Girl Geek Dinner in Stuttgart

Natali 29. Juli 2009

Am 23. Juli fand in Stuttgart ein Girl Geek Dinner statt.  Eine Veranstaltung, für die ich hier gerne etwas werben will, denn der Abend an sich und das Konzept dahinter haben mir gut gefallen. Danke also an die Organisatorin Nicole Simon. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich im Zusammenhang mit der re:publica 09 , bei der mein Freund im April war, zum ersten Mal von dieser Eventidee gehört.

Was ist das denn?

Sinn des Girl Geek Dinners ist es, Frauen mit Interesse für Medien/Web/Technik einen unkomplizierten Rahmen zum Gedanken- und Kontaktaustausch zu geben. Männer sind dabei nicht ausgeschlossen, sie müssen allerdings von einer Frau eingeladen sein. So ist eine mindestens 50-prozentige Frauenquote garantiert.

Die teilnehmenden Girls sind nicht wirklich nur junge Mädchen, sondern laut der “Girl Geek Dinner Deutschland“- Seite zwischen 20 und 40 Jahren. Der Begriff “Dinner” ist aus dem englischen Original übernommen und lässt den falschen Eindruck entstehen, es handele sich um eine schicke Kostümveranstaltung. Wer mochte, konnte sich an diesem Abend im Mash etwas zu essen bestellen, doch für den lockeren Autausch war es gerade gut, keine “Sitzveranstaltung” zu haben. Auf die Art bildeten sich drinnen und draußen immer wieder neue Gesprächsgrüppchen.

Bei Treffen mit neuen Leuten versäume ich es regelmäßig, Kontaktdaten auszutauschen. Manchmal fallen mir nicht einmal mehr die Namen ein, obwohl ich die Person sympathisch fand.  In diesem Zusammenhang ist mir der Sinn einer vorherigen Anmeldung über Xing positiv aufgefallen. Denn so ließ sich im Nachhinein leicht ein Gesicht wiederfinden und, bei Interesse, ein Gespräch fortsetzen. Ich gebe zu, zwar schon eine ganze Weile bei Xing angemeldet zu sein, aber bisher kaum einen Nutzen aus dem Netzwerk gezogen zu haben.

Einen weiteren Bericht über das Stuttgarter GGD gibt’s übrigens auch im Blog von Henning Schürig

Aber warum denn eigentlich so eine Frauenveranstaltung?

Ist das denn nötig? – Ja, ist es! Die Berichte über die ansonsten niedrige Frauenquote bei Treffen wie BarCamps machen es deutlich. Bemerkenswert fand ich den Artikel und die Diskussion in den Kommentaren bei “miradlo bloggt”, in welchem Gründe für die Abwesenheit der Frauen und Maßnahmen dagegen angesprochen wurden.

Es gibt Frauen, die sich für diese Themen interessieren, damit ihr Geld verdienen. Diese dürfen gerne öfter sichtbar werden. Und das nicht nur als Exotinnen in einer scheinbaren Männerdomäne.

Auch wenn es vielen so scheint, als sei die Gleichberechtigung der Geschlechter heute weitgehend umgesetzt, so ist es nicht. Jede Generation muss sich ihre Freiheit erneut erkämpfen. Oft sind es bewusste oder unbewusste Rollenbilder, die uns und unsere Mitmenschen einschränken: “Das ist typisch Frau/Mann”,  “Das wirkt unmännlich/unweiblich”…

Gesellschaftliche Wahrnehmung ist ein Punkt, Gelegenheit zur Netzwerkbildung und zum Erfahrungsaustausch ein anderer. Vielleicht können Veranstaltungen wie das Girl Geek Dinner dazu führen, ein “Wir-Gefühl” auszubilden: Wir Frauen können auch mit Computern und dem ganzen Kram umgehen. Es ist für uns total normal und macht sogar Spaß!

Ausblick

Am 12.-13. September 09 steht das “Barcamp 2 Stuttgart” an. Zwar bin ich wegen einer Terminüberschneidung noch nicht sicher dabei, aber falls doch, wäre es wunderbar dort mehr weibliche Teilnehmer zu sehen als üblich.

Wer also eine konkrete Idee hat, wie sich dies umsetzen lässt, kann gerne einen Kommentar hinterlassen oder mir eine Nachricht schreiben, zum Beispiel via Twitter.

Ein Kommentar zu “Girl Geek Dinner in Stuttgart”

  1. Ute sagt:

    Ich denke, es gibt nicht _die_ eine Idee. Aber es gibt viele kleine Schritte, einer davon ist darüber zu schreiben, denn wenn eine liest, dass es auch noch andere gibt, die dahin gehen, dann wird klar, dort gibt es nicht nur geekige Männer…

    Ich fände es schade, wenn wir uns nicht beim zweiten stuttgarter Barcamp sehen.

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