Diese Woche gibt es nicht eine Band, sondern einen Künstler der Woche. Und was für einen! David Bowie war nicht nur in der Musik aktiv, sondern auch im Film und der Malerei.

Das Stück „Heroes“ stammt vom gleichnamigen 1977er Album. Es gibt eine so zuversichtliche und gleichzeitig verletzliche Stimmung wieder. Ein absolut zeitlos gutes Lied.

Gestern haben Matthias und ich die BBC Doku „David Bowie – Sound and Vision“ gesehen. Dabei hat er mich an eine Mischung aus den Serien-Charakteren Sheldon Cooper (Big Bang Theory) und Ivar der Knochenlose (Vikings) erinnern. Zwei fiktionale Personen, die in ihrem Umfeld aus der Reihe tanzen. Sie leben ein wenig in ihrer eigenen Welt, haben große Vorstellungskraft und die Willensstärke, ihren Weg zu gehen.

Bowie war ein Künstler durch und durch und ist diesen Weg bis zum Schluss gegangen. Er ist  1947 im Londoner Stadtteil Brixton geboren. 2016 starb er, mit gerade 69 Jahren, kurz nach der Veröffentlichung seines letzten Albums „Black Star“.

Das Video zu „Lazarus“ (2016) ist nicht ganz leicht zu ertragen. Es zeigt einen gealterten, kranken Mann. Der Text beschäftigt sich mit dem herannahenden Tod. Er hat sein Schicksal offenbar angenommen und in Kunst verwandelt.

Ich habe bisher immer mal wieder Sachen von Bowie im Radio gehört, mich aber nie weiter mit ihm beschäftigt. Jetzt scheint es mir, eine Woche reicht nicht, ihn richtig zu erfassen.

Ein frühes Stück von ihm ist „Space Oddity“ (1969). Im Video dazu ist er als Astronaut „Major Tom“ zu sehen. Der Titel ist inspiriert vom Film „2001: A Space Odyssee“, der 1968 herauskam. „Space Oddity“ wurde wenige Tage vor der ersten bemannten Mondlandung am 20 Juli 1969 veröffentlicht.

Er hat in seiner Laufbahn viele Wandlungen durchlaufen. Er hat eine Bühnenpersönlichkeit wie den Außerirdischen „Ziggy Stardust“ erfunden. Er hat mit Geschlechterrollen gespielt und sich darin frei bewegt. Mit seinen schillernden Bühnenauftritten hat er den Weg für den Glamrock bereitet.

„The Man Who Sold The World“ (1970) ist ein Stück, das ich ursprünglich in der MTV Unplugged Version von Nirvana kannte. Mir war nicht bewusst, dass das Original von David Bowie ist. Auf dem Plattencover sieht er im femininen, langen Kleid richtig toll aus. Das könnte auch Tilda Swinton sein. Die Schauspielerin, die wie er mit zwischen den Geschlechterrollen wandert. Mit ihr gibt es ein gemeinsames Video zum Stück „The Stars (Are out Tonight)“ von 2013.

Aber auch als Goblin King im Jim Henson Film „Labyrinth“ (1986) machte er eine gute Figur. Dazu mit dieser angenehmen Stimme:

Das Leben von Bowie war jedoch nicht immer angenehm. In seiner Familie gab es mehrere Fälle von Schizophrenie. Die Krankheit brach u.a. bei seinem älteren Halbbruder aus, der für ihn eine wichtige Bezugsperson als Kind und Jugendlicher war. So lebte er in der Ungewissheit, ob auch ihn dieses Schicksal treffen würde.

In den 70ern wurde er drogensüchtig und brauchte lange, sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Das Lied „Ashes To Ashes“ (1980) beinhaltet die Zeile „Ashes to ashes, funk to funky. We know Major Tom’s a junkie“. Ein Rückblick auf früheres Schaffen und ein früheres Leben:

Im Video ist Bowie als Pierrot zu sehen, als trauriger Clown.

Was Bowies ungewöhnliches Aussehen betrifft, so sind seine unterschiedlichen Augen zu einem Markenzeichen geworden. Eine Auseinandersetzung mit einem Freund, als er 15 Jahre alt war, hatte zu einer Augenverletzung geführt. Eine Pupille blieb daraufhin dauerhaft geweitet.

Sein Name lautete eigentlich David Robert Jones. Bowie ist ein Künstlername, inspiriert durch den Amerikaner James Bowie und dessen berühmtes Messer.

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