Archiv für das Tag 'Waltershausen'

Spaziergang zur Kräuterwiese

Natali 29. August 2010

Es lohnt sich, ab und an die Kamera dabei zu haben. Bei meinem letzten Spaziergang zum Waltershäuser Schloss Tenneberg und den Kräuterwiesen kam an einem trüben Tag plötzlich die Sonne durch

Im Vergleich zum sehr verbauten Schwabenland ist die Landschaft hier wunderbar weit und waldreich. Das gefällt mir sehr und ich freue mich schon auf zukünftige Ausflüge in den nahen Thüringer Wald oder den Hainich. Die Heinz-Sielmann-Stiftung sucht in diesem Jahr das Schönste Naturwunder Deutschlands. Die, neben dem Hainich, zur Wahl stehenden Waldgebiete klinge alle sehr verlockend für einen Ausflug.

Sommerbaustelle

Natali 1. August 2010

Mit riesen Schritten geht gerade der Zimmerbau in der KoWa voran. Was vor ein paar Wochen noch ein einziger großer Raum war, gleicht jetzt einem Großwildgehege.

Die Außenwände sind zwischenzeitlich gedämmt worden und was aussieht wie massige Käfige, sind die Ständer, an die später die Rigipsplatten der Zwischenwände kommen. Dadurch ergeben sich ungewohnte Durchsichten, denn einerseits bekommt man schon ein Gefühl für die entstehenden Räume, andererseits ist es noch möglich, durch die Wände zu sehen.

Ankommen

Natali 16. April 2010

Als ich dieses Blog begonnen habe, sollte es sich eigentlich um das Thema Kunst drehen. Sowohl zu den Arbeiten verschiedener Künstler als auch zu Eigenproduktionen wollte ich Gedanken, Fragen und Skizzen sammeln. Dieser Schwerpunkt hat sich in letzter Zeit ein wenig auf Buchvorstellungen und Erlebnisberichte verlagert, was ich jedoch nicht tragisch finde.

Seit letzter Woche wohne ich nun im grünen Herzen Deutschlands, im thüringischen Waltershausen. Der Umzug an sich war wohl eher banal, mit dem üblichen Logistikstress und viel Kistengeschleppe. Das Ankommen im neuen Zuhause gestaltet sich dafür umso interessanter, denn der Herr Freund und ich lassen mit diesem Schritt die Stille unserer alten Wohnung hinter uns. Ab jetzt ist immer Leben in der Bude, mit vielen Gesprächen und viel Aktivität jeden Tag.  Wir testen die KoWa endlich richtig vor Ort … und sie uns.

Noch kann von Alltag keine Rede sein, denn es gibt noch so viel zu lernen und entdecken. Bisher habe ich beim Kochen für etwa 20 Personen geholfen. Das schult hoffentlich, nach und nach ein Gefühl für Mengen und Zeiteinteilung zu bekommen. Für jemanden wie mich, die gerne plant, eigentlich eine ganz nette Sache. Und statt vorm Computer zu sitzen saß ich die Tage am großen Flügel um meine Klavierkenntnisse wiederzubeleben.  Nächste Woche steht sogar Sport auf der Liste: Basketball, was ich seit der Schule nicht mehr gespielt habe.

Dieses Wochenende klinke ich mich in den Seminarbetrieb ein, das bedeutet Räume vorbereiten und den Gästen Rede und Antwort stehen. Ansonsten gibt es einfach sehr viel zu tun um die wachsende Gruppe am funktionnieren zu halten, von praktischer (Bau-)Arbeit über regelmäßige Diskussionen bis zum Papierkram.

Das ist alles so belebend und mir geht es gerade so richtig gut! Demnächst werde ich mir eine Werkstattecke zum Töpfern einrichten um wieder an der Töpferscheibe zu üben. Dann brauche ich nur noch eine Brennmöglichkeit in der näheren Umgebung – oder vielleicht fällt mir doch noch irgendwann ein passender Brennofen vor die Füße. Das Thema Kunst könnte hier jedenfalls bald wieder mehr Gewicht bekommen.

Übung in Geduld

Natali 12. März 2010

Bald, bald ist es soweit. Dann werden die Kisten gepackt und all die vielen Dinge reisen mit uns durchs Land, zu unserem neuen Abenteuer in Thüringen. Letzte Woche war ich zu einem weiteren Besuch in der Kommune Waltershausen.

Es war ein Arbeitseinsatz, denn vor dem Umzug soll ja die zukünftige Wohnstätte schön und behaglich vorbereitet werden. Und so lernt eine studierte Geisteswissenschaftlerin gerade so langsam das 1×1 auf der Baustelle. Mittlerweile habe ich jedenfalls erste Übungsrunden im Verspachteln und späteren Schleifen von Fugen hinter mir. Am Ende war ich zwar geschafft, aber auch sehr gut gelaunt über das Ergebnis.

Was jetzt kommt wird eine größere Logistikaufgabe. Ausmisten, Dinge auseinanderbauen und wiederfindbar verpacken. Diverse Sachen abmelden, ummelden, neu anmelden. Wie groß muss der Laster sein, wer hilft beim Schleppen, woher bekommen wir eine Sackkarre…

Auf das Auspacken im neuen Zuhause freue ich mich dagegen schon sehr!

Auf ins Jahr 2010

Natali 6. Januar 2010

Liebe_Giessen

Ihr Leute, ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr mit viel Energie für alle Eure Vorhaben! Das Bild, mit dem “Liebe”-Schriftzug an einem Haus in Gießen, fand ich ganz passend für einen Ausblick auf das neue Jahr.

Die erste Hälfte des Vorjahres 2009 hatte ich zu viel mit dem Gegenteil zu kämpfen, einer dumpfen Wut im Bauch.  Ein absolut zerstörerisches Gefühl, von dem ich sehr froh bin, es hinter mir gelassen zu haben. In diese Zeit fiel auch der Amoklauf in Winnenden, der meinen Blick auf unseren Nachbarort und gleichzeitig auf das Internet erschüttert hat.  Für viele Freunde und Angehörige der Opfer wird es eine traurige Weihnachtszeit und kein freudiger Jahreswechsel gewesen sein.

Für mich ist wieder Ruhe eingekehrt und das Social Web, mit den vielen neuen Twitterbekanntschaften, ist auf eine seltsame Art und Weise zu einer zweiten Heimat geworden. Auch dank unseres regelmäßigen “Stammtisches”, der Stuttgarter pl0gbar.

In der nahen Zukunft sollen sich noch mehr die Dinge, Tätigkeiten und Menschen in meinem Leben tummeln, denen ich mit positiven Gedanken verbunden bin. Das ist mein Wunsch für 2010. Mit der Kommune Waltershausen scheinen Zellmi und ich einen Ort gefunden zu haben, an dem sich viel von unseren Träumen verwirklichen lässt. Wir wollen uns auf das Abenteuer einlassen und sind beide schon sehr neugierig. Vielleicht wird es nichts und wir kehren auf einen “herkömmlichen” Pfad zurück. Aber das glaube ich eigentlich nicht. So oder so ist es toll, ein Ziel zu haben und Silvester in Waltershausen war wunderschön.

Wir beschnuppern uns… und es riecht gut!

Natali 15. November 2009

Lauri1

Anfang November verbrachten der Freund und ich ein weiteres Mal etwas Zeit in Thüringen, in der Kommune Waltershausen (kurz: KoWa). Im Sommer war unser Interesse an alternativen Lebenskonzepten – nach längerem Schlummer – durch das Los geht’s 09 wieder voll entfacht worden. Nach vielen theoretischen Überlegungen über das Leben in Gemeinschaft haben wir uns also daran gemacht, vor Ort die Lage zu erkunden.

Nach einem positiven Schnupper-Wochenende und einer arbeitsreichen Erntewoche ging es also in Waltershausen in eine neue Runde. Diesmal war es etwas ruhiger, denn bis zur Wochenmitte waren nur wenig Gäste da. So gab es mehr Gelegenheit zum Austausch mit den KommunardInnen. Nebenbei haben wir ein wenig in der Küche, im Garten, bei der Holzheizung oder bei diesem und jenem geholfen und so mehr vom Kommune-Alltag erlebt.

Dank der umfangreichen Spielesammlung im Gemeinschaftsraum der KoWa sind wir nun fast schon Abalone-Profis und zumindest Tichu-Anfänger.

Für unser “Programm” haben wir diesmal selbst gesorgt und die Gelegenheit zu einem Tagesausflug in die Landeshauptstadt Erfurt genutzt. Dort wurde gerade auf dem Platz vor dem stattlichen Dom der Weihnachtsmarkt aufgebaut.

Erfurt_Dom

Beim Spaziergang durch die Altstadt sind uns die vielen kleinen Lädchen aufgefallen, die zum Teil sehr originelle kunsthandwerkliche Dinge anboten. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir schön draußen in ein Café sitzen und auf die Wasserläufe blicken können, die die Stadt durchziehen. So sind wir ins Naturkundemuseum gegangen, haben die große Eiche im Gebäude bewundert und uns von der Arche Noah im Kellergewölbe schaukeln lassen.

Der Abschied von der KoWa war sehr herzlich und ist uns entsprechend schwer gefallen. Ich hatte mich schon richtig an die Spiele mit Kätzchen Lauri gewöhnt und natürlich an die vielen netten Leute. Wir kommen bestimmt wieder und ich freue mich schon sehr darauf!

Erntezeit in Waltershausen

Natali 4. Oktober 2009

Fenster_Waltershausen

Das war eine arbeitsreiche, vergnügliche und interessante Erntewoche, die ich in der Kommune Waltershausen, genannt KoWa, verbringen durfte. Ende August waren wir hier zum Schnupperwochenende, worüber Zellmi berichtet hatte. Nun also nochmal ein Aufenthalt in Waltershausen, dem 10.000 Seelen-Örtchen an der A 4 zwischen Eisenach und Erfurt, am Rand des Thüringer Walds.

Frischluft und Feldarbeit

Nach und nach reisten etwa 10 jüngere und ältere Leute aus ganz Deutschland an, die die Gemeinschaft in der Erntezeit unterstützen und so im Gegenzug das Leben in der Kommune kennenlernen wollten. Zahlenmäßig waren wir also in etwa so viele Gäste wie KommunardInnen, was für unsere GastgeberInnen sicher anstrengend war. Aber sie haben sich auch diesmal wieder sehr nett um uns gekümmert. Vielen Dank dafür!

Geerntet wurden Äpfel, Tomaten, Rote Beete, Kohl, Calendulablüten und Holunderbeeren, Zucchini, Kürbisse und Karotten. Einen Teil davon haben wir direkt weiterverarbeitet, z. B. zu Apfelmus, der Rest wurde eingelagert für den Winter. Leckeren frischen Apfelsaft gab es natürlich auch.

Menschen und Geschichten

Nebenbei gab es immer Gelegenheit zum Plaudern und so viele Geschichten von den einzelnen Leuten mitzubekommen. Ein Aspekt, der mir an der Idee vom Leben und Arbeiten in einer Gemeinschaft so gut gefällt.

Unser Gäste-Nachtlager war ein großer, lichtdurchfluteter Raum mit vielen Matratzen, in dem jeder sein Plätzchen gefunden hat. Es galt also, sich rücksichtsvoll zu verhalten und das Ruhebedürfnis der anderen zu respektieren. Ich finde, das hat ganz gut geklappt und selbst im gemeinsamen Bad habe ich keinen Engpass erlebt. Für das Leben in einer Gemeinschaft  ist ein eigenes Zimmer, ein ganz privater Rückzugsraum sehr wichtig, doch für den kurzen Aufenthalt war diese kleine “Unannehmlichkeit” vielleicht sogar dienlich. Schließlich war zumindest mir wichtig, viel von den Menschen mitzubekommen, gesellig zu sein und mich nicht zurückzuziehen.

Ich bin mit einem guten Gefühl aus Waltershausen zurückgekehrt und mit viel Lust daran, noch weitere Besuche folgen zu lassen.