KW 30 – Bad Religion

Den ganzen Tag schon habe ich einen NOFX Song im Ohr. Dabei ist die aktuelle Band der Woche Bad Religion. Also, gleich mal einen neuen Ohrwurm gesetzt: „Generator“ vom gleichnamigen 1992er Album:

NOFX waren erst kürzlich dran, in Woche 26. Damals hatte ich Bad Religion schon angesprochen, denn beide Bands habe eine gemeinsame kalifornische Herkunft und gründeten sich mit nur wenigen Jahren Unterschied.

Hier gibt’s direkt noch ein Video, in dem Fat Mike von NOFX sich in einen Bad Religion Auftritt einmischt:

Sie scheinen sich ja zu verstehen und den Spaß mitzumachen.

Die Geschichte von Bad Religion begann 1979 oder 1980, die Quellen machen da unterschiedliche Angaben. Die Band wurde gegründet von Sänger Greg Graffin, Gitarrist Brett Gurewitz, Bassist Jay Bentley und Drummer Jay Ziskrout.

Gurewitz war außerdem Gründer des Independent Plattenlabels Epitaph. Bei diesem veröffentlichten Bad Religion 1982 ihre erste Platte „How Could Hell Be Any Worse?“ Später wechselten sie zum Majorlabel Atlantic. Dort wurde 1994 ihr bekanntestes Album „Stranger Than Fiction“ veröffentlicht. 2001 kehrten sie zu Epitaph zurück.

Matthias meinte vor einiger Zeit, Bad Religion klingen braver als NOFX. Da ich nun inzwischen auch ein paar Lieder von beiden Bands kenne, würde ich dem zustimmen. Die Musik von Bad Religion ist auf jeden Fall Punk, mit ihren schnellen und kurzen Songs. Die Lieder sind alle aber auch sehr harmonisch, teils mit mehrstimmigem Gesang.

Zum Inhalt der Songs betont Sänger Graffin immer wieder, dass Bad Religion eine Möglichkeit sei, über Themen zu sprechen, die ihnen wichtig seien: Bildung, Offenheit für neue Ideen und Aufklärung. Ebenso die Gegensatzpaare: Glaube und Wissenschaft, Vernunft und Unvernunft. Ein recht akademischer Ansatz, könnte man sagen. Dazu zu kommt, dass Graffin promovierter Evolutionsbiologe ist und Vorträge an der Universität von Kalifornien (UCLA) gehalten hat.

2019 kam mit „Age of Unreason“ das 17. Studio-Album der Band heraus. Hier gibt’s eine kurze Doku und Interviews zur Veröffentlichung.

Bad Religion existieren jetzt seit etwa 40 Jahren. Es gab einige Besetzungswechsel und Pausen, doch die Anfangstruppe, bestehend aus Sänger, Gitarrist und Bassist, besteht auch noch heute. Sie sind inzwischen ältere Herren, die nicht wirklich nach Punk aussehen. Sänger Graffin sieht eher aus wie Bruce Willis. In einem Interview bemerkte er, dass die Band jedes Jahr älter wird, die Leute im Publikum aber größtenteils junge Menschen sind. Also sei es gar nicht so anders, wenn er an der Universität Vorlesungen halte.

Tempo können sie aber nach wie vor. Habe heute das ganze „Age Of Unreason“ Album gehört und für gut befunden. Hier kommt „Do The Paranoid  Style“:

KW 29 – Soundgarden

Wieder ist eine Woche vorbei. Es war abwechselnd warm und regenreich. Im Garten sind sämtliche Tomatenpflanzen eingegangen. Vermutlich von der Braunfäule dahingerafft. Ein trauriger Anblick, auch in den Nachbargärten. So viel Mühe ging da rein, die Pflänzchen aus Saatgut zu ziehen und durch das kalte Frühjahr zu bringen. Jetzt hingen schon die ersten Früchte dran.

Die Band der Woche ist die US-amerikanische Band Soundgarden aus Seattle.

Leider hatte ich kaum Muse, mich auf sie einzulassen. Immerhin habe ich sie gestern über Kopfhörer im Garten gehört um den schrecklichen Volksmusik-Soundcheck vom Kleingarten-Sommerfest zu übertönen.

Bekannt ist Soundgarden vor allem durch das Stück „Black Hole Sun“ vom 1994er Album „Superunknown“:

Ein Stück, das ich noch nicht kannte, das mir aber gut gefällt, ist „Fell On Black Days“ vom selben Album:

Es versetzt mich zurück in die 90er, die große Zeit der Grunge-Bands, zu denen auch Soundgarden zählten. Da gab es außerdem Pearl Jam, die Stone Temple Pilots oder Alice in Chains. Ganz groß waren natürlich Nirvana. Der Tod von Sänger Kurt Cobain 1994 hat uns zu Schulzeiten ziemlich schockiert.

Soundgarden wurde 1984 gegründet. 1997 löste sich die Band für einige Jahre auf und ihre Mitglieder gingen eigene Wege. Ganz spannende finde ich die gemeinsamen Projekte, die immer wieder Musiker unterschiedlicher Bands zusammenführten.

So fanden sich zum Beispiel bei der Band Audioslave die Instrumentalisten der Band Rage Against The Machine mit Chris Cornell als Sänger zusammen. Ziemlich cool ist der Audioslave-Song: „Show Me How To Live“. Allein schon wegen des Videos mit US-Car Verfolgungsjagd à la „Ein ausgekochtes Schlitzohr“.

Zwischen 1990 und ’92 gab es die Supergroup „Temple Of The Dog“ mit Eddie Vetter (Pearl Jam) und Chris Cornell (Soundgarden) als Sänger. Schön, die beiden markanten Stimmen zusammen in einem Lied zu hören:

Soundgarden fanden 2010 wieder zusammen. Sie brachten 2012 mit „King Animal“ noch ein Studioalbum heraus. Tragischerweise nahm sich Cornell 2017 das Leben, was zur endgültige Auflösung der Band führte.

Der Bandname Soundgarden bezieht sich übrigens auf eine Klangskulptur in einem Park in Seattle. Der Ort wurde zu einer Gedenkstätte für den verstorbenen Musiker.

 

KW 28 – Joy Division

Eine seltsame Woche war das. Der Sommer macht Pause, dafür regnet es immer wieder heftig. Die Nachrichten sind voller Berichte von überfluteten und zerstörten Orten in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein-Westfalen und Belgien. Viele sind gestorben, mehrere tausend Menschen aktuell vermisst.

Auf der Arbeit stand ein Abschied von einem lieben Kollegen an. Ende und Neubeginn stehen so nah beieinander. Im Ethnologie-Studium hatten wir das Thema Übergangsriten, auf Französisch „Rites de Pasage„. Daran musste ich jetzt denken. Die Übergangsriten dienen u.a. dazu, den unsicheren Zustand zwischen zwei Lebensabschnitten abzusichern.

Zu diesem etwas nachdenklichen Gemütszustand passt die Band der Woche: Joy Division.

Ich kannte mal wieder nur ein einziges Lied: „Love Will Tear Us Apart“ von 1980:

Joy Division waren eine englische Band, die dem Post-Punk zugeordnet wird und viele Bands und Musikschaffende beeinflusst hat. Sie bestanden nur wenige Jahre. 1976 traten sie unter dem Namen Stiff Kittens auf.

1977 benannten sie sich in Warsaw um. Sänger Ian Curtis war großer Fan von David Bowie. Der Bandname erinnerte an Bowies Song „Warszawa“. Im gleichnamigen Lied hört man noch ziemlich den Punk, finde ich. Spätere Stücke gehen mehr in Richtung Wave.

1978 traten sie schließlich als Joy Division auf. Dieser Name geht auf einen Roman von Yehiel Feiner zurück: House of Dolls (1955). Als Joy Division wurden darin jüdische Frauen im Lager-Bordell für die Nazi-Soldaten in Auschwitz bezeichnet. Feiner selbst war zwei Jahre in Auschwitz inhaftiert.

1979 erschien das Joy Division Debüt-Album „Unknown Pleasures“. Berühmt wurde das Cover-Bild des Albums. Es zeigt eine graphische Darstellung der Radiowellen des ersten entdeckten Pulsars. Wie diese astronomische Grafik ihren Weg auf das Cover geschafft hat, erzählt ein ausführlicher Beitrag bei Scientific American. Übrigens, ein ganz interessantes Wissenschafts-Magazin, wie mir scheint. Es lohnt sich, mal durch die Website zu stöbern.

1980 erschien das zweite und gleichzeitig letzte Studioalbum „Closer“. Das Lied „Love Will Tear Us Apart“ kam im April 1980 als Single raus. Es wurde später neu veröffentlicht und war nicht auf dem Album.

Sänger Ian Curtis erlebte die Veröffentlichung des Albums nicht mehr. Er hatte sich im Mai 1980 das Leben genommen und starb mit nur 23 Jahren. Persönliche Probleme, der Druck durch die bevorstehende Amerika-Tour sowie seine 1979 diagnostizierte Epilepsie waren vermutlich Auslöser für seine Tat.

Das Stück „Atmosphere“ klingt wie ein Abschied. Im Video sind Menschen in hellen und dunklen Kutten zu sehen, die große Bilder der Band tragen:

Die Band löste nach dem Tod ihres Sängers auf. Sie formierte sich jedoch neu unter dem Namen „New Order.

Eines der bekanntesten New Order Stücke ist sicher „Blue Monday“ von 1983.

KW 27 – Run-DMC

Das Jahr schreitet voran. Wir sind im Sommer angekommen. Wenn ich höre, was für eine nie dagewesene Hitze gerade in Spanien, Kanada oder Skandinavien herrscht, bin ich froh um den vielen Regen bei uns. Aber es ist klar, dass so ein Hitze-Sommer auch Deutschland wieder treffen kann. Dazu die Pandemie, die noch nicht vorbei ist. Schon steigen die Zahlen wieder.

Vom Gemüt her ist mir eher nach Metal zumute. Das wütende Grollen liegt mir näher, wenn ich mich über manche Dummheit der Menschen aufrege. Doch die Band der Woche ist Run-DMC!

Das Video von „Walk This Way“, zusammen mit Aerosmith, war mein erster Kontakt mit ihnen. Die Zusammenarbeit der beiden Gruppen hat sich super angehört und gepasst.

Aerosmith verbinde ich mit meiner frühen Jugend. Da führte eine Band zur nächsten. Das heißt, wir haben uns dafür interessiert, was die Einfüsse der Bands sind, die wir gerne hören. Von Guns’n’Roses zu Aerosmith und Alice Cooper, zu Queen, zu Led Zeppelin, zu den Stones.

Aber der Hip-Hop Funke ist dabei nicht übergesprungen. Mein Weg ging weiter Richtung Rock und Metal.

Wenn mir mal nach etwas munterer Musik ist, gibt’s schon ein paar Stücke, die ich mag. Zum Beispiel:

Über Run-DMC habe ich mir auf die Schnelle nur die Wikipedia-Seite angeschaut. Die drei Jungs hatten in den 1980ern ihre große Zeit. Sie lösten sich 2002 auf, nachdem Jam Master Jay in einem Musikstudio erschossen wurde. Sie hatten ein großes Faible für Adidas und gingen eine Kooperation mit der Modemarke ein.

Der Stil des Run-DMC Logos ist so einprägsam, dass er für andere Ausdrücke übernommen wurde. Zum Beispiel das Kürzel „FCK AFD“ (Fuck AFD).

„It’s Like That“ ist auch so ein Stück, bei dem man ganz von selbst in Bewegung kommt:

 

 

 

KW 26 – NOFX

Letzte Woche die Toten Hosen, diese Woche NOFX: es sind wohl Punk-Wochen im 52-Bands-Projekt.
Punk ist nicht so ganz meine Musik. Das heißt, ich höre schon auch mal ein paar Lieder, dann langt es mir aber auch wieder. NOFX kenne ich nur durch Matthias und eigentlich nur das Lied „Kill All The White Man“:

Hier eine Live-Aufnahme vom Hurricane Festival 2018. Im Lied geht es um die Brutalität von kolonialen Eroberungen und die Wut der eroberten Menschen. Das alles präsentiert mit einer leichten, schwingenden Reggae-Melodie.

Ihre Texte sind teils persönlich, teils sehr politisch. 2003 richteten sie sich im Album „The War on Errorism“ gegen George W. Bush.

Mir gefällt an ihnen, dass sie eine Mischung aus Reggae und melodischem Punkrock spielen. Reggae ist zum Beispiel auch auf dem Lied „Bob“ vom 1992er Album „White Trash“ zu hören. Sie erinnern ein wenig an The Offspring und Green Day, mit denen in den 90ern ein Revival des Punk begann.

NOFX kommen aus Los Angeles, also wie die beiden eben genannten aus Kalifornien. Ihr Sound klingt jedoch dreckiger als der vom The Offspring und Green Day. Wenn hier schon Bands genannt werden, sollen unbedingt noch weitere Kalifornier genannt werden: Bad Religion. Die finde ich persönlich spannend, auch wenn ihre Lieder für mich alle gleich (gut) klingen. Ich hoffe, irgendwann Zeit und Muse zu finden, um mich mit ihren Texten zu befassen.

Gegründet wurde NOFX 1983 von Sänger/Bassist Fat Mike (Mike Burkett), Gitarrist Eric Melvin und Schlagzeuger Erik Sanden. Zur aktuellen Besetzt gehört außerdem Trompeter, Sänger, und Gitarrist El Hefe (Aaron Abeyta).

Der Song „Doors and Fours“ ist eine Rückschau auf die frühe 80er LA Punk-Szene. Es ist ein Stück auf ihrer aktuellen 2021er Platte „Single Album“. Diese ist ihr inzwischen 14. Studio-Album:

Das Video zu „Doors and Fours“ zeigt viel Bildmaterial aus der Zeit. In der Szene ging es rau zu und Drogen waren weitverbreitet. Auch NOFX haben damit ihre Erfahrungen. Im Lied „Six Years on Dope“ thematisieren sie, wie kaputt man durch Drogen wird.

Ganz aktuell sind sie mit dem Thema sexuelle Identität im Stück „Fuck Euphemism“ vom 2021er Album. Die Lyrics werden im Video eingeblendet und stehen auch auf Youtube unter der Video-Info, sodass mensch eine Chance hat, den Inhalt zu verstehen. Euphemismus ist übrigens ein Ausdruck, der einen Sachverhalt beschönigend oder mildernd darstellt.

1990 haben Sänger Fat Mike und seine Freundin Erin das Plattenlabel Fat Wreck Chords gegründet. Es ist ein auf Punkrock spezialisiertes Independent Label, von dem ab dem Jahr 2003 auch die NOFX-Alben erschienen.

Eine ganz lustige Idee, die hier auch noch erwähnt sei, haben NOFX mit ihrem 2020er Album realisiert. „West Coast vs. Wessex“ ist ein geteiltes Album, zusammen mit dem britischen Musiker Frank Turner. Dabei spielen sie gegenseitig jeweils fünf Stücke des anderen.

 

 

KW 25 – Die Toten Hosen

Der Blog ist definitiv im Sommer-Modus. Soll heißen, es wird immer später am Wochenende, bis ich zum Schreiben komme. Statt vor dem Computer zu sitzen, verbringe ich lieber viel Zeit im Garten, wo jetzt alles kräftig wächst.

Für die Band der Woche hat Matthias wieder ein schönes Titelbild gemalt. Die Toten Hosen waren für ihn Mitte der 80er die wichtigste Band. Mir scheint, wir haben uns da ein wenig die Klinke in die Hand gegeben. Er fand die ersten beiden Alben total gut und auch noch „Hier kommt Alex“ von der 1988er Platte „Ein kleines bißchen Horrorshow“. Danach war es nicht mehr so seine Musik. Dagegen habe ich sie mit „Hier kommt Alex“ überhaupt erst wahrgenommen.

Die Hosen verbinde ich sehr mit der Schulzeit und dem Alltag als Jugendliche. Damit sind wir mitten in den 90er Jahren und bei den beiden Alben „Kauf Mich“ (1993) und „Opium fürs Volk“ (1996).

Auf Wikipedia habe ich eine ganz interessante Seite gefunden mit der Diskografie der Band, bei der zu jedem Album ein paar Anmerkungen stehen. Dass die Hosen so produktiv sind und bis November 2020 allein 17 Studioalben plus einige Live-Alben veröffentlicht haben, war mir so nicht bewusst. Beachtlich und schön finde ich, dass sie seit Beginn fast immer in der gleichen Besetzung gespielt haben.

Aus den alten Bravo-Tagen habe ich den Wettstreit zwischen den Toten Hosen und den Ärzten in Erinnerung. Ich vermute, das hat die Jugendzeitschrift ziemlich aufgebauscht. Zumindest war es damals durchaus ein Ding sich zu positionieren, ob man Hosen- oder Ärzte-Fan ist. Die beiden Bands waren für mich auch die erste Auseinandersetzung mit Punk: sowohl der Musik wie auch der Lebenseinstellung.

Wenn heute etwas von den Ärzten oder den Hosen im Radio läuft, schauen Matthias und ich uns gerne an und fragen, „Ist das noch Punk?“

Charly Hübner und Campino sinnieren über: 40 Jahre Tote Hosen. Super, oder?

Die Geschichte des Punk als Jugendkultur wird auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung beschrieben. Die musikalische und popkulturelle Geschichte des Punk gibt’s bei laut.de zum Nachlesen.

Ein interessantes Projekt war 2015 ein Live-Album der Band mit dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf „Entartete Musik – Willkommen in Deutschland“. Dabei wurden Stücke aufgeführt, die von den Nationalsozialisten verboten worden waren.

 

KW 24 – Spliff

Es ist Sonntagabend und ich sollte schleunigst noch etwas über die Band der Woche berichten: Spliff.

Also ohne Schnörkel:

Spliff war eine deutsche Rockband, die zwischen 1980 und 1985 bestand.

Die Musiker spielten vorher zusammen als Nina Hagen Band. Waren jedoch davor auch schon gemeinsam tätig als Politrock-Band Lokomotive Kreuzberg. Hier gibt’s eine ganz frühe Aufnahme der neu gegründeten Nina Hagen Band:

Nina Hagen und ihre Mutter Eva-Maria Hagen siedelten 1977 von Ost- nach West-Berlin über. Dies geschah nach ihrer öffentlichen Solidaritätsbekundung für den Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann. Biermann war Lebensgefährte von Eva-Maria und wurde 1976 aus der DDR ausgebürgert.

Nach nur zwei gemeinsamen Alben trennten sich die Musiker von Hagen. Das zweite der beiden Alben spielten sie sogar getrennt von ihrer Sängerin ein. Wie passend, dass es „Unbehagen“ genannt wurde. Danach machten Sie unter dem Namen Spliff alleine weiter. Spliff ist übrigens ein anderer Ausdruck für Joint.

Auch wenn die Band nur relativ kurz existierte, hat sie doch ein paar zeitlose Hits geschrieben: Lieder wie „Deja vu“ vom 1982er Debüt-Album „85555“.

Der Text von Deja Vu ist düster und endzeitlich. Diese Bild von einem verlorenen Schiff auf hoher See ist so rätselhaft, als würde man nur einen Teil einer Geschichte erzählt bekommen.

Weniger rätselhaft ist die Story vom Lied „Carbonara“:

Ein Stück, das ich noch nicht kannte ist „Jerusalem“: ein wenig Rock, ein wenig Reggae:

Musikalisch fällt die Band in die Kategorie Deutsch-Rock mit elektronischen Anteilen. So gibt es zum Beispiel den Einsatz von Keyboard und elektronischem Schlagzeug. Wenn ich es recht verstanden habe, distanzierten sie sich von der Neuen Deutschen Welle (NDW), fallen aber zeitlich in die Anfänge dieser Musikrichtung. NDW kam in Deutschland etwa 1976 auf und ist eine Variante des Punk und New Wave.

KW 23 – The Smiths

Oh what a week! Ich bin so froh, dass nun Wochenende ist und ich etwas zur Ruhe komme. Die Woche war physisch wie psychisch anstrengend. Statt am Samstag dann im Garten die Füße hochzulegen, ging es da gerade weiter mit Arbeit: mähen, jäten, pflanzen, ernten.

Daher nehme ich mir heraus, die Band der Woche eher knapp zu behandeln: The Smiths.

Eine britische Band, die mir mal wieder nichts sagte, die aber von der Musikwelt als bedeutende Größe eingestuft wird. Sie bestand zwischen 1982 und 1987. Die vier Gründungsmitglieder waren Sänger Morrissey, Gitarrist Johnny Marr, Bassist Andy Rourke und Schlagzeuger Mike Joyce.

Über den Namen des Sängers bin ich tatsächlich schon öfter gestolpert. Er heißt mit vollem Namen eigentlich Steven Patrick Morrissey und wurde 1959 als Sohn irischer Einwanderer in einem Vorort von Manchester geboren.

The Smiths gelten als sowas wie die Wegbereiter des Indie-Rock. Ihre Texte sind oft ironisch bis sarkastisch, sehnsüchtig oder provozierend. Das gleichnamige Stück vom Album „Meat is Murder“ (1985) etwa wurde von der Vegetarier-Bewegung als Bekenntnis gefeiert. Morrissey selbst lebt vegetarisch bzw. vegan.

Im Stück „Panic“ (1986) kommt die Zeile vor „Burn down the disco. Hang the blessed DJ“. Angeblich eine Kritik an der Begebenheit, dass nach der Berichterstattung über die Reaktorkatastrophe von Chernobyl vom Radio-DJ ein belangloses Popmusik-Stück gespielt wurde. Ob sich die Szene so zugetragen hat, ist nicht klar. Brutal ist die Aufforderung dennoch.

So einflussreich die Smiths gewesen sein mögen, der Künstler Morrissey ist durchaus eine kontroverse Figur. Er steht im Verdacht, über die Jahre immer mehr in die rechte Ecke gerutscht zu sein. In der Süddeutschen vom März 2020 wird das letzten Album von ihm entsprechend skeptisch besprochen.

Den Kommentar zu den manchmal seltsamen Äußerungen ihres Sängers haben The Smiths in ihrem Klassiker von 1986 selbst gegeben: „Bigmouth strikes again“.

 

KW 22 – The Who

Als Fan von The Who würde sich mein alter Englischlehrer, Herr Keifer, sicher freuen über die Band der Woche.

Noch bis neulich wäre mir spontan kein Lied dieser Gruppe eingefallen. Doch siehe da, es gibt einige wohl bekannte Perlen. Zum Beispiel ihren ersten Hit aus dem Jahr 1965 vom gleichnamigen Album: „My Generation“.

Bei dem Live-Auftritt von 1967 sehen sie noch aus wie die Beatles. Tatsächlich wurden sie damals der Mod-Bewegung zugeordnet, die im später verfilmten The Who Album „Quadrophenia“ eine zentrale Rolle spielt. Pete Townshend zerstört am Ende des Videos von „My Generation“ seine Gitarre, was eine typische Aktion von ihm war. Laut Wikipedia hat er in seiner Karriere um die 3000 Gitarren zerstört. Der Hintergrund dazu sei laut Townshend die Idee der Autodestrukiven Kunst, wie er sie bei seinem Lehrer Gustav Metzger an der Kunstschule kennengelernt hatte.

The Who gründeten sich 1964 in England. Von den ursprünglichen Mitgliedern sind heute noch Sänger Roger Daltrey und Gitarrist Pete Townshend an Bord. Die Band ist – mit einigen Unterbrechungen – schon lange im Geschäft und hat viele Musikschaffende beeinflusst. Wieder so ein Fall, bei dem eine Woche viel zu kurz für eine gute Recherche ist.

Sie haben zum Beispiel mit dem später verfilmten Album „Tommy“ (1969) eine frühe Rockoper rausgebracht. Eine Inspiration für spätere Konzeptalben wie David Bowies „The Rise and Fall of Ziggy Stardust“. Ein bekanntes Stück aus Tommy is „Pinball Wizard“. Es erzählt die Geschichte eines exzellenten taubblinden Flipper-Spielers.

In dem Video vom Auftritt 1970 beim Isle Of Wight Festival ist noch die Original-Besetzung zu sehen mit Keith Moon am Schlagzeug. Moon wurde vom Rolling Stone Magazin auf einer Liste der 100 besten Drummer auf Platz 2 aufgeführt. Er war das Vorbild für die Schlagzeug spielende Figur „Animal“ in der Muppet Show. Laut Wikipedia soll er, zusammen mit The Who Bassist John Entwistle, überlegt haben, beim Band-Projekt von Jimmy Page mitzumachen. Er entschied sich aber dagegen und äußerte die Ansicht, das Ding würde abstürzen wie ein bleierner Zeppelin. Letztlich entstand daraus der Name der neuen Band: Led Zeppelin.

1978 kam das Album „Who are you“ raus. Moons Gesundheitszustand war zu diesem Zeitpunkt aufgrund seiner Alkoholsucht bereits schlecht und er starb noch im September 1978 an einer Überdosis Beruhigungsmittel. Das Lied „Who Are You“ ist ein richtiger Ohrwurm für mich in dieser Woche.

Auf die Gefahr hin, dass es wieder ein längerer Blog-Artikel wird, noch etwas zum Musikalischen: The Who sind beeinflusst von Rock’n’Roll und Blues à la James Brown oder Marvin Gaye. Den Blues hört man auch auf den ruhigeren Stücken ihres letzten Studio-Albums „The Endless Wire“ von 2006. Neben Daltrey singt auch Townshend bei einigen Stücken.

Ein insgesamt ungewöhnliches Stück, geschrieben und gesungen vom Bassisten John „the Ox“ Entwistle, muss hier aber unbedingt noch rein. Ist glaub ich eines meiner Lieblingsstücke von The Who: „Boris The Spider“.

KW 21 – Sweet

Es ist Sonntagabend und die Woche ist einfach so vorbei gerauscht. Der Urlaub die Woche zuvor war richtig erholsam, die anschließende Arbeitswoche umso heftiger. Jetzt am Wochenende war entsprechend wieder Erholung angesagt, wobei das nicht unbedingt Faulenzen sondern Gartenarbeit und Frühjahrsputz in der Laube bedeutete.

Lange Rede, kurzer Sinn: es war weder Zeit noch Muse um etwas zu Sweet, der Band der Woche, zu recherchieren.

Gelernt habe ich allerdings, dass sich die Band ab ihrem dritten Album „Desolation Boulevard“ (1974) vom „The“ im Bandnamen getrennt hat. In Gedanken ist es bei mir aber trotzdem immer dabei.

Sweet ist eine britische Band, die in den 70ern ihre großen Erfolge hatte. Musikalisch lassen sie sich im Glam Rock verorten. Mich erinnert ihre Musik an T-Rex, Slade oder Joan Jett. Die Original-Gruppe hat sich 1981 aufgelöst. Seither gab bzw. gibt es Nachfolgegruppen mit einzelnen Mitgliedern der Originalbesetzung.

Hier noch ein Lied, das ich am meisten mit The Sweet verbinde: Fox On The Run.