Wer ist Shylock?

Buchkover von Shylock is my name

Meine letzte Lektüre hat mich ziemlich nachdenklich gestimmt. Der Titel des englischen Romans von 2016 lautetet „Shylock Is My Name“. Vom Autor Howard Jacobson hatte ich noch nicht gehört und Shylock klang einfach ein wenig wie Sherlock (Holmes). Weiterlesen

KW 03 – Love is all we need!

Eine klirrend kalte Woche mit Temperaturen im 2-stelligen Minusbereich geht zu Ende. Heute hatten wir etwa -1°C in Stuttgart und dazu Sonne, ideal für einen Spaziergang im erschlossenen Land. Der Ausblick von der Uhlandshöhe zeigte sehr ansehnlich den Smog im Talkessel. Seit 16. Januar gibt es wieder Feinstaubalarm in der Stadt. Wobei ich nicht den Eindruck habe, dass wirklich viele Leute ihr Auto stehen lassen und auf die Öffentlichen umsteigen.

Eine neue Strecke auf dem Spaziergang führte mich über die Straußstaffel zum Aussichtspunkt Straußsstaffel. Von dort sieht man schön in den Stuttgarter Osten und rüber zur Sternwarte. Weiter ging es auf der Heidehofstraße, einmal um das Areal der Villa Bosch herum.

Women’s March

Das beeindruckendste Ereignis diese Woche war der Women’s March in Washington am 21. Januar, einen Tag nach der Amtseinführung von Donald Trump. Etwa eine halbe Million Teilnehmende und parallel Kundgebungen an vielen anderen Orten in den USA und auf der ganzen Welt! Dass so viele Menschen auf die Straße gehen und ein so buntes Statement für Toleranz, Respekt vor der Vielfalt und für ein friedliches Miteinander abgeben, stimmt mich mehr als froh!

Wenn Populisten wie Trump oder die Vorturner bei der AfD Lügen und Hass verbreiten, müssen wir Ihnen etwas entgegen setzen. Dann sind wir alle gefordert, die Errungenschaften unserer freien, pluralistischen Gesellschaft zu verteidigen. Sei es, dass wir auf die Straße gehen oder auch im privaten Kontext eine Lüge oder ein Vorurteil als solche benennen und deutlich machen, warum wir dem nicht zustimmen.

Meryl Streep hat dies bei Ihrer Rede anlässlich der Golden Globes Verleihung 2017 sehr eindrücklich getan. Sie hat außerdem die Rolle der freien Presse herausgestellt.

Trump und andere Populisten vereinfachen, verdrehen die Fakten und lügen öffentlich, wie ich es in aufgeklärten Gesellschaften nicht für möglich gehalten hätte. Als Beispiel: der neue US-Präsident spricht davon, die Macht dem Volk zurückzugeben. Dabei ist die Regierungsform der USA eine Demokratie. Was bedeutet, dass die Macht vom Volk ausgeht. Er wütet gegen Politiker und ist doch selbst nun im höchsten politischen Amt seines Landes. Er wütet gegen die Presse, dabei ist sie eine so wichtige Instanz in einer demokratischen Gesellschaft.

Mir scheint, es ist an der Zeit für eine neue Aufklärung, ein neues Age of Enlightenment welches der Menschheit zu mehr Klugheit, Güte und Demut vor dem Leben verhilft.

 

 

KW 01 – Gute Vorsätze

Ein neues Jahr hat begonnen und ich bin mal wieder höchst motiviert, die gefassten guten Vorsätze auch umzusetzen.

Die Liste für 2017

  • Mehr Sport (mindestens 1-2 x in der Woche Yoga)
  • Bessere Ernährung (das Essen in der Mittagspause besser planen und regelmäßig neue Rezepte ausprobieren)
  • Besser in Kontakt sein mit dem Freundeskreis (sich treffen, öfter mal anrufen, Briefe schreiben)
  • Regelmäßig bloggen (am liebsten einmal in der Woche, also 52 Beiträge in diesem Jahr)
  • Mehr geistige Nahrung (statt Facebook oder boredpanda.com lieber einen TED Talk ansehen)
  • Lang aufgeschobene kreative Projekte umsetzen (Nähen, Häkeln, Zeichnen etc.)
  • Öfter spazieren gehen (z.B. auf dem Weg von oder zur Arbeit einen Stopp einlegen und eine Runde zu Fuß drehen oder in der Mittagspause draußen ein Picknick machen)

Ganz allgemein möchte ich mehr Dinge in den Alltag bringen, die mir guttun und die mir Energie geben. 2016 war sehr von Erwerbsarbeit und wenig drumherum geprägt. Irgendwann fühlten sich die Reserven ziemlich aufgebraucht an, sowohl geistig als auch körperlich. Das kann ja wohl kein Dauerzustand sein!

Mein Leitspruch für dieses Jahr ist deshalb: „Aus dem Vollen schöpfen“. Damit meine ich den Anspruch, einen besseren Umgang mit Bedürfnissen zu finden. Im Alltag bedeutet dies zu erkennen was fehlt und dann bewusst auf das Bedürfnis eingehen. Sei es etwa durch Ruhe, gutes Essen, Bewegung, frische Luft, gute Gespräche oder schöpferische Arbeiten.

Die erste Januarwoche
Vergangene Woche hat es bisher gut geklappt mit den Vorhaben. Dank des Feiertags am Freitag brachte das lange Wochenende schon viel Entspannung. Endlich ausschlafen! Das Kätzchen hat sich auch gefreut und einen Gutteil meiner freien Zeit zum Spielen eingefordert.
Ein kleines Nähprojekt ist schon realisiert: ein Kirschkernkissen. Nachdem die Kirschkerne seit letztem Herbst in der Bastelkiste liegen…

Kirschkernkissen
Diese Nacht hat es geschneit und der Schnee ist in Stuttgart sogar liegengeblieben. Da hält es mich natürlich nicht mehr und ich bin durch den Stuttgarter Osten zur winterlichen Villa Berg marschiert. Was auch das Ziel vieler Familien mit kleinen Kindern war. Die hatten einen Spaß auf ihren Schlitten!

2017 KW1 Villa Berg
Ansonsten habe ich endlich den Schreibtisch aufgeräumt und Weihnachtspost beantwortet. Ein wenig traurig war es schon, die schönen Karten jetzt schon von der Pinnwand zu nehmen. Andererseits ist dort nun Platz für neue Vorhaben.
Ein TV-Beitrag, den ich sehr spannend fand und mit M. noch länger nachdiskutiert habe, war „Herrschaft der Zahlen“ aus der Reihe PRECHT. Richard David Precht im Gespräch mit Harald Lesch ergibt einen so dichten Austausch an Gedanken, dass mensch die Sendung gut zweimal ansehen kann um alles zu erfassen.

Wochenend-Blues

PinkeKlamottenFlugzeug

Die Liguster-Hecken duften, auf der Uhlandshöhe ist fast nichts los, die Vöglein zwitschern, beste Aussicht in den Stuttgarter Kessel und über den Osten zum Gaskessel, 28° schon am Vormittag. Um noch Holunderblüten für Sirup zu ernten war ich deutlich zu spät dran. Dafür ließ es sich heute früh sehr angenehm auf einer Bank unter Bäumen sitzen, laues Lüftchen um die Nase, Blick in die Weite. Ab und an ein Zug, der sich in der Distanz aus der Bahnhofsbaustelle schlängelte. Ganz schön schön, diese Ruhe!

Die Gedanken gleiten viel müheloser als in der Wohnung, auch wenn es da deutlich kühler wäre. Für manche Kniffligkeit tut sich eine unerwartete Lösung auf. Der eigene Blick wird klarer für einen Moment: was möchte ich gern … einen Ostsee-Urlaub, etwas Nähen, Pizza selbermachen, zum Vegan-Street-Day, Wildkräuter erkennen und nutzen lernen. Das ließe sich noch eine Weile weiterspinnen.

Oft lösen diese entspannten Momente bei mir – und wie ich vorhin in einem eher gruseligen Artikel bei „Telepolis“ gelesen habe, auch bei anderen, sowas wie einen Wochenend-Blues aus. Vielleicht, weil die aktuelle Situation als nicht so befriedigend empfunden wird wie die, die Mensch sich gerade als Ideal vorstellt. Dabei hilf da gar kein Murren sondern nur Machen, beharrlich und geduldig sein. Gerade lese ich „Haben oder Sein“ (1976) von Erich Fromm. Ein sehr aufschlussreiches Buch, dass zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber noch immer sehr interessante Betrachtungen und Analysen dazu bietet, wie es uns so geht als Gesellschaft.