Die Bücherdiebin
Natali 19. März 2010

Draußen bricht der Frühling aus, während im Buch ein Bombenhagel auf München regnet. Das Wetter nimmt keine Rücksicht auf unsere Befindlichkeiten. Heute habe ich die letzten Seiten von “Die Bücherdiebin” von Markus Zusak gelesen und fühle mich noch etwas benommen.
Fröhlich war diese Lekture nicht unbedingt, auch keine Sensation in Sachen Spannung. Subtil trifft es vielleicht, wie eine feine Zeichnung. Eine deutsche Kindheit im Zweiten Weltkrieg könnte das Thema sein, interessanterweise erzählt vom Tod selbst. Er hat viel zu tun in diesen Jahren, denn er sammelt die Seelen der Gestorbenen ein. Während seiner Arbeit begegnet er mehrfach einem Mädchen, das nach und nach eine besondere Leidenschaft für Bücher entwickelt. Er beobachte sie und berichtet von den harten Schicksalsschlägen, aber auch dem kleinen Glück in ihrem Leben. Bis sie jedoch beruflich seine Aufmerksamkeit weckt, vergehen noch viele Jahre.
Die Charaktere sind sparsam aufgestellt, gerade so viele wie nötig um das Umfeld der Protagonistin anschaulich zu machen. In einer Zeit der Verknappung wird auch die Sprache erfinderisch, schafft Provisorien und freut sich über scheinbar einfache Fundstücke. Ein Keller wir wichtig, wird Schauplatz für Wetterberichte und viele Boxkämpfe zwischen einem Juden und Hitler.
Ein sehr unaufgeregter Roman, der auch bei der wirklich schweren Kost ruhig bleibt, nicht ins große Drama verfällt. Hat mir gut gefallen.
