Endlich Urlaub! Endlich sind die Eisheiligen rum, was für mich als Hobby-Gärtnerin den Start der Pflanzzeit bedeutet, denn es sollten keine Fröste mehr kommen. Geburtstag hatte ich außerdem noch und der Mai ist einfach ein schöner Monat.

Passend dazu, gab es diese Woche die entspannte Musik von Pink Floyd.

Was fällt mir ein zur Band?

Ein großer Name in der Musikgeschichte. Wobei ich mich fragte, was ist eigentlich ein Floyd? Also nachgeschaut: der Bandname bezieht sich auf die beiden Jazzmusiker Pink Anderson und Floyd Council.

Bei der SWR1 Hitparade sind Pink Floyd immer hoch platziert und vor allem mit vielen Titeln dabei. Ich hatte als erste Assoziation, dass sie lange ruhige Musikstücke machen. Sie gehören zu den Bands, von denen ich eher zufällig mal was im Radio höre. Ehrlich gesagt, kann ich mir auch kaum einzelne Stücke von ihnen merken. Als bekanntestes Lied kommt mir „Another Brick in The Wall“ in den Sinn.

Was macht denn jetzt ihren Ruhm und Status aus?

Zunächst ist Pink Floyd eine alte und lang bestehende Band. Gegründet 1965 in Cambridge, aufgelöst 2015. Ihre großen Erfolge hatten sie in den 70er Jahren mit den Alben „The Dark Side of The Moon“ (1973), „Wish You Were Here“ (1975) und dem Doppelalbum „The Wall“ (1979).

Pink Floyd im Kontext der Zeit

Es ist, glaube ich, wichtig, diese Band in ihrem zeitlichen und kulturellen Kontext zu sehen. Da freut sich die Kulturwissenschaftlerin. Auch wenn ich in dieser Woche bei der Recherche nur oberflächlich schauen konnte und auch hier im Blogeintrag alles nur streifen kann. Ich fand an der Beschäftigung mit Pink Floyd interessant, was damals parallel in der Gesellschaft passierte. Da gibt es etwa den Vietnamkrieg (1955 bis 1975), die Hippie-Bewegung und Friedensbewegung als Reaktion darauf, die Verbreitung von LSD und das Verbot u.a. dieser psychoaktiven Droge 1971 durch eine US-Konvention.

Doch zurück zur Musik. Die Alben waren zum Beispiel wirklich Alben, nämlich Schallplatten-Alben, die viel Platz zur Gestaltung boten. „The Wall“ war bzw. ist ein Doppel-Album mit zwei LPs, also vier Seiten. Wer sich heute ein Pink Floyd Stück z.B. auf Spotify anhört, hat nur die Musik. Alles Visuelle und Haptische des Gesamtkunstwerks fehlt.

Stichwort „Konzeptalbum“

Konzeptalben sind etwas, wofür Pink Floyd bekannt sind. Das bedeutet, die einzelnen Titel stehen nicht für sich allein sondern beziehen sich aufeinander und gehören mit textlichem Inhalt und der Gestaltung drumherum zu einem großen Ganzen.

So kommt es, dass etwa kaum eine Pause zwischen den Stücken gemacht wird und diese nahtlos in einander übergehen.

„Animals“ (1977) ist ein Konzeptalbum, das sich auf  George Orwells‘ „Animal Farm“ bezieht. 2017 gab es eine Ausstellung zu Pink Floyd in London. Die BBC machte dafür Werbung und erzählt dazu eine skurrile Geschichte zur Entstehung des Album-Covers von „Animals“:

Das Debütalbum „The Piper At The Gates of Dawn“ (1967) wird laut Wikipedia noch nicht als Konzeptalbum gesehen, hat aber ebenso eine verbindende Idee. Der Titel stammt vom Kinderbuch-Klassiker „Der Wind in den Weiden“.

Beim Anhören fühlte ich mich an die Beatles erinnert. Tatsächlich wurde das Album zur selben Zeit aufgenommen wie das Beatles Album „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. Zur Mitte hin werden die Klänge jedoch immer abgefahrener, psychedelischer. Es klingt nach einem LSD-Trip. Für nüchterne Ohren kann das anstrengend sein.

Oh, what a Show!

Passend zur vor sich hin wabernden Musik wurden bei Live-Auftritten bunte Lightshows gezeigt. Ein Show-Effekt, der wohl in den USA zu der Zeit schon oft genutzt wurde, in Europa aber erst aufkam.

Später wurden die Shows immer größer und phantastische, was den Begriff „Rockoper“ sicher rechtfertigt. Das Album „The Wall“ wurde 1982 sogar mit Bob Geldof in der Hauptrolle verfilmt.

Musiker & Musikalische Phasen

Neben dem Debütalbum haben Matthias und ich uns „Ummagumma“ (1969) angehört. Definitiv auch ein Album der psychedelischen Phase. Laut Wikipedia kamen danach die Programmatische, die Klassische, die Intellektuelle und die Post-Waters Phase.

Die musikalische Entwicklung der Band hing eng mit ihren Mitgliedern zusammen. Die ursprüngliche Besetzung von Pink Floyd bestand aus Syd Barrett (Gitarre, Gesang), Roger Waters (Bass, Gesang), Richard Wright (Keyboard, Gesang) und Nick Mason (Schlagzeug).

Tragischerweise musste sich die Band 1968 von Syd Barrett trennen, dem Mastermind hinter dem Debütalbum und dem Namensgeber von Pink Floyd. Aufgrund psychischer Probleme und exzessivem Drogenkonsum war er nicht mehr in der Lage seinen Posten zu halten. Das Stück „Shine On You Crazy Diamond“ (1975) ist eine Hommage an ihn. Als Ersatz für Barrett kam David Gilmore zur Band.

Mein Pink Floyd

Jetzt ist das schon ein langer Beitrag geworden mit viel Hintergrundinfos. Daher nochmal zurück zur Musik. Mein ganz persönliches Lieblingsalbum der Band ist „The Division Bell“ (1994).

Der Name wurde übrigens von Fantasy-Autor Douglas Adams vorgeschlagen.

Auch den eigenen Musikgeschmack kann Frau ja durchaus im zeitlichen Kontext betrachten. Das Album wurde von den Kritiken als schlecht und ideenlos bewertet. Aber mir ist herzlich egal, wie es sich in das Portfolio der Band einfügt. Es klingt für mich so aus einem Guss und so atmosphärisch, wie zwei Metal-Platten aus dem selben Jahr, die mich bis heute begleiten: „Wildhoney“ von Tiamat und „Tales From The Thousand Lakes“ von Amorphis. Bei allen drei Alben kann ich mich zurücklehnen und entspannen, da bin ich daheim angekommen.

 

 

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