Künstler

Jugendhelden

Natali 20. Mai 2010

Ein verspäteter Abschied von Peter Steele, dem Sänger der Band Type O Negative.

Die Entdeckung von Metal und Hard Rock gehört eindeutig zu meinen liebsten Erinnerungen an die 90er Jahre. Wirklich wild war meine Jugend nicht, aber ein klein wenig Rebellion ließ sich zumindest durch den Musikgeschmack und die entsprechende Kleidung ausdrücken. Die Bands waren eher schwarz gewandet und die Mucke düster, das hat geholfen, den Pubertätsfrust abzureagieren. Und sicher war es auch identitätsstiftend.

Letzten Monat ist mit Steele eine faszinierenden Person aus dieser Zeit gestorben. Fand es ganz schön, ihn mit dem Video mit einem Lächeln und in einem so entspannten Moment in Erinnerung zu behalten.

Neues von der Polytoxicomanen Philharmonie

Natali 24. Februar 2010

Es wabert und flüstert, blinkt und singt. Dann verschwimmt das Traumgebilde wieder zu einem Seufzen – um sich mit Nachdruck in einen neuen Groove zu stürzen.

Allein, in einer stürmischen Nacht, ließen mich die ungewöhnlichen Geräusche aus meinem CD-Spieler vielleicht etwas schaudern. Psychedelischer Rock entfaltet seine bunte Wirkung eben nicht nur im Gehörgang. Probe gefällig?

Aber wir haben Tag und das schicke neue Werk der Polytoxicomanen Philharmonie löst gerade viel mehr Begeisterung aus. “Go Ape” liegt hier als Doppel-LP und Doppel-CD mit herrlich schräger und umfangreicher Covergestaltung auf meinem Schreibtisch. “Überschnappen” heißt der Titel übersetzt, dabei steckt neben einem Quäntchen Wahnsinn einfach ein großer Batzen Arbeit und kreativer Übermut in dem musikalischen Machwerk der Frankfurter Band.

Und ich bin stolz wie Bolle, dass ich jetzt schon zum zweiten Mal einen Text für die Hüllengestaltung beisteuern durfte. Der erste, zu “Drosophila Road,” handelte von dem Aufbruch einer Fliege ins Weltall. Bei “Go Ape” ist das Insekt, Ned Busckii, wieder dabei und mischt sich in anderer Leute Leben ein. Die beiden Stories gibt hier auf der Bandseite zum Nachlesen.

Das irdische Paradies

Natali 19. Dezember 2009

BurneJones_Galerie

Ich habe das Paradies gesehen… es hängt zur Zeit in der Staatsgalerie Stuttgart. Die Ausstellung mit Werken des englischen Malers Edward Burne-Jones geht noch bis 7. Februar 2010 und ich kann sie sehr empfehlen!

Es sind wirklich eine Menge Arbeiten zu sehen, auch Wandteppiche und Vorstudien. Außerdem ist es immer wieder beeindruckend, wie farbintensiv und groß manche Bilder sind. Um meinen alten Kunst-Lehrer zu zitieren: “Eine Reproduktion ist nie so gut wie das Original!” Manches Detail wirkt aus einiger Entfernung völlig klar und scharf gezeichnet. Steht man dann auf armeslänge vor dem Werk, so wie es der Künstler beim Arbeiten gesehen haben muss, zeigt sich, dass es tatsächlich nur schemenhaft angedeutet ist.

Von der Königstraße nach Mordor

Die Ausstellungsmacher hatten im Vorfeld Kommentare von Leuten auf der Straße gesammelt. Die meisten waren wahrscheinlich weder mit dem Maler noch mit der Epoche vertraut und fühlten sich in seinen Bildern etwa an die Herr der Ringe Filme oder sogar an Comics erinnert. Burne-Jones Werke zeigen in der Tat Szenen aus Mythen oder Stoffen wie der Artussage. Künstlerisch wird er der Bewegung der Präraffaeliten zugeordnet. Im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag zu diesen wird sogar starkt vermutet, dass seine Arbeiten den jungen Autor des Hern der Ringe, J.R.R. Tolkien, beeinflusst haben.

Abseits vom Alltag

Mir gefällt die nachdenkliche bis düster traurige Stimmung vieler Werke der Präraffaeliten wie auch der Symbolisten. Hinter dem Dargestellten verbirgt sich immer ein Thema, eine Geschichte, die es zu entschlüsseln gilt. Da geht es um Liebe und Tod, Ritterlichkeit, Wagnis, Loyaliät und Glaube. Das mag in unserer Zeit ziemlich angestaubt klingen und kitschig. Oder eben nach einem Kassenschlager wie den Tolkien oder Marvel-Comic Verfilmungen. Allen gemein sind ihre Helden. Ich glaube, Filme mit diesen Themen funktionieren, weil sie eine Sehnsucht in uns nach einem bedeutungsvolleren Leben ansprechen. Dort geht es um elementare Entscheidungen, nicht um Banales. Von dem haben wir im Alltag schon genug. Tee oder Kaffee? Die blaue Hose oder die schwarze? Burne-Jones’ Charaktere stehen vor schwerwiegenderen Wendungen. Ein wenig wie Spiderman oder die Hobbit-Gefährten.

Stellt sich noch die Frage, ist es Eskapismus, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen? Flucht aus der Reallität? Oder vielleicht ein Weg, sich tatsächlich ein “irdisches Paradies” zu erdenken. Die Ausstellung jedenfalls ist zauberhaft schön.

Zeichne ‘nen Vogel

Natali 15. Juli 2009

DrawingTheMotmot

Ausschnitt einer Zeichnung von Debby Cotter Kaspari auf ihrem Blog "Drawing The Motmot"

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Nach langer Pinselabstinenz habe ich die Tage endlich wieder mit einigen kleinen Skizzen angefangen. Also Bilder aus einem Bestimmungsbuch für Vögel abgezeichnet und mit wasserlöslichen Farbstiften und Aquarellfarben ergänzt. Linien habe ich mit Bleistiften und Füller gezogen.

Keine Spontanmeisterwerke, aber das Malen und Zeichnen an sich war schön entspannend. Und das, obwohl das genaue Hinsehen und die Umsetzung auf dem Blatt eine Übung in Konzentration sind.

Am Abend bin ich im Netz über ein paar beeindruckend plastische (Vogel-)Zeichnungen der Künstlerin Debby Cotter Kaspari gestoßen. In ihrem Blog Drawing The Motmot hat sie einen Text mit dem bezeichnenden Titel “Draw a bird, own a bird” dem ich absolut zustimme. Mit dem Zeichnen prägt sich das Gesehene viel stärker ein. Und das schnelle Skizzieren eines sich bewegenden Objektes schult das Auge, die wesentlichen Merkmale zu erfassen.

In diesem Sinne: üben, üben, üben… Übrigens, Motmots werden auch als Sägeracken bezeichnet. Was für ein häßlicher Name für so aparte Vögel.

Wortkunst – ein (irisches) Wordle

Natali 28. März 2009

wordle

Das Internet ist doch was für Spielkinder… Hab mich eben auf www.wordle.net vergnügt und ein Gedicht von William Butler Yeats zerlegen lassen. Das Ergebnis ist oben zu sehen.

Wer das Gedicht “The Hosting of the Sidhe” in seiner eigentlichen Form nachlesen möchte, bitte hier entlang.

Knocknare, der in dem Gedicht erwähnte Berg, liegt im irischen County Sligo. Ich verbinde mit der Gegend viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen an gute Freunde dort. Auf der Spitze des Berges ist ein weithin sichtbarer Grabhügel, der der Sage nach die letzte Ruhestätte von Königin Maeve ist. Knocknarea und der markante Tafelberg Ben Bulben sind zwei sehr prägende Landmarken für die Gegend. Unterhalb von Ben Bulben, im Örtchen Drumcliffe findet sich auch das Grab von Yeats.

Eben entdeckt: The Sligo Craft Trail - eine Übersicht der Künstler & Kunsthandwerker in Sligo.

Rückblick 2008

Natali 28. Dezember 2008

Um es mit einem äußerst hübschen Bild auszudrücken: das Leben – auch das Leben 2008 – ist kein Ponyhof! Ein paar Erlebnisse kommen aber doch recht nah an dieses idyllische Ideal ran.

Ein paar meiner persönlichen Highlights:

Ein Konzert von Annett Louisan in der Liederhalle. Eine “Criminal Symphonie und eine Lesung von Max Goldt im Theaterhaus. Ein Besuch auf der Slow Food Messe in Stuttgart.

Ferienhausurlaub mit dem Freund in der Pfalz und in Dithmarschen. Außerdem schöne, interessante Wochenendtripps nach Zürich und Ulm.

Momente der Muse, aus denen irgendwann ein Paravent und in letzter Zeit einige Häkelmützen entstanden sind.

Die Treffen mit Freunden: leider viel zu selten aber darum um so mehr geschätzt!

Die Metallica Dokumentation “Some Kind of Monster“. Und viele tolle Kinofilme: “Happy go Lucky” etwa oder “No Country for Old Men” auf den Spitzenplätzen.

Last not least die Musik: Die Bands Großstadtgeflüster oder Jennifer Rostock – als tolle, frische Entdeckungen des Jahres.

Davon lässt sich zehren und hoffen, dass auch 2009 ähnliche Leuchtfeuer bereit hält.

Freilauf am Strand – Kinetische Skulpturen

Natali 2. September 2008

Also, das liegt mir jetzt seeehr am Herzen. Vor einiger Zeit kam in der 3sat Sendung Kulturzeit ein Bericht über den niederländischen Künstler Theo Jansen. Da bin ich vor Freude fast vom Sofa gesprungen! Hatte seine bewegten Skulpturen irgendwann in einem BMW-Werbespot gesehen und dann leider wieder die Spur verloren.

Jansen ist nicht nur Künstler sondern v.a. auch Physiker und baut aus einfachen Materialien gewaltige skelettartige Wesen, die sich durch Windkraft fortbewegen. Die Beharrlichkeit, die er in ihre Konstruktion steckt, ist absolut bewundernswert.

Allein die Fotos auf seiner Website www.strandbeest.com sind schilchtweg phantastisch. Die großen Kreaturen dann auch noch in Bewegung zu sehen ist einfach genial! Sie sehen aus wie eine Mischung aus Rieseninsekten und Dinosaurieren.

Nicht nur von den Ausmaßen her ist das für mich wirklich große Kunst. Da steckt viel Tüftelei und einfach auch Können dahinter, was einen sofort anspringt. Bin ein Fan…

Helden der Insel

Natali 13. Juli 2008

Es ist Samstag, eigentlich schon Sonntag – und unter kreativen Gesichtspunkten war dieses Wochenende bisher noch kein Brüller. Wollte ich doch heute was schönes nähen, Skizzen machen und was noch alles. Statt dessen hab Blumen gehäkelt. Und so nach jahrelanger Häkelabstinenz herausgefunden, dass diese Kulturtechnik noch irgendwo in meinem Hirn gespeichert ist. Wird wohl zu irgendwas gut sein…

Abgesehen davon, dass für mehr wohl einfach die Energie gefehlt hat, frage ich mich, wie “richtige” Künstler zu Ihrer Inspiration (und daraus auch Motivation) kommen?

Da ist mir zum einen Jim Fitzpatrick eingefallen, dessen Illustrationen keltischer Mythologie und der irischen Landschaft mir sehr gefallen. Er zieht viele seinerIdeen ganz offensichtlich aus den Geschichten und Landmarken seines Heimatlandes. Sein persönlicher Einfluss auf irische Nachwuchstalente scheint allerdings zwiespältig, wie ein Gespräch zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten des National College of Art and Design in Dublin andeutet:

” You probably don’t know this, but every year at least half the candidates for placement in the college have portfolios that show the huge influence your work has on the younger artists of this country….” “Quite right,” said Fitzpatrick, feeling slightly gratified at such a great compliment, ” I had absolutely no idea; what do you do with them all ? ” ” Oh, we just fuck them all out ! ” – Hier zum Nachlesen auf seiner Website.

Zum anderen bin ich beim Stöbern im Netz auf die Quelle der irischen T-Shirts gestoßen, die ewig ein fester Bestandteil meiner Garderobe waren. Und jetzt noch als Schlaf-Shirts dienen, so gut ist die Qualität! Die schönen bunten Designs gibt’s seit 1979 (meinem Geburtsjahr) im stürmischen Lahinch, an der Atlantikküste und auf www.celtict-shirtshop.com Auch wenn die Seite recht gruselig in der Aufmachung ist, die Shirts bringen Farbe in dem tristen Alltag.

Skulpturen von Axel Luther

Natali 2. März 2008

SchafskulpturAuf der Suche nach Drachen bin ich vor einiger Zeit über die Seite des freischaffenden Künstlers Axel Luther gestolpert. Vor allem seine Tierskulpturen in den verschiedenen Materialien haben mir gut gefallen. Sie sind in der Darstellung realistisch, aber nicht sklavisch genau. Alle haben einen starken Ausdruck, eine innere Spannung oder Bewegung inne.

Ich glaube, mir gefällt dieses Art Kunst, weil sie kein Stück eingebildet ist. Die Stücke passen sicher viel besser raus in die Natur als in ein schickes Museum.

Und ich finde es sehr spannend zu sehen, wie ein Künstler mit verschiedenen Werkstoffen experimentiert. Mehr dazu auf: www.lutherart.de

Preacher Boy

Natali 23. Februar 2008

Preacher BoyHab heute die Webseite einer Band entdeckt, die fest mit zu meinen Irland Erinnerungen gehört. Hinter Preacher Boy steckt der Sänger und Gitarrist Chris Watkins, dessen Freundin Amy mit mir im Mappenkurs war. Natürlich haben wir seine Musik mit Begeisterung im Atelier gehört. Zu der Zeit war er gerade mit dem Album “The Devil’s Buttermilk” als Vorgruppe für Eagle Eye Cherry unterwegs. Schöner rockig, bluesiger Mix, der ein wenig an Tom Waits erinnert.

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