Ankommen
Natali 16. April 2010

Als ich dieses Blog begonnen habe, sollte es sich eigentlich um das Thema Kunst drehen. Sowohl zu den Arbeiten verschiedener Künstler als auch zu Eigenproduktionen wollte ich Gedanken, Fragen und Skizzen sammeln. Dieser Schwerpunkt hat sich in letzter Zeit ein wenig auf Buchvorstellungen und Erlebnisberichte verlagert, was ich jedoch nicht tragisch finde.
Seit letzter Woche wohne ich nun im grünen Herzen Deutschlands, im thüringischen Waltershausen. Der Umzug an sich war wohl eher banal, mit dem üblichen Logistikstress und viel Kistengeschleppe. Das Ankommen im neuen Zuhause gestaltet sich dafür umso interessanter, denn der Herr Freund und ich lassen mit diesem Schritt die Stille unserer alten Wohnung hinter uns. Ab jetzt ist immer Leben in der Bude, mit vielen Gesprächen und viel Aktivität jeden Tag. Wir testen die KoWa endlich richtig vor Ort … und sie uns.
Noch kann von Alltag keine Rede sein, denn es gibt noch so viel zu lernen und entdecken. Bisher habe ich beim Kochen für etwa 20 Personen geholfen. Das schult hoffentlich, nach und nach ein Gefühl für Mengen und Zeiteinteilung zu bekommen. Für jemanden wie mich, die gerne plant, eigentlich eine ganz nette Sache. Und statt vorm Computer zu sitzen saß ich die Tage am großen Flügel um meine Klavierkenntnisse wiederzubeleben. Nächste Woche steht sogar Sport auf der Liste: Basketball, was ich seit der Schule nicht mehr gespielt habe.
Dieses Wochenende klinke ich mich in den Seminarbetrieb ein, das bedeutet Räume vorbereiten und den Gästen Rede und Antwort stehen. Ansonsten gibt es einfach sehr viel zu tun um die wachsende Gruppe am funktionnieren zu halten, von praktischer (Bau-)Arbeit über regelmäßige Diskussionen bis zum Papierkram.
Das ist alles so belebend und mir geht es gerade so richtig gut! Demnächst werde ich mir eine Werkstattecke zum Töpfern einrichten um wieder an der Töpferscheibe zu üben. Dann brauche ich nur noch eine Brennmöglichkeit in der näheren Umgebung – oder vielleicht fällt mir doch noch irgendwann ein passender Brennofen vor die Füße. Das Thema Kunst könnte hier jedenfalls bald wieder mehr Gewicht bekommen.





In der Mittagspause ein neues T-Shirt gekauft. Einfach so, weil so drollige Männchen drauf waren. Daheim mal gegoogelt, was der Schriftzug unter den Zwergen zu bedeuten hat.
Es ist Samstag, eigentlich schon Sonntag – und unter kreativen Gesichtspunkten war dieses Wochenende bisher noch kein Brüller. Wollte ich doch heute was schönes nähen, Skizzen machen und was noch alles. Statt dessen hab Blumen gehäkelt. Und so nach jahrelanger Häkelabstinenz herausgefunden, dass diese Kulturtechnik noch irgendwo in meinem Hirn gespeichert ist. Wird wohl zu irgendwas gut sein…