Archiv für das Tag 'Gedicht'

Wintervalentinstag

Natali 14. Februar 2010

 

When you are old and grey and full of sleep,

and nodding by the fire, take down this book,

and slowly read, and dream of the soft look

your eyes had once, and of their shadowes deep;

 

How many loved your moments of glad grace,

and loved your beauty with love false or true,

but one man loved the pilgrim soul in you,

and loved the sorrows of your changing face;

 

And bending down, beside the glowing bars,

murmur, a little sadly how love fled

and paced upon the mountains overhead

and hid his face amid a crowd of stars.

 

W.B. Yeats

 

Au weia, der Hahn bringt keine Eier…!

Natali 12. April 2009

ostern09

Aber dafür sind in diesen Tagen die Hasentiere ja um so fleißiger. In traditionsgemäßer Vorbereitung auf das Osterfest 09 sind @Kanina und ich kürzlich auch ins Egg-Business eingestiegen (Ergebnis siehe oben).

Philosophischer ist dagegen mein hoch geschätzter Literarischer Katzenkalender in diese Woche gestartet. Und zwar mit folgendem Text von Karl Valentin:

“Ein Kätzlein sagte zu dem andern,

Ich glaube schon ans Seelenwandern,

Das andre sprach, du hasts erraten,

Morg’n sind wir vielleicht Hasenbraten.

In diesem Sinne sei hiermit allen Katzen, Hasen und Menschenwesen ein schönes, sonniges und hoffentlich friedliches, Osterfest gewünscht!

Wortkunst – ein (irisches) Wordle

Natali 28. März 2009

wordle

Das Internet ist doch was für Spielkinder… Hab mich eben auf www.wordle.net vergnügt und ein Gedicht von William Butler Yeats zerlegen lassen. Das Ergebnis ist oben zu sehen.

Wer das Gedicht “The Hosting of the Sidhe” in seiner eigentlichen Form nachlesen möchte, bitte hier entlang.

Knocknare, der in dem Gedicht erwähnte Berg, liegt im irischen County Sligo. Ich verbinde mit der Gegend viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen an gute Freunde dort. Auf der Spitze des Berges ist ein weithin sichtbarer Grabhügel, der der Sage nach die letzte Ruhestätte von Königin Maeve ist. Knocknarea und der markante Tafelberg Ben Bulben sind zwei sehr prägende Landmarken für die Gegend. Unterhalb von Ben Bulben, im Örtchen Drumcliffe findet sich auch das Grab von Yeats.

Eben entdeckt: The Sligo Craft Trail - eine Übersicht der Künstler & Kunsthandwerker in Sligo.

Stoppt jede Uhr

Natali 13. März 2009

Heute Morgen, wie immer beim langsamen wach werden im Bad, sprach im Radio (SWR1) ein Geistlicher einige Worte zum Tag. Heute hat er ein Gedicht vorgetragen, das, wie ich finde, die Trauer, diesen Moment des Innehaltens nach dem Verlust einer geliebten Person, sehr eindrucksvoll wiedergibt.

Er hätte gar keine besseren Ton treffen können.  Nachdem durch die Berichterstattung auf allen Kanälen viel Unruhe verbreitet wurde, hat das einfach gut getan und mich daran erinnert, dass wir ein Recht darauf haben, still zu sein und alle Tätigkeit ruhen zu lassen um den Gefühlen ihren Raum zu geben. Ich bin in der glücklichen Lage, nicht selbst von der Tragödie betroffen zu sein, auch keine nahen Angehörigen oder Freunde von mir kamen zu Schaden. Trotzdem hat es mich ein wenig aus der Bahn geworfen.

Wie ich heute durch die Winnender Innenstadt gegangen bin und die Fahnen bei Kärcher und der Sparkasse auf Halbmast gesehen habe, musste ich schon schlucken. Dann noch an den kahlen Bäumchen entlang des Wegs diese flatternden schwarzen Bänder zu sehen war hart. Wirklich seltsam, beides waren ganz dezente Symbole und doch trafen sie genau den Punkt.

Das Gedicht “Funeral Blues” von W.H. Auden:

Stoppt jede Uhr,
Lasst ab vom Telefon,
Verscheucht den Hund,
der bellend Knochen frisst,
Die rohen.
Lasst schweigen die Pianos
Und die Trommeln schlagt.
Bringt heraus den Sarg
Und ihr Klager klagt.
Lasst die Flieger kreisend,
Trauer sei Gebot,
An den Himmel schreiben:
“Er ist tot.”
Straßentauben gebt um den Hals
Starre Kreppkragen.
Polizisten lasst schwarze Handschuh tragen.
Er war mir Nord, mir Süd,
Mir Ost und West.
Des Sonntags Ruh,
Und der Woche Stress.
Mein Tag, mein Gesang,
Meine Rede, meine Nacht.
Ich dachte Liebe wäred ewig-
Falsch gedacht!
Sterne sind jetzt unerwünscht,
Will nichts sehen davon.
Verpackt den Mond,
Zertrümmert die Sonn.
Fegt weg den Wald
Und des Meeres Flut.
Nie wird es sein,
So wie es war.
Nie wieder gut.

Die englische Originalversion gefällt mir auch sehr. Das ist ein Gedicht, bei dem sich mir vorher schon die Nackenhaare aufgestellt haben. Seit dem Geschehen letzten Mittwoch in Winnenden ist es ein kleiner Anker, der Halt gibt.

Musik for life – No.1

Natali 23. Juni 2008

Irgendwie sollte es in diesem Blog doch um Kunst gehen – das war zumindest der ursprüngliche Plan. Also warum nicht auch Musik. Sentenced ist eine meiner ausgemachten Lieblingsbands. Verrückte Finnen, die sich leider vor geraumer Zeit mit ihrem “Funeral Album” selbst zu Grabe getragen haben. Aber die Musik überdauert, ganz bestimmt…

“May today become the day” ist textlich recht harter Stoff: Das Lied beschreibt die Situation eines Soldaten, der im Kugelhagel zum Vorwärtsmarsch angetrieben wird und sich dabei alles andere als heldenhaft fühlt. Als das Signal zum Rückzug kommt, geht er weiter. Nicht aus Mut, wie vielleicht später berichtet wird, sondern weil er hofft den Tod zu finden.Das Ganze erinnert mich an die War Poets aus dem 1. Weltkrieg, Wilfred Owen und Isaac Rosenberg etwa, die den Krieg auch von seiner grausamen und unheroischen Seite gezeigt haben.