Natali 14. Februar 2010
When you are old and grey and full of sleep,
and nodding by the fire, take down this book,
and slowly read, and dream of the soft look
your eyes had once, and of their shadowes deep;
How many loved your moments of glad grace,
and loved your beauty with love false or true,
but one man loved the pilgrim soul in you,
and loved the sorrows of your changing face;
And bending down, beside the glowing bars,
murmur, a little sadly how love fled
and paced upon the mountains overhead
and hid his face amid a crowd of stars.
W.B. Yeats
Tags: Gedicht, Irland, Schwaikheim, selbst gemacht
Natali 27. Oktober 2009

“Elsterngeschwätz. Windgeheul. Lämmergefasel. Magst du mitkommen in die Nacht, in die du nicht mitkommen wolltest? Eine Geschichte?” - Und was für eine Geschichte! Glennkill aus dem Jahr 2005 ist sicher eher leichte Unterhaltung, aber mit so ungewöhnlichem Blickwinkel, dass dieses Buch eine echte Freude war.
Ich lese sehr selten Krimis und bin daher im Aufspüren von Mördern nicht viel geübter als die kleine Herde. Vielleicht war es deshalb so angenehm, sich einfach von den Schafsgedanken treiben zu lassen, zwischendurch immer wieder zu grasen und sich unter den irischen Wollträgern recht aufgehoben zu fühlen. Schön zu erleben, wie die deutsche Autorin mit dem englischen Pseudonym mit der Zeit einzelne Charaktere immer deutlicher zeichnet und diese trotzdem nicht zu menschlich wirken.
Was den Schafen in Glennkill an Wissen über das menschliche Leben fehlt, machen sie mit untrüglichen Sinneswahrnehmungen wett. So wittern sie etwa Angst oder Wut und kombinieren diese Eindrücke mal zu korrekten, mal zu etwas schrägen Feststellungen. “Wenn es ein Erinnerungsloch ist, müsste man es doch mit Erinnerungen stopfen können”, sagte Cordelia plötzlich. “Ein Erdloch stopft man doch auch mit Erde.” “Aber ein Rattenloch nicht mit Ratten”, sagte Cloud. Dieser Blick auf die Welt aus Schafsaugen ist Swann wunderbar gelungen und er macht sicher den Reiz des Krimis aus.
Freue mich jedenfalls schon wie eine Koboldkönigin auf den Nachfolger “Garou – ein Schaf-Thriller“, der am 8. Februar 2010 erscheint.
Tags: Buch, Irland, Tiere
Natali 8. Juli 2009

Es geht also auch ohne Natron und Buttermilch, eine leckere Erkenntnis. Das Rezept, das ich vor Jahren aus Irland für Scones oder Sodabread mitgebracht hatte, enthielt genau diese Zutaten und war geschmacklich etwas abseits des deutschen Backwaren-Mainstreams. Soll heißen, ich musste meine Erzeugnisse meist alleine genießen.
Diesen Mai bekam ich zum Geburtstag nun Cynthia Barcomi’s “Backbuch” geschenkt, in dem u.a auch die Classic Cream Scones (mit Sahne, wie der Name schon sagt) beschrieben wurden. Zwar hab ich sie nicht ganz nach der Anleitung gemacht, bißchen Anarchie in der Küche muss sein, aber sie sehen der Abbildung im Buch schon sehr ähnlich und passen endlich perfekt zur Teepause! Außen leicht knusprig, innen locker und in meiner Version mit Korinthen. Übrigens, wer sich (wie ich) einfach nicht merken kann, was jetzt die Unterschiede zwischen Rosinen, Korinthen, Zibeben oder Sultaninen sind… hier stehts auf Wikipedia kurz erklärt.
Und wer jetzt total Lust auf Irland bekommen hat, kann auf den Seiten von Tourismus Irland noch ein wenig gedanklich durch die grüne Insel reisen.
Tags: Irland, Küche, selbst gemacht
Natali 28. März 2009

Das Internet ist doch was für Spielkinder… Hab mich eben auf www.wordle.net vergnügt und ein Gedicht von William Butler Yeats zerlegen lassen. Das Ergebnis ist oben zu sehen.
Wer das Gedicht “The Hosting of the Sidhe” in seiner eigentlichen Form nachlesen möchte, bitte hier entlang.
Knocknare, der in dem Gedicht erwähnte Berg, liegt im irischen County Sligo. Ich verbinde mit der Gegend viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen an gute Freunde dort. Auf der Spitze des Berges ist ein weithin sichtbarer Grabhügel, der der Sage nach die letzte Ruhestätte von Königin Maeve ist. Knocknarea und der markante Tafelberg Ben Bulben sind zwei sehr prägende Landmarken für die Gegend. Unterhalb von Ben Bulben, im Örtchen Drumcliffe findet sich auch das Grab von Yeats.
Eben entdeckt: The Sligo Craft Trail - eine Übersicht der Künstler & Kunsthandwerker in Sligo.
Tags: Gedicht, Irland, Web
Natali 13. Juli 2008
Es ist Samstag, eigentlich schon Sonntag – und unter kreativen Gesichtspunkten war dieses Wochenende bisher noch kein Brüller. Wollte ich doch heute was schönes nähen, Skizzen machen und was noch alles. Statt dessen hab Blumen gehäkelt. Und so nach jahrelanger Häkelabstinenz herausgefunden, dass diese Kulturtechnik noch irgendwo in meinem Hirn gespeichert ist. Wird wohl zu irgendwas gut sein…
Abgesehen davon, dass für mehr wohl einfach die Energie gefehlt hat, frage ich mich, wie “richtige” Künstler zu Ihrer Inspiration (und daraus auch Motivation) kommen?
Da ist mir zum einen Jim Fitzpatrick eingefallen, dessen Illustrationen keltischer Mythologie und der irischen Landschaft mir sehr gefallen. Er zieht viele seinerIdeen ganz offensichtlich aus den Geschichten und Landmarken seines Heimatlandes. Sein persönlicher Einfluss auf irische Nachwuchstalente scheint allerdings zwiespältig, wie ein Gespräch zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten des National College of Art and Design in Dublin andeutet:
” You probably don’t know this, but every year at least half the candidates for placement in the college have portfolios that show the huge influence your work has on the younger artists of this country….” “Quite right,” said Fitzpatrick, feeling slightly gratified at such a great compliment, ” I had absolutely no idea; what do you do with them all ? ” ” Oh, we just fuck them all out ! ” – Hier zum Nachlesen auf seiner Website.
Zum anderen bin ich beim Stöbern im Netz auf die Quelle der irischen T-Shirts gestoßen, die ewig ein fester Bestandteil meiner Garderobe waren. Und jetzt noch als Schlaf-Shirts dienen, so gut ist die Qualität! Die schönen bunten Designs gibt’s seit 1979 (meinem Geburtsjahr) im stürmischen Lahinch, an der Atlantikküste und auf www.celtict-shirtshop.com Auch wenn die Seite recht gruselig in der Aufmachung ist, die Shirts bringen Farbe in dem tristen Alltag.
Tags: Häkeln, Irland, Kunst
Natali 23. Februar 2008
Hab heute die Webseite einer Band entdeckt, die fest mit zu meinen Irland Erinnerungen gehört. Hinter Preacher Boy steckt der Sänger und Gitarrist Chris Watkins, dessen Freundin Amy mit mir im Mappenkurs war. Natürlich haben wir seine Musik mit Begeisterung im Atelier gehört. Zu der Zeit war er gerade mit dem Album “The Devil’s Buttermilk” als Vorgruppe für Eagle Eye Cherry unterwegs. Schöner rockig, bluesiger Mix, der ein wenig an Tom Waits erinnert.
Tags: Irland, Musik
Natali 22. Januar 2008
Es ist jetzt bald 10 Jahre her, dass ich für sieben turbulente Monate nach Irland gezogen bin. Die Zeit in Ballyvaughan, am dortigen Burren College of Art, war eine absolut unter die Haut gehende Erfahrung. Zum ersten Mal im Leben war ich allein unterwegs, ohne Freunde oder Familie in greifbarer Nähe. Die kleine bunte Gemeinschaft der Schüler und Lehrer an der Schule hat das aber schnell ausgeglichen. Wir hatten ja ein gemeinsames Interesse: Kunst. Das, abgesehen von den obligatorischen Abenden im Pub, war unsere Unterhaltung. In der kargen Landschaft des Burren, weit weg von den Ablenkungen einer Großstadt, war das Einfache auf einmal enorm interessant.
Soviel zum Thema der beiden vorigen Beiträge: Wenn es rundum kaum etwas anderes gibt, sollte man Kunst besser wertschätzen. Und natürllich auch Henry Moores Gedanken zur Inspiration aus der Natur heraus trafen hier voll ins Schwarze.
Tags: Irland, Kunst, Natur