Auf The Clash, die Band der Woche, habe ich mich schon richtig gefreut.

Es war tatsächlich eine Woche voller Ohrwürmer! Ich könnte gar nicht sagen, welches mein Lieblingslied von ihnen ist. „I Fought The Law“ ist auf jeden Fall ganz vorne dabei. Allein schon die Zeile „I needed money, cause I had none“ ist super auf den Punkt gebracht. Gerade lese ich, dass das Stück tatsächlich eine Coverversion eines Lieds aus den 1960ern ist. Durchaus typisch für The Clash, die unterschiedlichste Einflüsse auf ihre Alben mit aufnahmen.

Hier eines der weniger bekannten Stücke. Das heißt, bekannt ist vielleicht das Gitarren-Riff am Anfang, denn es wurde auch von M.I.A für ihren Hit „Paper Planes“ benutzt, der auf dem Soundtrack vom Film „Slumdog Millionär“ zu hörne ist.

„Straight To Hell“ vom 1982er Album „Combat Rock“:

Ganz ursprünglich waren The Clash eine Punkband. Gegründet in London 1976. Ein Jahr später kam ihr „The Clash“ betiteltes Debütalbum heraus. 1977 war auch das Jahr, in dem eine andere bekannte englische Punkband ihr einziges Studioalbum veröffentlichte: die Sex Pistols mit „Never Mind The Bollocks, Here’s The Sex Pistols„.

Bei Wikipedia war zu lesen, dass The Clash und die Sex Pistols einmal zusammen ein Ramones-Konzert besucht haben. Was für eine Mischung! Die Ramones waren damals die angesagte US-Punkband schlechthin.

In der Londoner Szene gab es allerdings durchaus Rivalität zwischen den Bands. Das kann ein Ansporn für die Mitglieder von The Clash gewesen sein, konzentriert gemeinsam zu üben und einen eigenen Stil zu entwickeln.

1979, in meinem Geburtsjahr, kam ihr bis heute gefeiertes 3. Album „London Calling“ heraus. Hier kommt das Stück „Guns of Brixton“.  Es wurde von Bassist Paul Simonon geschrieben, der in Brixton geboren wurde. Das Lied beschreibt die Befürchtungen des Sohns eines jamaikanischen Immigranten im Viertel, die düsteren Zukunftsaussichten und die Angst vor der Polizei. Im Text wird ein Bezug zum Gangster-Film „The Harder They Come“ von 1972 hergestellt. Der Film ist berühmt für seinen Reggae-Soundtrack.

Wenn von Album die Rede ist, so waren damals Vinyl-Platten gemeint. „London Calling“ kam als Doppel-Album raus. Das heißt, die Stücke waren auf 4 Schallplattenseiten verteilt. Die Fans achteten zudem sehr auf die Gestaltung der Cover. Die Besonderheit bei diesem Album war, dass es optisch das Debüt-Album von Elvis Presley nachahmte. Eine Homage sozusagen an einen Großen des Rock’n’Roll.

Die Einflüsse auf „London Calling“ reichen weit über den Punk hinaus. Es gibt Anleihen an Reggae, Ska, Funk, Rockabilly und Dub.

Ein Stück, das mir sehr gut gefällt ist „Rudi Can’t Fail“. Ich denke, da hört man den Ska heraus:

Leider währte die Band nicht sehr lange. Nach gerade 10 Jahren und 7 Studioalben lösten sich The Clash 1986 auf. Ich war recht überrascht, dass es eine gepflegte offizielle Website von The Clash gibt. Andererseits nicht ganz verwunderlich, denn die Musik der Gruppe wirkt weit über die Zeit ihres Bestehens hinaus.

Sie waren ein starker Einfluss für viele Bands, für die Entstehung von Brit-Pop und ihre Stücke werden noch immer von Musikschaffenden gecovert.

In ihren Texten bezog sich die Band oft auf das Geschehen in ihrer persönlichen Umgebung, auf Dinge, die sie selbst berührten. Auf der Biographie der offiziellen Website ist zu lesen, dass sie sich in einem Interview als „Anti-Facist“, „Anti-Violence“, „Anti-Racist“ und „Pro-Creative“ bezeichneten. Ihre erste Single „White Riot“ thematisiert staatliche Willkür und Polizeigewalt, wie sie Sänger Joe Strummer und Bassist Paul Simonen bei den Notting Hill Riots von 1976 miterlebten.

Im Lied „London Calling“ werden diverse Katastrophen besungen die durch die Nachrichten geisterten: Krieg, Überschwemmung,  Eiszeit, ein nuklearer Unfall. Letzterer war 1979 tatsächlich im US-amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island geschehen.

Im Stück „Rock The Casbah“ geht es darum, dass westliche Musik 1979 nach der Islamischen Revolution im Iran verboten wurde. Das Lied erzählt die erfundene Geschichte eines Königs, der die Rockmusik verbietet. Doch selbst seine Armee-Piloten hören sie in ihren Jets, sobald sie außer Reichweite sind.

Eine wunderbare Cover-Version gibt es von dem algerischen Sänger Rachid Taha:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.