Erschlossenes Land

Worüber schreibe ich eigentlich in diesem Blog? Warum überhaupt Gedanken, Bilder, Fundstücke im Internet ausbreiten?

Mit dem Umzug Ende Mai 2013 zurück nach Stuttgart, ist aus der „Keramikwerkstatt-Website“ wieder mein privates Plätzchen im Web geworden. Eine Chance, nicht mehr auf eine Sache festgelegt zu sein. Am liebsten mag ich nämlich alles… aber das ist ein anderes Thema.

Die letzten drei Jahre habe ich in der Kommune Waltershausen (KoWa) gelebt. Einer politischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit etwa 15 Leuten in einem kleinen Ort in Thüringen. Anders leben, war der Plan. Bewusster, nachhaltiger, nicht vereinzelt sondern im Austausch mit anderen Menschen. Letztlich waren es teils familiäre Gründe, teils unterschiedliche Vorstellungen vom Gemeinschaftsleben, weshalb dieses „Experiment“ nicht in die Verlängerung gegangen ist.

Jetzt, wieder im Schwabenland, sehe ich erst, was ich aus dieser Zeit mitgebracht habe und was davon mir nach wie vor wichtig ist: den Wunsch nach einem möglichst nachhaltigen Leben, vorwiegend vegetarische Ernährung, den Anspruch, Konsum kritisch zu hinterfragen, Erfahrungen und Erlebnisse durch den Austausch mit anderen. Ein wenig Praxis in Hatha Yoga und Meditation, ein paar weitere Erkenntnisse darüber, was ich gut kann und was nicht so gut, was mir etwas bedeutet und wo ich fünfe gerade sein lassen kann.

Dieses Blog hat den Untertitel „Unterwegs im erschlossenen Land“, was mit dem Kontrast zu tun hat, den ich zwischen diesen beiden „Welten“ sehe. Dem Neckartal, mit seinen vielen Betrieben und seiner dichten Besiedelung in und um Stuttgart, mit seiner allgegenwärtigen Präsenz von teuren Karossen aus dem Hause Porsche und Daimler. Und dem „einfacheren“ Leben in der Gemeinschaft:

  • Kleinstadt / Großstadt
  • Ost- /Westdeutschland
  • ländliche /städtische Region
  • Fremde / Heimat
  • Gemeinschaft / Familie & Freunde
  • Selbständigkeit / Anstellungsverhältnis

In der KoWa wurde viel improvisiert, gab es allerlei Möglichkeiten, sich einzubringen und das Projekt zu gestalten. Wenn mensch so will: unerschlossenes Land zu betreten.

„Erschlossenes Land“ steht für mich für das Bekannte, das Fertige, das wenig Raum für neue Entdeckungen oder Improvisation lässt. Es ist nicht mehr unbedingt nötig, selbst tätig zu werden. Erschlossenes Land ist nicht mehr wild, sondern gezähmt, ungefährlich, nutzbar. Mit dem Effekt, dass seine Einwohner sich daran gewöhnen, es für normal, für selbstverständlich halten. Unser gesättigter westlicher Lebensstil gehört dazu.

Von dem was ich mit Matthias zusammen bisher an für uns Neuem in Stuttgart entdeckt habe, bin ich trotzdem optimistisch, dass es selbst hier noch ausreichend unentdeckte Orte und Möglichkeiten für uns gibt. Ich hoffe einfach, wach zu bleiben, skeptisch, mich nicht einlullen zu lassen. Und über das, was mich freut, ärgert oder schlicht überrascht, hier ab und an zu schreiben.

Fraßfeinde

Sie wachsen und gedeihen, die Pflänzchen. Ihnen scheint die Hitze weniger auszumachen als der Gärtnerin.

Trotzdem guckt aus einem Topf nur noch ein Stil. Was ist da los?! Irgendwie hatte ich nur Schnecken als „gefährlich“ auf dem Schirm, sind aber definitiv keine auf dem Balkon.

Abgenagte Sonnenblume

Der fiese Fraßfeind stellte sich als wunderbar getarnte blattgrüne Raupe heraus. Sauber abgenagt, die Sonnenblumenblätter.

Raupe an Sonnenblume

 

Die Raupe frisst sich nun durch den Garten… Mal schauen ob das Pflänzchen noch die Kurve kriegt.

Wir sind…äh, haben pikiert

Jaja schon ist mensch bei so grundsätzlichen Gedanken wie haben und sein. Dabei denkt der Kater wieder völlig praktisch. Das Grünzeug aus unserem „Blume 2013“ Projekt wächst und damit es noch besser wächst, kriegen die Pflänzchen nach und nach ihre eigenen Töpfchen.

Kater kuckt

„Was wartest Du noch, die springen nicht von allein in ihre neuen Gefäße?!“ mahnt dieser Blick.

Hummelglück pikiert

Töpfe im Korb

Also pflanze ich gehorsamst und finde, dass das schon ganz hübsch aussieht.

eingeschlafen

Ihn ermüdet die Schufterei. Wer so viel Verantwortung trägt, braucht regelmäßig Pausen. Sheba takes a catnap.

 

Er gärtnert…

Blumensamensammlung

Was sich im Haus alles findet, wenn mensch mal aufräumt. Blumensamen in bunten Variationen. Idealer Grundstoff für ein Sommer-Experiment.

gepflanzt

Also haben Kater Sheba und ich uns am 30. Juni ans Eintopfen gemacht: Kornblumen, Sonnenblumen, Schwarzäugige Susanne, Kresse, eine Mischung Hummelglück und noch was weißes, von dem ich mir den Namen nicht merken kann.

kontrolle

Kontrolle am 6. Juli: das Hummelglück von Alnatura zeigt erste zarte Blättchen. Wir sind zufrieden.

gaertner 
Gärtnermeister Sheba und ich werden berichten, wie das Projekt „Blume 2013“ voran geht. Bleiben Sie uns gewogen 🙂