Der Soundtrack dieser Woche kam von der Band Pulp. Was bei mir das Gefühl hervorrief, die 90er sind zurück! Ich bin wieder in der Schule und Ray Cokes moderiert mit herrlich britischem Akzent die Sendung Most Wanted beim Musiksender MTV. Das war schön, da hat auch meine Mutter mitgeschaut, weil Ray so lustig war.

Für meine populär-musikalische Bildung waren MTV und Viva damals mindestens so wichtig wie die Zeitschrift Metal Hammer für den Hard ’n‘ Heavy Bereich. Das angesagte neue Ding damals war Britpop.

Neben Pulp gehörten zu diesem Genre zum Beispiel Oasis, Blur, The Verve oder Suede.

Das Video zu „Common People“ fängt die Faszination rund um Pulp ganz gut ein: diese blassen Typen in ihren stylischen Anzügen, diese ernsten Gesten. Es ist Popmusik, es ist Rockmusik und es hat Klasse.

Die Lieder, die mir am meisten im Ohr geblieben sind, finden sich alle auf dem Album „Different Class“: Common People, Disco 2000 und I Spy.

So ein Great Britain Feeling wie bei dieser Musik kommt sonst nur auf, wenn die ARD-Korrespondentin Annette Dittert im bunten Outfit aus London berichtet. Sie hat übrigens einen Blog mit netten kleinen Berichten auf ihrer Website.

Vielleicht hing es ja mit dem Britpop zusammen, dass London bei uns in den 90ern so angesagt war. Die Klassenfahrt in der Oberstufe führte jedenfalls dorthin. Das Essen war schrecklich, wir haben uns gestritten, haben am Camden Market Trödel gekauft und in Soho Rum-Cola getrunken.

Pulp wurde 1978 in Sheffield als Schülerband von Jarvis Cocker und Peter Dalton gegründet. Das Album „Different Class“ (1995) war ihr größter Erfolg. 2001 brachten sie ihr letztes Studioalbum heraus. Nach längerer Pause gingen sie 2012 nochmals auf Tour. Das Abschlusskonzert in Sheffield wurde in den 2014er Dokumentarfilm „Pulp: A Film About Life, Death and Supermarkets“ aufgenommen.

Das Album „This is Hardcore“ (1998) ist düsterer, trauriger. Wobei ich die Lieder von Pulp allgemein nicht als besonders fröhlich finde. Von diesem Album stammt das Lied „Little Soul“:

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