Mit riesigen Schritten geht es auf Weihnachten zu. Heute ist schon der dritte Advent. Gestern war ich in der Stadt, im Trubel und ein wenig erschlagen von den vielen Menschen und den vielen Dingen, die es zu kaufen gibt.

Weihnachten als Konsumfest verweigern Matthias und ich schon eine Weile. Dieses Jahr gibt’s mit unserem Anti-Adventskalender noch eine Steigerungsform: Statt ein Ding mehr zu bekommen, sortieren wir an jedem der 24 Tage eine Sache aus, die wir am  Ende entsorgen, verschenken oder verkaufen werden.

Wozu immer Neues, wenn es auch Dinge gibt, die scheinbar ewig halten und uns noch immer erfreuen. Ist das nicht eine klasse Überleitung zur Band der Woche?

Uriah Heep

Das ist nun wirklich ein Klassiker. Eine Band aus England, die es seit 1969 gibt. Zum Vergleich, Led Zeppelin haben sich 1968 gegründet. Und ja, es gibt sie noch immer. Allerdings ist Gitarrist und Sänger Mick Box das einzig verbliebene Originalmitglied.

Sie hatten in der langen Zeit ihres Bestehens viele Wechsel und auch viele Alben herausgebracht. Insofern kann ich nur einen oberflächlichen Eindruck von der Band wiedergeben.

Auf jeden Fall gehörten sie mit besagten Led Zeppelin, Deep Purple, Black Sabbath oder Nazareth zu den frühen Vertretern des Hardrock. Vom dominanten Einsatz der Hammond Orgel her würde ich sie auch zum Progressive Rock zählen.

Lady in Black

Mein erstes eindrückliches Erlebnis mit der Musik von Uriah Heep war bei einem Reiterurlaub als Jugendliche. Da saß ein Raum voller junger Mädels und hat „Lady in Black“ gesungen.

Tatsächlich war es der damalige Keyboarder von Uriah Heep, Ken Hensley, der das Stück geschrieben und vorgetragen hat. Er ist 2020 nach kurzer schwerer Krankheit mit 75 Jahren gestorben. Von „Lady in Black“ habe ich hier eine schöne Live-Aufnahme aus Hamburg aus dem Jahr 2018 gefunden:

„Lady in Black“ war auf dem Debütalbum „Salisbury“ von 1971 drauf. Auf dem Albumcover ist übrigens ein Panzer zu sehen. Einerseits überraschend, andererseits nicht. Wie ich das Album und das nachfolgende 1972er Album „Demons and Wizards“ anhörte, fühlte ich mich an das Musical „Hair“ erinnert, was ja ein Anti-Kriegs Thema behandelt und 1968 uraufgeführt wurde. Im Text von „Lady in Black“ wird der Sänger gefragt, was sein Feind ist und er sagt: „The need within some men to fight and kill their brothers without thought of love or god“. Hensley verließ die Band 1980.

The Wizard

Vor dieser Woche hätte ich neben der Lady keinen zweiten Titel von Uriah Heep benennen können und hätte behauptet „The Wizard“ stammt von Blind Guardian. Die hatten das Stück als Coverversionen auf dem Album „Imaginations from the other side“ (1995). Hier das Original:

Ein Lied zu Ehren all der Merlins, Gandalfs, Dumbledores und Rincewinds in der Welt. Die Weisheit ist da, nur wird sie leider all zu oft überhört und ignoriert.

Ein weiteres Stück, das ich tatsächlich schon kannte, es aber Deep Purple zugeschrieben hätte, ist „Easy Livin'“, auch vom „Demons and Wizards“ Album.

Und last not least noch ein Lied, das mensch vielleicht schon gehört hat ohne zu wissen, dass es von Uriah Heep stammt: „Free Me“ vom 1977er Album „Innocent Victim“. Weil es so schön war, wieder aus dem Hamburger Konzert mit Ken Hensley. Sänger ist John Lawton, der 1976 bis 1979 und später noch ab und an Sänger bei Uriah Heep war. Auch er starb 2021 mit 74 Jahren.

 

 

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