Ein Rückblick auf das Barcamp Stuttgart, welches am 15. und 16. September 2018 im Hospitalhof stattgefunden hat. Das elfte Barcamp in Stuttgart war wieder spannend und bereichernd, das Wetter wunderbar und die Leute sehr nett. Ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer in der Orga und an die Sponsoren!

Dieses Jahr war ich an den zwei Tagen bei neun Sessions, eine davon habe ich mit M. zusammen gehalten. Das ganze war eingerahmt in die Begrüßung und Vorstellungsrunde, die Essenspausen und die Abschluss-Session. Viel Input, das noch nachhallt in meinen Gedanken.

Samstag

Hospitalhof-Führung

Dieses Jahr habe ich es endlich auch geschafft eine Führung durch den Hospitalhof mitzumachen. Rolf hat uns netterweise näher gebracht, was es mit den Gebäuden und der Institution an sich auf sich hat. In der Session habe ich Protokoll geschrieben, weshalb ich jetzt selbst ohne Notizen dazu dastehe… Aber immerhin habe ich Fotos aus der Hospitalkirche, die zu dieser Jahres- und Tageszeit durch die Prismen am Eingang mit einem bunten Farbspiel aufwarten kann.

Garten-Session

Die eigene Session von M. und mir befasste sich mit dem Thema Garten. Seit Juli 2018 bewirtschaften wir ein Grundstück in der Kleingartenanlage Raichberg, im Stuttgarter Osten. In den zweieinhalb Monaten seit unserem Gartenstart haben wir schon so viele theoretische Überlegungen angestellt und praktische Erfahrungen gesammelt, dass wir uns in einer Runde gerne dazu austauschen wollten.

Als Literatur-Tipps hatte ich folgende Werke ins Spiel gebracht: Marie-Luise Kreuter „Der Biogarten“, Hans Walter Riess „Obstbaumschnitt in Bildern“ (für EUR 4,60 bei Manufactum) und Josef H. Reichholf „Knaurs Großer Naturführer“. Vielleicht geht der Austausch auch nach dem Barcamp noch weiter, denn eine Teilnehmerin hatte Interesse am Topinambur aus dem Garten geäußert.

Wandern in Baden-Württemberg

Passend dazu ging die nächste Session am Samstag für mich draußen weiter: Susi und Frank vom Heimat-Verliebt Podcast sind ausgebildete Wanderführer und stellten im Innenhof einige heimische Wegmarken und Orientierungsmöglichkeiten auf Wanderrouten vor.

Ich blicks nimmeh – Die Nibelungen-Sage

Im Anschluss führte Tara die TeilnehmerInnen der nächsten Session auf eine gedankliche Reise durch die Nibelungensage. Mit vereinten Kräften und visueller Unterstützung durch Taras Bilderkärtchen haben wir versucht, die Geschichte rund um Siegfried, Hagen, Kriemhild, Gunter und Brunhild nachzuerzählen. Eine höchst vergnügliche Angelegenheit!

Populismus-Session

Nach dem Abendessen ging es wieder ernster zu. Sven und Rolf haben sich dem Thema „Populismus – Was jetzt?“ gestellt.

Hilfreich fand ich dabei Rolfs Hintergrundinfos zum Begriff Populismus. Wann dieser erstmals in der letzten Zeit in Erscheinung trat und wie er sich zum Rassismus abgrenzt. Was ich mitnehme, nicht nur in Bezug auf Populismus, ist folgende Herangehensweise: Wenn es um ein schwieriges Thema geht, Person und Inhalt trennen. Das bedeutet, nicht die Person kritisieren sondern ihre Inhalte oder ihr Verhalten. Die Person jedoch immer mit Respekt und Wertschätzung behandeln. Dazu passt die Erinnerung, dass es oft schlicht um Ängste geht. Bei Ängsten hilft die Beschäftigung bzw. Konfrontation mit dem, was Angst macht. Eine Angst ist ein Gefühl – ohne bösen Willen.

Wenn es darum geht, eine Person die angegriffen wird zu unterstützen, sind ähnliche Verhaltensweisen wie bei einem Unfall hilfreich. Also zunächst die Situation einschätzen, Eigensicherung betreiben, konkret UnterstützerInnen ansprechen und Hilfe rufen. Auch alles gut dokumentieren und wenn es geht selbst helfen, jedoch sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Mit diesen Eindrücken endete für mich der erste Tag. Daheim wartete das Kätzchen auf Spiel und Abendessen.

Sonntag

Session „Gewinn durch Verzicht“

Am Sonntag ging es für mich nach der Sessionplanung weiter mit dem Thema von Maja und Martin „Gewinn durch Verzicht“. Angedacht wurde u.a. der Gewinn an Lebensqualität dadurch, dass wir uns weniger Reizen aussetzen und mit weniger Dingen umgeben, die unsere Aufmerksamkeit und Energie binden. Verzicht nicht als etwas Negatives sondern als Loslassen. Dadurch lässt sich Zeit gewinnen, die anders – oder überhaupt – gestaltet werden kann. Etwa mit Lesen, Freunde treffen, Meditation oder einfach zur Ruhe kommen. Auch die Gesellschaft, mit der wir uns umgeben lässt sich gestalten. Dies führt letztlich zu der Frage: Was ist mir wichtig?

Urlaub machen oder Reisen? Die eigenen Bedürfnisse oder die der Firma? Viel Materielles suggeriert gerne Sicherheit. Eine Alternative kann einen innere Struktur sein, die mich stützt.

Als Antwort auf die Frage, warum man verzichtet, z.B. auf Fleisch, könnte man die Gegenfrage stellen: „Willst Du es wirklich wissen?“ oder einfach sagen, „Es geht mir besser so.“ Vorsicht ist immer geboten bei Dogmatismus, denn dieser schränkt die gewonnene Freiheit wieder ein.

Session „Brexit“

Weiter ging es mit dem Thema „Brexit“ von Michael. Am 29. März 2019 ist Brexit-Tag, dann tritt Großbritannien aus der EU aus. Wie kam es dazu, wer sind die treibenden Persönlichkeiten und Bewegungen dahinter? Wie wird sich die Sache wohl für England, für Europa und für uns in Deutschland auswirken?

Session „Japan“

Ins noch weiter entfernte Ausland hat uns Katja mit ihre „Japan“-Session mitgenommen. Sie war mit ihrem Partner ganz frisch von einer Japan-Reise zurück und hatte uns ihre Bilder und Eindrücke mitgebracht. Wie anders eine Kultur doch sein kann. Jetzt bin ich neugierig, mehr darüber in der Stadtbibliothek zu recherchieren. Über Origami, die Kultur des Schenkens, den Umgang mit Müll, die öffentlichen Verkehrsmittel … Als Literaturtipp hat uns Katja das Buch „Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald“ (2016) von Kerstin und Andreas Fels ans Herz gelegt.

Session „Fahrradfreundliches Stuttgart“

Die 4. Session am Sonntag hab ich ausfallen lassen. Der Kopf war mittlerweile voll genug. M. war noch bei der Session „Fahrradfreundliches Stuttgart“ von Anne und durfte anschließend – mit Begeisterung – ihren UNU Elektroroller Probe fahren. Den Bürgerentscheid für eine fahrradfreundliche Stadt haben wir direkt unterschrieben!

Nächstes Jahr geht’s weiter!

Am 14. & 15. September 2019 findet das zwölfte Barcamp Stuttgart statt. Ich denke, wir werden wieder dabei sein. Vielleicht lässt sich unsere Lieblingseisdiele hier im Stuttgarter Osten, die Schleckerei, ja zu einem Eis-Sponsoring überreden…

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