To do: Aufschieben mit Mehrwert
Natali 13. August 2009

Ist es eigentlich verwerflich, ein Buch mit dem Titel “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” zu lesen? Schließlich gibt man damit zu, eben jene Selbstdisziplin eventuell vermissen zu lassen.
Szenebekannt ist der im Oktober 2008 erschienene Titel von Kathrin Passig und Sascha Lobo jedenfalls. Eines Tages stand er bei uns im Regal (eine Leihgabe) und die Neugierde meinerseits war groß. Also geschnappt und kürzlich mit viel Schmunzelei die Lektüre beendet. Zum Interesse trug u.a. bei, dass ich zuvor von der Getting things done Methode gehört hatte, die mir jedoch recht aufwendig erschien. Das Passig/Lobo-Machwerk versprach, auch den inneren Schweinehund zu berücksichtigen.
Von LOBOs lernen
Dass ich zum Ratgeber griff, geschah nicht aus einer Notsituation heraus. In der Regel bekomme ich das mit der Selbstorganisation zu meiner eigenen und zur Zufriedenheit andere gut hin. Anderenfalls wäre die Magisterarbeit noch heute ein Fragment. Ich arbeite gerne mit To-do-Listen und bin eher einen Tag vor als einen Tag nach der Deadline fertig. Um mit einem Begriff des Buches zu sprechen, ich sehe mich nicht als eindeutigen LOBO - einen Menschen mit einem Lifestyle Of Bad Organisation.
Manchen Vorschläge kann ich daher so gar nicht folgen. Etwa, Post einfach liegen zu lassen, sofern man sich nicht zum Öffnen durchringen kann. Wichtige Mitteilungen würden eh weitere Schreiben nach sich ziehen. Ein Gedanke, der mir Unwohlsein verursacht.
Was ich dagegen super fand und gerne im Alltag erproben will, ist das clevere Prokrastinieren, also Aufschieben. Denn während wir unliebsame Dinge nicht tun, stecken wir oft sehr viel Zeit und Energie in andere Tätigkeiten. Werden diese richtig gewählt, bekommt man tatsächlich eine ganze Menge hin. Dem zugrunde liegt die Idee, dass es für Aufgaben einen idealen Moment gibt, in dem sie ganz leicht von der Hand gehen. Diesen gilt es zu finden.
Wobei natürlich darin auch die Gefahr liegt, dass der perfekte Zeitpunkt nie eintritt. Eine Chance wiederum, sich mit den positiven Aspekten des Scheiterns einer Aufgabe auseinander zu setzen. Statt sich ewig an etwas zu quälen, hilft es sicher ab und an den Kopf zu heben und sich zu fragen, was mache ich hier eigentlich? Ist das überhaupt notwendig oder ginge es auch anders?
- Literatur
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Ja ja, bei mir ist die Wohnung auch immer dann am säubersten geputz, wenn ich eigentlich was Anderes machen sollte ;)…
Viele Grüße
Klaudia