Archiv für das Tag 'Kommune'

Sommerbaustelle

Natali 1. August 2010

Mit riesen Schritten geht gerade der Zimmerbau in der KoWa voran. Was vor ein paar Wochen noch ein einziger großer Raum war, gleicht jetzt einem Großwildgehege.

Die Außenwände sind zwischenzeitlich gedämmt worden und was aussieht wie massige Käfige, sind die Ständer, an die später die Rigipsplatten der Zwischenwände kommen. Dadurch ergeben sich ungewohnte Durchsichten, denn einerseits bekommt man schon ein Gefühl für die entstehenden Räume, andererseits ist es noch möglich, durch die Wände zu sehen.

Baustellenvorbereitung

Natali 1. Juli 2010

Bald geht es los mit der Sommerbaustelle in der KoWa. Es soll neuer Wohnraum entstehen, wo jetzt noch alles sehr kahl ist.

Zwischenzeitlich waren die Räume beliebter Spielplatz und Ort zum Wäschetrocknen. Doch damit ist nun vorerst Schluss. Die Wäscheleinen mussten weichen, auch die verschiedenen Schutthaufen hab wir an passendere Orte verfrachtet.

Bin schon sehr neugierig, wie sich hier alles bald verändern wird. Aus dem einen großen Raum sollen mehrer Zimmer und ein Bad werden. Die können wir auch gut gebrauchen, schließlich stehen die nächsten potentiellen KommunardInnen schon in den Startlöchern.

Demnächst gibt es sicher das ein oder andere Foto von den Baufortschritten.

Lauter nette Leute

Natali 7. Juni 2010

Letztes Wochenende wurde die ganze KoWa zum Bienenstock. Anlass war das 22. Treffen des Kommuja Netzwerks der politischen Kommunen in Deutschland. Wir hatten gut 40 Leute zu Gast, die sich untereinander teils schon viele Jahre kannten. Entsprechend herzlich war das Wiedersehen.

Es brummte vor Ideen, Diskussionen, gutem Essen, Tanz und Spielen. Das Sommerwetter tat sein übriges und am Ende sahen wir alle recht hübsch sonnenbraun aus. Nach den Besuchen von vielen Gästen, die bisher wenig mit Gemeinschaftsleben zu tun hatten, war es angenehm, nun die Profis zu Besuch zu haben. Sprich, Leute die sich gut selbst organisieren können und schlicht mehr Einblick in die Abläufe einer Kommune haben.

Über das Wochenende gab es Workshops und Gesprächsrunden, bei denen u.a. aktuelle Schwierigkeiten in der jeweiligen eigenen Gemeinschaft thematisiert und gemeinsam Lösungsansätze gefunden wurden. Etwa zur Frage, wie sich Organisations- und Entscheidungsfindungsstrukturen bei wachsender Gruppengröße anpassen müssen. Oder die Frage, wie sich dem Phänomen der Überarbeitung bei vielen Leuten in Projekten gegensteuern lässt.

Viel diskutiert wurde natürlich auch der Beschluss, am 22. April 2011 den Kapitalismus abzuschaffen. Es scheint noch Klärungsbedarf zu bestehen, was genau dieser Kapitalismus ist. Gefolgt von der Frage, wo wir dann unsere Bananen herbekommen…

Neben freundschaftlichen Kontakten zur Kommune Hof Rossee oder der Kommune Niederkaufungen kannte ich bis vor dem Treffen niemand aus dem Netzwerk. Die neuen Verknüpfungen haben mich daher sehr gefreut und ich bin schon mächtig gespannt auf die nächsten Zusammenkünfte. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Etwa steht die Vorbereitung des Los geht’s 2011 an oder die Website des Netzwerks www.kommuja.de gut zu hüten.

Übung in Geduld

Natali 12. März 2010

Bald, bald ist es soweit. Dann werden die Kisten gepackt und all die vielen Dinge reisen mit uns durchs Land, zu unserem neuen Abenteuer in Thüringen. Letzte Woche war ich zu einem weiteren Besuch in der Kommune Waltershausen.

Es war ein Arbeitseinsatz, denn vor dem Umzug soll ja die zukünftige Wohnstätte schön und behaglich vorbereitet werden. Und so lernt eine studierte Geisteswissenschaftlerin gerade so langsam das 1×1 auf der Baustelle. Mittlerweile habe ich jedenfalls erste Übungsrunden im Verspachteln und späteren Schleifen von Fugen hinter mir. Am Ende war ich zwar geschafft, aber auch sehr gut gelaunt über das Ergebnis.

Was jetzt kommt wird eine größere Logistikaufgabe. Ausmisten, Dinge auseinanderbauen und wiederfindbar verpacken. Diverse Sachen abmelden, ummelden, neu anmelden. Wie groß muss der Laster sein, wer hilft beim Schleppen, woher bekommen wir eine Sackkarre…

Auf das Auspacken im neuen Zuhause freue ich mich dagegen schon sehr!

Los geht’s – auch 2010 wieder

Natali 3. Februar 2010

Im letzten Jahr waren Matthias und ich beim “Los geht’s 2009″ in Escherode (Hessen). Das ist ein großes Treffen für Leute, die sich für ein Leben in Gemeinschaften bzw. Kommunen interessieren. Bestehende Projekte stellen sich vor, Gründungsgruppen treffen sich und man kommt mit vielen interessanten Leuten ins Gespräch. 2009 entstand dabei auch ein Film, der nun auf www.losgehts.eu zu sehen ist.

Die Anmeldung für das “Los geht’s 2010″, von 13.-16. Mai in Jahnishausen (Sachsen), ist über die Seite übrigens auch schon möglich. Allen, die sich für das Thema Kommunen bzw. alternative Lebens- und Wohnkonzepte interessieren, kann ich nur wärmstens empfehlen, dort einmal dabei zu sein.

Auf ins Jahr 2010

Natali 6. Januar 2010

Liebe_Giessen

Ihr Leute, ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr mit viel Energie für alle Eure Vorhaben! Das Bild, mit dem “Liebe”-Schriftzug an einem Haus in Gießen, fand ich ganz passend für einen Ausblick auf das neue Jahr.

Die erste Hälfte des Vorjahres 2009 hatte ich zu viel mit dem Gegenteil zu kämpfen, einer dumpfen Wut im Bauch.  Ein absolut zerstörerisches Gefühl, von dem ich sehr froh bin, es hinter mir gelassen zu haben. In diese Zeit fiel auch der Amoklauf in Winnenden, der meinen Blick auf unseren Nachbarort und gleichzeitig auf das Internet erschüttert hat.  Für viele Freunde und Angehörige der Opfer wird es eine traurige Weihnachtszeit und kein freudiger Jahreswechsel gewesen sein.

Für mich ist wieder Ruhe eingekehrt und das Social Web, mit den vielen neuen Twitterbekanntschaften, ist auf eine seltsame Art und Weise zu einer zweiten Heimat geworden. Auch dank unseres regelmäßigen “Stammtisches”, der Stuttgarter pl0gbar.

In der nahen Zukunft sollen sich noch mehr die Dinge, Tätigkeiten und Menschen in meinem Leben tummeln, denen ich mit positiven Gedanken verbunden bin. Das ist mein Wunsch für 2010. Mit der Kommune Waltershausen scheinen Zellmi und ich einen Ort gefunden zu haben, an dem sich viel von unseren Träumen verwirklichen lässt. Wir wollen uns auf das Abenteuer einlassen und sind beide schon sehr neugierig. Vielleicht wird es nichts und wir kehren auf einen “herkömmlichen” Pfad zurück. Aber das glaube ich eigentlich nicht. So oder so ist es toll, ein Ziel zu haben und Silvester in Waltershausen war wunderschön.

Wir beschnuppern uns… und es riecht gut!

Natali 15. November 2009

Lauri1

Anfang November verbrachten der Freund und ich ein weiteres Mal etwas Zeit in Thüringen, in der Kommune Waltershausen (kurz: KoWa). Im Sommer war unser Interesse an alternativen Lebenskonzepten – nach längerem Schlummer – durch das Los geht’s 09 wieder voll entfacht worden. Nach vielen theoretischen Überlegungen über das Leben in Gemeinschaft haben wir uns also daran gemacht, vor Ort die Lage zu erkunden.

Nach einem positiven Schnupper-Wochenende und einer arbeitsreichen Erntewoche ging es also in Waltershausen in eine neue Runde. Diesmal war es etwas ruhiger, denn bis zur Wochenmitte waren nur wenig Gäste da. So gab es mehr Gelegenheit zum Austausch mit den KommunardInnen. Nebenbei haben wir ein wenig in der Küche, im Garten, bei der Holzheizung oder bei diesem und jenem geholfen und so mehr vom Kommune-Alltag erlebt.

Dank der umfangreichen Spielesammlung im Gemeinschaftsraum der KoWa sind wir nun fast schon Abalone-Profis und zumindest Tichu-Anfänger.

Für unser “Programm” haben wir diesmal selbst gesorgt und die Gelegenheit zu einem Tagesausflug in die Landeshauptstadt Erfurt genutzt. Dort wurde gerade auf dem Platz vor dem stattlichen Dom der Weihnachtsmarkt aufgebaut.

Erfurt_Dom

Beim Spaziergang durch die Altstadt sind uns die vielen kleinen Lädchen aufgefallen, die zum Teil sehr originelle kunsthandwerkliche Dinge anboten. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir schön draußen in ein Café sitzen und auf die Wasserläufe blicken können, die die Stadt durchziehen. So sind wir ins Naturkundemuseum gegangen, haben die große Eiche im Gebäude bewundert und uns von der Arche Noah im Kellergewölbe schaukeln lassen.

Der Abschied von der KoWa war sehr herzlich und ist uns entsprechend schwer gefallen. Ich hatte mich schon richtig an die Spiele mit Kätzchen Lauri gewöhnt und natürlich an die vielen netten Leute. Wir kommen bestimmt wieder und ich freue mich schon sehr darauf!

Erntezeit in Waltershausen

Natali 4. Oktober 2009

Fenster_Waltershausen

Das war eine arbeitsreiche, vergnügliche und interessante Erntewoche, die ich in der Kommune Waltershausen, genannt KoWa, verbringen durfte. Ende August waren wir hier zum Schnupperwochenende, worüber Zellmi berichtet hatte. Nun also nochmal ein Aufenthalt in Waltershausen, dem 10.000 Seelen-Örtchen an der A 4 zwischen Eisenach und Erfurt, am Rand des Thüringer Walds.

Frischluft und Feldarbeit

Nach und nach reisten etwa 10 jüngere und ältere Leute aus ganz Deutschland an, die die Gemeinschaft in der Erntezeit unterstützen und so im Gegenzug das Leben in der Kommune kennenlernen wollten. Zahlenmäßig waren wir also in etwa so viele Gäste wie KommunardInnen, was für unsere GastgeberInnen sicher anstrengend war. Aber sie haben sich auch diesmal wieder sehr nett um uns gekümmert. Vielen Dank dafür!

Geerntet wurden Äpfel, Tomaten, Rote Beete, Kohl, Calendulablüten und Holunderbeeren, Zucchini, Kürbisse und Karotten. Einen Teil davon haben wir direkt weiterverarbeitet, z. B. zu Apfelmus, der Rest wurde eingelagert für den Winter. Leckeren frischen Apfelsaft gab es natürlich auch.

Menschen und Geschichten

Nebenbei gab es immer Gelegenheit zum Plaudern und so viele Geschichten von den einzelnen Leuten mitzubekommen. Ein Aspekt, der mir an der Idee vom Leben und Arbeiten in einer Gemeinschaft so gut gefällt.

Unser Gäste-Nachtlager war ein großer, lichtdurchfluteter Raum mit vielen Matratzen, in dem jeder sein Plätzchen gefunden hat. Es galt also, sich rücksichtsvoll zu verhalten und das Ruhebedürfnis der anderen zu respektieren. Ich finde, das hat ganz gut geklappt und selbst im gemeinsamen Bad habe ich keinen Engpass erlebt. Für das Leben in einer Gemeinschaft  ist ein eigenes Zimmer, ein ganz privater Rückzugsraum sehr wichtig, doch für den kurzen Aufenthalt war diese kleine “Unannehmlichkeit” vielleicht sogar dienlich. Schließlich war zumindest mir wichtig, viel von den Menschen mitzubekommen, gesellig zu sein und mich nicht zurückzuziehen.

Ich bin mit einem guten Gefühl aus Waltershausen zurückgekehrt und mit viel Lust daran, noch weitere Besuche folgen zu lassen.