Eine Woche Urlaub ist fast rum, inzwischen hat sich sowas wie Entspannung eingestellt. Dabei war ich die ersten Tage so müde und hab so viel geschlafen, dass ich schon dachte, ein Burn-out hätte mich kalt erwischt. Etwas beängstigend, wenn so gar nichts mehr geht außer essen und schlafen.

Die Wende kam, als ich mich aufgerafft hab und in meinen Yoga-Kurs gegangen bin. Nicht unbedingt das Yoga war der Kraftschub, sondern eher die Tatsache, mir selbst einen Tritt in den Hintern verpasst zu haben. Du gehst da jetzt hin! Danach war auch irgendwann sogar Motivation da, mich an liegengebliebenen Papierkram und die Steuererklärung zu machen. Aber das sind ja trotzdem eher die unangenehmen Dinge des Alltags.

Was macht frau denn so im Urlaub, wenn sie mal Zeit hat und sich die Tage ganz frei gestalten kann? Viel Radio hören und sich über das gute Abschneiden der AfD bei den Wahlen die Haare raufen. Oder über die Idee des BND, die sozialen Netzwerke stärker zu überwachen. Oder über vergewaltigte und aufgehängte Mädchen in Indien. Schöne neue Welt! Echt, es geschieht so viel Mist auf unserem Planeten und meine Gefühle dazu schwanken zwischen Ärger, Wut, Verzweiflung, Resignation und Revolutionsgedanken. Aber eben mal schnell die Welt retten, ist halt nicht.

Nun ja, statt dessen waren wir im Garten, haben dort kräftig umgegraben, eine Randbefestigung angelegt und eine Gründüngung als Bodenkur ausgesät. Hat gut getan und auch das Mütchen ein wenig gekühlt. Wir hatten Besuch von lieben Freunden und sind auf die Uhlandshöhe spaziert. Ich hab Klamotten aussortiert, die demnächst ins Secondhand Kaufhaus hier in der Nähe wandern. Ist eine feine Sache: der z.megastore gehört zum Frauenunternehmen ZORA, das sich für Förderung und Weiterbildung von Frauen einsetzt. Überhaupt lerne ich die gute Infrastruktur hier im Stuttgarter Osten mehr und mehr zu schätzen.

Wir haben so viele Sachen in Laufentfernung: Ärzte, Bioladen/Supermarkt, Copyshop, Bäcker, Bank und Post… Was mir im Vergleich zum vorigen Leben in der Gemeinschaft am meisten fehlt, sind die unkomplizierten sozialen Kontakte. In der KoWa hab ich mit Leuten in einem Haus gewohnt, mit denen ich größtenteils auch befreundet war. Man lief sich zwangsläufig über den Weg und hatte Zeit für einen Plausch. Oder nach dem Abendessen saß einfach eine Runde noch länger am Tisch, spielte Stadt Land Fluß oder startete ein Lagerfeuer.

Nun ist es immer ein Angang, Kontakte aufrecht zu halten. Freunde zu treffen bedeutet Terminabsprachen: wann treffen wir uns? Wo? Was wollen wir zusammen unternehmen? Darin bin ich nicht gut, das merke ich gerade. Denn Ruhe und unverplante Zeit für mich sind mir schon sehr wichtig. Da scheint das Wochenende immer so verdammt knapp. Die Balance zu finden zwischen Rückzug und Geselligkeit wird eine keine leichte Aufgabe.

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