentag sollte uns dazu dienen, Resümee zu ziehen, wo wir bei der Gleichberechtigung stehen. Soll heißen, es ist nicht ein Feiertag, wie der Muttertag, wo Frau ein paar Blümchen bekommt und gut.

Darf ich als emanzipierte Frau diese scheinbare Macho-Mucke überhaupt gut finden?

Ja, darf ich! Denn ich glaube, dass viel von dem Auftreten einfach Show ist und durchaus mit einem Augenzwinkern gesehen werden kann. Tatsächlich haben mich bei genauerem Hinsehen auch einige Texte positiv überrascht.

Bei „Balls To The Wall“ geht es darum, dass Unterdrückte aufstehen und sich wehren. Man kann sagen, es geht um Menschenrechte.

 

Ein paar Fundstücke vom aktuellen 2021er Album:

In „Overnight Sensation“ geht es um die Aufmerksamkeit und Selbstbestätigung im Internet, nach der manche Menschen geradezu süchtig sind, ohne relevante Inhalte zu veröffentlichen.

In „No Ones Master“ geht es um Lügen, die manche Medien verbreiten, dadurch Wut und Hass schüren und letztlich die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößern. Es geht darum, nach dem eigenen Gewissen zu handeln und weder Herr noch Sklave sein zu wollen, sondern nach Gleichberechtigung zu streben.

In „How Do We Sleep“ geht es um unsere Verantwortung für die Welt. Was passiert, wenn die guten Leute sich zurückziehen und den bösen das Feld überlassen?

Und dann wieder geht es einfach nur vergnügt provokant und morbide zu, wie bei „The Undertaker“ in der Geschichte vom geschäftigen Leichenbestatter. Die Figur aus dem Video gäbe einen respektablen Ersatz für Joaquin Phoenix im Film „Joker“ ab:

Was noch gesagt sei, sie können auch ruhig. Das Stück „The Best Is Yet To Come“ ist eine wunderschöne kraftvolle Ballade.

 

KW 9 – Rush

Diese Woche war wieder sehr von Arbeit geprägt und ich bedaure es, nicht mehr Zeit und Muse für die Band der Woche gefunden zu haben. Immerhin gab es am Freitag ein freudiges Ereignis: mein Vater hat die erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Den zweiten Termin gibt’s auch schon Ende des Monats. Das ist wirklich ein Lichtblick!

Auf die Kanadier Rush war ich vorfreudig neugierig, seit ich in der SAGA-Woche den Rush Song „Tom Sawyer“ gefeiert habe. Ganz passend zum Gesundheitsthema habe ich eine Aufnahme entdeckt, bei der sie 2003 auf einem Benefizkonzert in ihrer Heimatstadt Toronto auftreten. Es war das SARS-Stock Festival, das helfen sollte, Torontos Wirtschaft nach dem SARS Ausbruch wieder anzukurbeln:

Warum sie Waschmaschinen auf der Bühne haben, kann ich nicht sagen. Die Basics kommen aber gut rüber: drei gut eingespielte Herren, die routiniert und mit Freude miteinander Musik machen. Alex Lifeson an der Gitarre, Geddy Lee mit Gesang und Keyboard und Neil Peart am Schlagzeug.

Die Band kann auf eine lange Geschichte, viele Platten, viele Ehrungen und ein beständiges Line-up zurückblicken. Markant finde ich vor allem die hohe Stimme von Geddy Lee, den treibenden Bass und die vielen kleinen Ornamente und Stilwechsel, die in den Stücken von Rush zu entdecken sind.

Gegründet 1968, aufgelöst 2018, sind sie dem Hard Rock oder Progressive Rock zuzuordnen. Ein Stück, das sich beispielsweise schön Zeit nimmt zur Entwicklung von allerlei Klängen, ist das 11-minütige „Xanadu“ (1977) vom Album „A Farewell to Kings“: der Gesang setzt erst nach fünf Minuten ein.

Auch ein tolles Lied: „Spirit of the Radio“ (1980) vom Album „Permanent Waves“, bei dem nach ca. 4 Minuten sowas wie ein Reggae-Rhythmus reinkommt.

Das Video ist 2020 anlässlich des 40-Jubiläums des Songs entstanden. Es endet mit dem Bild eines leeren Schlagzeugs und der Unterschrift: „In memory of our brother Neil Peart“.

Der Schlagzeuger und Texter zog sich 2015 aus der Öffentlichkeit zurück. Er starb 2018 nach dreijähriger Krankheit, woraufhin die verbleibenden Mitglieder das Ende von Rush bekannt gaben. Er scheint ein sympathischer und kreativ begabter Mensch gewesen zu sein, der von seinen Freunden sehr vermisst wird.

Umso schöner, dass er 2013 noch miterleben durfte, wie Rush in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Eine flammende Rede zur Zeremonie kam von Dave Grohl und Taylor Hawkins von den Foo Fighters:

Es lohnt sich übrigens, die Rush Acceptance Speeches at the 2013 Rock & Roll Hall of Fame Induction Ceremony anzuschauen. Fast schon Kleinkunst 🙂

 

 

KW 8 – Cream

Diese Woche ging es musikalisch ins Vereinigte Königreich. Dort fanden sich 1966 in London drei Herren zusammen um die Rockband „Cream“ zu gründen: Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce. Alle drei waren vorher bereits mit erfolgreichen Bands unterwegs gewesen, so dass Cream direkt als „Supergroup“ bezeichnet wurde.

I Feel Free

Noch am Montag hätte ich spontan kein einziges Stück von Cream nennen können. Schnell stellte sich jedoch bei der Recherche heraus, dass sich hinter dem Label Cream einige wohlbekannte Ohrwürmer verbergen. Das Stück „I Feel Free“ (1966) ist vom Debütalbum „Fresh Cream“ und einer davon.

White Room

Das Stück „White Room“ (1968) vom Album „Wheels of Fire“ wurde von Songtexte Peter Brown geschrieben. Von ihm stammen auch die Texte zu „I Feel Free“, „SWLABR“ und „Sunshine of Your Love“. Cream existierte nur drei Jahre. 1968 löste sich die Band auf, doch Peter Brown schrieb noch weiter 46 Jahre lang Stücke zusammen mit Jack Bruce. Spannend wäre sicher, sein Wirken als Ausgangspunkt für weitere Recherche zum Thema Beatmusik der 1960-er Jahre zu nehmen. Noch tiefer graben ließe sich unter dem Stichwort „Beat Generation“, was auf eine Strömung in der US-Literatur vor allem in den 50-er Jahre zurückzuführen ist. Aber ich schweife ab.

Strange Brew

„Strange Brew“ (1967) vom Album „Disraeli Gears“ ist die erste Single von Cream mit Eric Clapton als Leadsänger. Clapton war mir vorher schon ein Begriff als Solo-Künstler und berühmter Gitarrist. Vor allem Stücke wie „Layla“ (1971) und „Tears in Heaven“ (1992) kannte ich.  Wobei mir nicht klar war, dass „Layla“ schon so viele Jahre auf dem Buckel hat. Ich kannte es aus MTV-Zeiten von seinem 1992-er Unplugged Album. Auch die Sachen von Cream sind gut gealtert und durchaus heute noch hörbar!

KW 7 – Van Halen

Meistens schreibe ich am Samstag meinen Eintrag hier von der Band der Woche. Gestern war das Wetter so sonnig und mild, dass Matthias und ich den Tag im Garten verbracht und die Bäume geschnitten haben. Aus allen Ecken der Kleingartenanlage konnte man ähnliche Sägegeräusche hören. Unsere Nachbarn waren da und wir haben natürlich das ein oder andere Schwätzchen gehalten. In Bezug auf das 52-Bands-Projekt kam die Anfrage, doch Slayer mit in die Losbox zu schmuggeln. Ob das wirklich geschehen wird?

Aber zur Band der Woche: Van Halen

Ein Song, der mir direkt eingefallen war, ist „Jump“ (1983) und dazu die akrobatischen Sprünge von Sänger David Lee Roth. Überhaupt, die Videos aus der Zeit, die Haare, die bunten engen Klamotten.

 

Glam-Rock at its best. Erinnert mich an alte Sachen von Bon Jovi: Ausgelassene gute Laune Rockmusik aus den USA. Die Band formierte sich 1972. Zum Kern gehörten Gitarrist Eddie Van Halen, sein Bruder Alex am Schlagzeug und Sänger David Lee Roth.

Eddie starb im letzten Jahr, mit nur 65 Jahren. Er war als Junge 1962 mit seiner Familie von den Niederlanden in die USA emigriert hieß mit zweitem Namen Lodewijk. Sein Sohn Wolfgang, ebenfalls nach einem großen Komponisten benannt, spielt auch ganz ordentlich Gitarre und war länger Mitglied der Band. Van Halen lösten sich 2020 nach Eddies Tod auf.

Zeitlebens galt er als ausgezeichneter Gitarrist. Er perfektionierte vor allem die Spieltechnik des Tapping. Zu hören ist es auf dem Solo „Eruption“.

 

Sänger David Lee Roth verließe die Band 1985 und wurde durch Samy Hagar ersetzt. Die erste Platte nach seinem Ausstieg trug den Titel 5150, was laut Wikipediaeintrag bei Van Halen der Name des Studios war, laut Eintrag bei David Lee Roth der Polizeicode für einen Psychopathen und auf Roth anspiele, von dem die Band sich im Streit getrennt hatte.

Ein Stück, das ich aus zunächst nur als Apollo 440 Cover „Ain’t talkin‘ ‚bout dub“ (1997) kannte, ist „Ain’t talkin‘ ‚bout love“, veröffentlicht 1978 auf dem Debütalbum „Van Halen“:

Auch wieder mit markantem Gitarren-Riff, was Apollo 440 einen Hit mit der Cover-Version bescherte.

KW 6 – Herbie Hancock

Jazz, Jazz, Jazz … steht diese Woche auf dem Programm. KW 6 gehört Herbie Hancock, von dem ich – unwissentlich – zuvor gerade mal zwei Stücke kannte. Ja, Jazz ist nicht wirklich meine Welt, ich bewege mich auf fremdem Terrain.  Dafür ist es eine willkommene Abwechslung, mal die eigenen Hörgewohnheiten zu umgehen.  Seit dem Helge Schneider Film „Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm“ (2004), ist „Jazz, Jazz, Jazz…“ jedenfalls ein fester Ausdruck bei Matthias und mir, wenn die entsprechende Musik irgendwo läuft.

Ein Stück, das ich kannte, ist „Cantaloupe Island“ (1964) vom Album „Empyrean Isles“:

 

Bei meiner Twitter-Umfrage kamen direkt einige Hörtipps. Zu Beispiel das Debütalbum „Takin‘ Off“ (1962) oder das Album „Maiden Voyage“ (1965). Die Stücke „Rockit“ (1983) oder „Watermelon Man“ (1973).

Auch beim ersten Stöbern wurde klar, der Mann kann was, hat unheimlich viel Kreatives geschaffen und wird dafür hoch geschätzt. Er ist mit seinen über 80 Jahren auch noch immer musikalisch aktiv.

Mit viel Hintergrundwissen kann ich diese Woche nicht aufwarten. Hancock ist Buddhist und mit einer Deutschen verheiratet. Er hat mit Miles Davies gespielt und viele Grammy Awards gewonnen. Die Geschichte des Blue Note Labels fand ich ganz spannend. Dort kam seine erste Platte raus. Das Label wurde 1939 in New York von deutschen Flüchtlingen gegründet, die vor den Nationalsozialisten geflohen sind.

Ich empfehle einfach, hört’s Euch selbst an! Da sind so viele unterschiedliche Klänge dabei, klassischer Jazz, Funk, Fusion und Kooperationen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern.

Hier noch das Stück „Rockit“ vom Album „Future Shock“. Im Vergleich zum entspannten „Cantaloupe Island“ ein völlig anderer Sound. Das etwas verstörende Video lief bei MTV rauf und runter. Klingt, wie wenn Leute (die’s können) dazu Breakdance tanzen könnten: