Kürzlich standen die Zeugen Jehovas vor der Tür und wollten über „Hoffnung“ sprechen. Worauf sollen oder können wir hoffen? Eine philosophische Frage. Mit dem Begriff verbinde ich spontan eine eigentlich ausweglose Situation, in der dennoch der Funke einer Chance besteht, dass sie glücklich ausgeht. Nach dem Motto: für den Patienten besteht noch Hoffnung. Doch selbst wenn die Ausgangssituation nicht so extrem schlecht ist, lässt mich der Gedanke an Hoffnung davon ausgehen, das Jetzt sei nicht so gut wie es eine nahe oder ferne Zukunft sein könnte. Insofern nehme ich an, es ging den beiden Gläubigen um die Verheißung eines jenseitigen paradiesischen Zustandes bei Gott.

2017 habe ich persönlich nicht als so schlecht erlebt, dass „Hoffnung“ unbedingt ein Schlagwort wäre, welches mir im Hinblick auf 2018 in den Sinn käme. Meine Grundstimmung ist eher positiv, deshalb würde ich stattdessen „Neugier“, „Vorfreude“, „Spannung“ aber auch „Zutrauen“ nennen. Alle Herausforderungen werden sich irgendwie meistern lassen. Der Jahreswechsel ist eine Zeit der guten Wünsche, so ist die Frage „Was können oder dürfen wir hoffen?“ nicht ganz abwegig. Wir wünschen uns gegenseitig Glück, Gesundheit, Freude und Erfolg. Auf diese Weise zeigen wir Verbundenheit, denn wir wünschen unserem Gegenüber Gutes.

Was mir am Jahreswechsel gefällt, ist die Kraft in der Idee ganz neu beginnen zu können. Die Zeiger der Uhr stehen wieder auf Null, die „Sünden“ des alten Jahres sind gelöscht. Das Jahr, wenn es nur wenige Stunden alt ist, ist noch nicht verpfuscht. Das ist natürlich zugespitzt formuliert und nur eine schöne Hoffnung. Straftaten aus dem Vorjahr sind nicht einfach vergeben. Wer sich in der Silvesternacht verletzt, für den beginnt 2018 schlecht. Insofern ist das alte Jahr nicht vergessen. Ich blicke an den Feiertagen zwischen Weihnachten und Neujahr gerne zurück und nach vorne. Ich verorte mich dadurch neu und bin dankbar für Erlebtes.

Mir kommt dieser zyklische Neubeginn sehr zupass, denn ich mache gerne Pläne.  Sie sind der erste Schritt von einer Idee zu ihrer Umsetzung. Dabei ist es nicht schlimm, wenn sich auf dem Weg herausstellt, dass sie in der Wirklichkeit nicht bestehen. Nur durch den Test hat sich das schließlich herausfinden lassen.

Heute, am 1. Januar 2018 gibt es bei uns die in Schwaben obligatorische Neujahrsbrezel. Sie ist etwas in die Breite gegangen und ähnelt damit meinen diesjährigen Weihnachtsplätzchen, aber schmeckt!

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