Motivation

Einfach genießen…

Natali 21. Juni 2010

Was für ein Clown von einer Katze! Auf jeden Fall ist sie mein großes Vorbild darin, das Leben einfach zu genießen.

Nest für die Tontaube

Natali 30. Mai 2010

Der 29. Mai war ein von der Muse geküsster Tag. Mit dem schönen Abschluss, als Lena den Eurovision Song Contest für Deutschland gewonnen hat. Erkenntnis des Abends, eine alte Schultafel mit einem Bettlaken bespannt, eine DVB-T Box und ein Beamer, taugen wunderbar als Fernseher-Ersatz.

Persönlicher Sonnenmoment war für mich allerdings, meine Töpferecke an diesem Samstag fertig einzurichten und die Scheibe endlich in Betrieb zu nehmen. Bisher war ich mit der RK 10 von Shimpo vertraut und nun sehr gespannt, wie sich die RK 55 im Vergleich dazu verhalten würde. Erste Erkenntnis, das Fußpedal ist sehr viel leichtgängiger, was sich aber auch einfach an einer Schraube einstellen lässt. Sie schnurrte jedenfalls ganz freundlich und wir haben uns während dieser ersten gemeinsamen Drehmomente ganz gut verstanden.

Die Finger haben sich zum Glück wie von selbst an ganz viele Handgriffe erinnert, die ich vor Jahren bei Ule von der Töpferei Eulenton gelernt habe. Jetzt heißt es üben, üben, üben…

Ankommen

Natali 16. April 2010

Als ich dieses Blog begonnen habe, sollte es sich eigentlich um das Thema Kunst drehen. Sowohl zu den Arbeiten verschiedener Künstler als auch zu Eigenproduktionen wollte ich Gedanken, Fragen und Skizzen sammeln. Dieser Schwerpunkt hat sich in letzter Zeit ein wenig auf Buchvorstellungen und Erlebnisberichte verlagert, was ich jedoch nicht tragisch finde.

Seit letzter Woche wohne ich nun im grünen Herzen Deutschlands, im thüringischen Waltershausen. Der Umzug an sich war wohl eher banal, mit dem üblichen Logistikstress und viel Kistengeschleppe. Das Ankommen im neuen Zuhause gestaltet sich dafür umso interessanter, denn der Herr Freund und ich lassen mit diesem Schritt die Stille unserer alten Wohnung hinter uns. Ab jetzt ist immer Leben in der Bude, mit vielen Gesprächen und viel Aktivität jeden Tag.  Wir testen die KoWa endlich richtig vor Ort … und sie uns.

Noch kann von Alltag keine Rede sein, denn es gibt noch so viel zu lernen und entdecken. Bisher habe ich beim Kochen für etwa 20 Personen geholfen. Das schult hoffentlich, nach und nach ein Gefühl für Mengen und Zeiteinteilung zu bekommen. Für jemanden wie mich, die gerne plant, eigentlich eine ganz nette Sache. Und statt vorm Computer zu sitzen saß ich die Tage am großen Flügel um meine Klavierkenntnisse wiederzubeleben.  Nächste Woche steht sogar Sport auf der Liste: Basketball, was ich seit der Schule nicht mehr gespielt habe.

Dieses Wochenende klinke ich mich in den Seminarbetrieb ein, das bedeutet Räume vorbereiten und den Gästen Rede und Antwort stehen. Ansonsten gibt es einfach sehr viel zu tun um die wachsende Gruppe am funktionnieren zu halten, von praktischer (Bau-)Arbeit über regelmäßige Diskussionen bis zum Papierkram.

Das ist alles so belebend und mir geht es gerade so richtig gut! Demnächst werde ich mir eine Werkstattecke zum Töpfern einrichten um wieder an der Töpferscheibe zu üben. Dann brauche ich nur noch eine Brennmöglichkeit in der näheren Umgebung – oder vielleicht fällt mir doch noch irgendwann ein passender Brennofen vor die Füße. Das Thema Kunst könnte hier jedenfalls bald wieder mehr Gewicht bekommen.

Anders leben – Teil 3

Natali 6. Juni 2009

schafe

Letzter Teil im Rückblick auf das Los Geht’s 09 in Escherode.

Es haben sich auf dem Treffen viele bestehende Projekte wie auch Gründungsgruppen vorgestellt, von denen ich aus Zeitgründen nur einen Bruchteil näher kennengelernt habe. Ein paar der Diskussionthemen und Gruppen möchte ich an dieser Stelle gerne noch kurz nennen.

Workshops zu Projekten/Gruppen, die ich besucht habe:

  • ÖkoLeA bei Berlin – der Name ist eine Abkürzug von “Ökologische Lebens- & Arbeitsgemeinschaft”. Besteht seit 1993. Zur Zeit leben dort 18 Erwachsene und 8 Kinder.
  • Das Dorf – in Planung (Wunschort irgendwo an der Stadtgrenze zu Berlin bzw. in Nord-Brandenburg). In dieser Gegend gibt es viele Dörfer, die durch Abwanderung ausgedünnt sind. Die Idee ist, ein Dorf mit einer Gruppe mehr oder weniger Gleichgesinnter wiederzubeleben. Diese Gruppe könnte eine Größe zwischen 50 und 300 Personen haben. Ziel ist es, konkrete Alltagsalternative zu schaffen und eine politische Ausenwirkung. In Stichworten: Wiederständig sein, mit aktiven Statements zu Klimapolitik, Kapitalismus, Konsum, Genderthemen, Kinderrechten… Raum bieten für politische Camps. Zeithorizont: 1-4 Jahre. Finanzierung & Entscheidungsstrukturen sind noch nicht fest definiert.
  • Kommune Hof Rossee – an der Stadtgrenze zu Eckernförde (25km nördlich von Kiel), seit 2001 in Gemeinschaftsbesitz. Zur Zeit 5-6 Erwachsene plus Kinder. Teil des Kommuja Netzwerkes (Netzwerk der politischen Kommunen). Ein kleines feines Projekt, das ich mit meinem Freund gerne näher kennenlernen möchte.
  • Steudten – aktuell ein Mini-Projekt, mit vielen Möglichkeiten zu wachsen, von 2 Erwachsenen und 3 Kindern. Steudten ist ein kleiner Ort zwischen Leipzig und Dresden. In der Nähe ist die Lebens(t)raum Gemeinschaft Jahnishausen, zu der die beiden eine Verbindung haben (hatten?).

Und ein paar der Themen, um die es über Pfingsten ging:

“Individuum & Gemeinschaft”

Hier ging es etwa darum, wo es Reibungspunkte zwischen den Bedürfnissen einer Gruppe und eines Individuums gibt und wie diese überwunden werden können. So z.B. bei der den Punkten Zeit (Soll es feste Essenszeiten geben?), Finanzen (Urlaub vs. Investitionen) oder Entscheidungsfreiheit (Spontaneität vs. Absprachen).

Die gemeinsame Ökonomie kann sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf die Finanzen beziehen sondern auch auf die Frage, wieviel bringe ich mich in die Gruppe ein? Basis für eine Gruppe sind gemeinsame Ideen/Ziele, so dass viele Detailfragen wegfallen.

Arbeit war ein weiterer Diskussionspunkt, immer mit der Frage: Was ist Arbeit? Und wie wird diese anerkannt? Außerdem: Wie werden die Gruppenbedürfnisse kommuniziert, d.h. wer setzt sich für diese ein? Welche Erwartungen haben Einzelne an die anderen bzw. an die Gruppe?

Kommuja – Netzwerk politischer Kommunen (Selbstverständnispapier)

Am Beispiel des Kommuja Selbstverständnispapiers wurde diskutiert, wozu ein solches dienen kann. So macht die Definition z.B. nach außen deutlich, wen sich die Gruppe als neue Mitglieder wünscht. Für Gründungsgruppen kann die Erstellung eines Selbstverständnispapiers neuen Schwung bringen, wenn das “Hoch” nach der Gründungsphase abzuflachen droht. Insofern bietet es sich an, sich früh an die Niederschift eines Selbstverständnis-Dokuments zu machen.

Thema waren in dieser Runde auch die Abgrenzungen zwischen politischen und spirituellen Gemeinschaften. Im Zusammenhang mit letzteren wurden das ZEGG und das Ökodorf Sieben Linden genannt.

Soziale Netzwerkbildung

In diesem Workshop wurde folgende These diskutiert: “Bestehende Projekte haben zu wenig Wirkung in der Gesellschaft. Sie sind nur eine weitere Lebensform innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse.” – Oder anders formuliert: Die ursprünglichen Ideale der Kommune haben sich abgeflacht, sie sind heute meist nicht mehr als bessere Marktteilnehmer. Harter Stoff, eine praktikable Alternative zum kapitalistischen System wurde allerdings nicht genannt.

dies und das

Auch interessant, aber leider nur gestreift, das Thema Transition Towns & Peakoil. Zum Schluss noch ein Hinweis auf das tolle Musikprogramm beim Los Geht’s 09: Franzis Binder und die Rocker von Electric Fish & the Lip Gardens. Weiterlesen/-forschen mit Iris Kunze, Gemeinschaftsforschung (Uni Münster). Nachhaltig kreativ sein mit den Schriften aus dem Packpapier Verlag. Stöbern bei Utopia und im Eurotopia Verzeichnis.

Anders leben – Teil 2

Natali 3. Juni 2009

los_gehts09

… und irgendwo tut sich doch immer wieder ein Türchen auf. Nachdem der erste Anlauf zu einem Einstieg in die Kommune Niederkaufungen nicht geglückt war, haben wir in der Zwischenzeit eine ganze Weile so vor uns hingelebt. Die Wohnung wird – IKEA sei Dank – immer wohnlicher, aber die totale Glückseeligkeit hat sich irgendwie nicht eingestellt.

Es geht los…

So war es wohl ein glücklicher Zufall, dass wir mit Paula (und später auch Lukas) ins Gespräch über unsere Kommune-Erfahrungen kamen. Wir haben uns letztlich gegenseitig überredet, in diesem Jahr auf das “Los Geht’s 2009” zu gehen. Das ist ein Treffen, bei dem Gründungsgruppen, Interessierte und bestehende Projekte zum kommunikativen Austausch zusammenkommen.

Das Thema Kommune war also wieder auf dem Tisch. Nur weil es mit einem potentiellen Partner nicht geklappt hat, sagt man ja auch nicht: “Beziehung? Nö. Hab ich probiert, aber das ist nichts für mich.” Vielleicht, so der Gedanke, lernen wir ja Leute kennen, die ähnlich ticken und mit denen sich etwas starten lässt. Oder finden eine andere sympathische Gemeinschaft, die etwas für uns sein könnte.

Escherode bekommt Besuch

Über Pfingsten waren wir nun also mit 250 Leuten aus ganz Deutschland und z.T. auch aus dem Ausland auf dem Gelände der gASTWERKe in Escherod und haben die Gelegenheit genutzt, beim Los Geht’s 09 mit den unterschiedlichsten Menschen zu sprechen. Von Leuten wie wir, die (noch) nicht in Projekten wohnen bis zu den erfahrenen AltkommunardInnen.

Was mir dabei (wieder) klar wurde: es geht beim Leben in einer Gemeinschaft, zumal in einer, die sich als Kommune bezeichnet, um mehr als schöner Wohnen. Die Abstufungen der Ziele, das Selbstverständnis der Gruppe oder die Umsetzung dieser Ziele können von Projekt zu Projekt stark variieren, aber allen gemeinsam ist dieses MEHR. Etwa, ein linkes Politikverständnis, gemeinsame Ökonomie, Entscheidungen im Konsensprinzip, gewaltfreie Kommunikation, ein nachhaltiger und ökologischer  Anspruch, Hierarchiefreiheit…

Ein Teil von mir

Für mich ganz persönlich habe ich nach dem Los Geht’s 09 beschlossen:

Ich möchte so leben, dass ich auf jeden Fall immer Zeit und Raum haben kann um Kunst zu machen. Seien es kleine Basteleien oder ambitioniertere Projekte, Häkelmützen oder Landart, völlig zweckfreie Sachen oder Gebrauchsdinge. Das ist einfach ein so wichtiger Teil von mir.  Wenn sich damit Geld verdienen lässt, auch nicht schlecht, aber das darf keine Voraussetzung sein um weiterhin kreativ zu sein.

Ärger mit dem Kapitalismus

Dieser ganze Konsumterror geht mir so auf die Nerven. Frei nach Herbert Grönemeyer…”ich kauf mir was, kaufen macht so viel Spass, ich könnte ständig kaufen gehen…“, das soll dann unsere Freiheit sein? Statt immer nur zu konsumieren möchte ich lieber selbst tätig werden, allein oder mit anderen zusammen. In uns steckt so viel Potential, so viele Ideen, die durch die ständige Berieselung mit unnötigen Dingen überdeckt werden. Und ständig wird noch mehr produziert: Autos, Fertigprodukte etc. ob wir es wirklich brauchen oder nicht.

Das Bedürfnis wird uns schon irgendwie aufgeschwatzt. Von daher kann ich mich durchaus mit der Idee “mehr nutzen als besitzen” anfreunden – solange mit den Dingen, die ich mitnutzen möchte, pfleglich umgegangen wird.

Veränderung tut not, braucht aber Zeit

Mit einer Gesellschaft, die so tickt, kann ich immer weniger anfangen. Doch ich glaube, die meisten Menschen sind noch nicht soweit, dass sie zu einer wirklich tiefgreifenden Veränderung bereit wären. Der Leidensdruck ist nicht hoch genug. Auch ist es immer einfacher, über bestehende Übel zu schimpfen als sich auf das ungewisse Neue einzulassen, das vielleicht Angst macht. Allein ein Wort wie Kommune weckt ja schon Befürchtungen und Vorurteile.

Auf dem Los Geht’s 09 fiel in einem Workshop das Adorno Zitat “Es gibt kein richtiges Leben im falschen”. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Sinn richtig verstanden habe, aber für mich bedeutet es immer mehr, dass etwa schöne Möbel nicht weiterhelfen, wenn das ganze Lebenskonzept nicht stimmt. So wie die Gesellschaft heute gestrickt ist, läuft alles auf ein Leben in Vereinzelung hinaus, Kleinstfamilien, Paar oder Singelhaushalte. Ein Leben lang wird geschuftet, bis endlich das ersehnt Eigenheim steht. Dann lebt man darin ein paar Jährchen allein oder mit den Kindern und hat als Besitzstandswahrer nun die Sorge, alles gut an die nächste Generation weiterzugeben. Es ist hier das verbreitetste Modell, aber kann das das einzig wahre Lebensmodell sein? Ich glaube nicht.

Ein paar ganz egoistische Wünsche

Ich wünsche mir Impulse von anderen in meinem Leben. Ich möchte mich weiter entwickeln und meine Möglichkeiten ganz ausschöpfen. Ich möchte meine Erfahrungen teilen, von und mit anderen lernen. Ich möchte mich möglichst wenig verbiegen müssen und ein aufrechter Mensch sein dürfen, auch mit unbequemen, kritischen Ansichten. Insofern glaube ich, dass auch das Privatleben politisch sein kann. Ein Grund, es hier ein wenig auszubreiten.

Viel Text – und noch nicht alles gesagt. Es wird wohl noch einen 3. Teil mit Gedanken zum Los Geht’s 09 geben. Einen Rückblick meines Freundes auf das Los Gehts’s 09 gibt’s hier.

Anders leben – Teil 1

Natali 3. Juni 2009

niederkaufungen

Aus aktuellem Anlass (dazu mehr in Teil 2) gibt’s hier einen kleinen Rückblick.

Zum Ende unserer Studienzeit hatten mein Freund und ich uns intensiv damit beschäftigt, wie und wo wir künftig leben und arbeiten wollten. Wir haben Fragen aufgestellt, was uns wichtig ist im Leben, welche Befürchtungen und Bedürfnisse wir haben.

Etwa in der Art:

  • Wie lassen sich finanzielle Risiken gut abfedern?
  • Könnte ich mir eine Selbständigkeit vorstellen?
  • Wie wichtig ist es mir, politisch aktiv sein zu können oder Zeit und Raum zu haben, Kunst zu schaffen?
  • Möchte ich in der Stadt oder auf dem Land leben?
  • Wie wichtig ist mir der Kontakt zu anderen?
  • Wie wichtig ist mir ein Garten?
  • Wie viel Raum benötige ich als Rückzugsort?
  • und so weiter…

Die Frage kam auf, ob wir mit dem Strom schimmen wollen oder einmal etwas anderes wagen.

Wir haben gewagt – und uns über einen langen Zeitraum, es waren sicher anderthalb Jahre, mit dem Leben in der Kommune Niederkaufungen bei Kassel auseinandergesetzt. Die Kommune könnte man das Vorzeigeprojekt unter den alternative Lebens- und Arbeitsgemeinschaften in Deutschland nennen, da sie seit über 20 Jahren besteht und in dieser Zeit viele Ideale an der Wirklichkeit erprobt werden konnten. Ein weiterer Grund dafür ist sicher, dass die Erfahrungen bei den Seminaren im Tagungshaus der Kommune weitergegeben werden. Wer also auch einmal einen Blick auf die Möglichkeiten werfen möchte, kann dies dort tun – und kommt vielleicht auf den Geschmack. Mit aktuell etwa 80 KommunardInnen ist Niederkaufungen ein sehr großes und stabiles Projekt, das durch den Ausstieg Einzelner nicht gleich gefährdet ist.

Letztlich sind wir doch nicht eingestiegen. Zu der Entscheidung haben am Ende viele Gründe geführt, zum Teil von Kommuneseite, zum Teil von uns. Es hatte zu diesem Zeitpunkt einfach nicht sein sollen. So dass wir 2006 doch den geraden Weg betreten haben: Mietwohnung nahe Stuttgart, Vollzeitjobs, traute Zweisamkeit.

Die Revolution wurde wieder eingepackt. Schauen wir mal, für wie lange…

Rückblick 2008

Natali 28. Dezember 2008

Um es mit einem äußerst hübschen Bild auszudrücken: das Leben – auch das Leben 2008 – ist kein Ponyhof! Ein paar Erlebnisse kommen aber doch recht nah an dieses idyllische Ideal ran.

Ein paar meiner persönlichen Highlights:

Ein Konzert von Annett Louisan in der Liederhalle. Eine “Criminal Symphonie und eine Lesung von Max Goldt im Theaterhaus. Ein Besuch auf der Slow Food Messe in Stuttgart.

Ferienhausurlaub mit dem Freund in der Pfalz und in Dithmarschen. Außerdem schöne, interessante Wochenendtripps nach Zürich und Ulm.

Momente der Muse, aus denen irgendwann ein Paravent und in letzter Zeit einige Häkelmützen entstanden sind.

Die Treffen mit Freunden: leider viel zu selten aber darum um so mehr geschätzt!

Die Metallica Dokumentation “Some Kind of Monster“. Und viele tolle Kinofilme: “Happy go Lucky” etwa oder “No Country for Old Men” auf den Spitzenplätzen.

Last not least die Musik: Die Bands Großstadtgeflüster oder Jennifer Rostock – als tolle, frische Entdeckungen des Jahres.

Davon lässt sich zehren und hoffen, dass auch 2009 ähnliche Leuchtfeuer bereit hält.

Kommt ein Stöckchen geflogen…

Natali 23. November 2008

Kaum ist man mal eine Weile blogtechnisch abwesend, wird einem schon Holz vor die Füße geschmissen. Da hat der Freund so ein digitales Stöckchen bekommen, das er nun an 8 Leute weitergeben soll. Darunter also auch ich.

Das Stöckchen ist die neumodische Art einen zu bitten, acht zufällige, dafür aber ungeschminkte Fakten über sich Preis zu geben. Nun denn:

  1. Schwimmen ist der einzige Sport, der mir wirklich Freude macht. Wahrscheinlich, weil man dabei nicht schwitzt und sich eher selten überlegen muss, wo man denn heute mal hinschwimmen könnte.
  2. Ich mag Tiere fast aller Art – außer Spinnen, die sind doof. Die tauchen oft völlig hinterhältig aus dem Nichts auf und ruinieren einem den kompletten Tag.
  3. Bin zwar aus der Kirche ausgetreten, aber für Ostern und Weihnachten kann ich mich trotzdem sehr begeistern: Plätzchen Backen, Basteln, Karten schreiben – das volle Programm. Bin halt ein Dekorier-Stier…
  4. Ich mag Earl Grey mit Milch. Kaffee eher nicht so. Höchstens mit Baileys.
  5. Bin im Sommer auf die Wolle gekommen und hab seitdem die totale Häkel-Phase: Mützen, Stulpen, Deckchen…
  6. Lesen kommt gerade etwas zu kurz. Aber Elke Heidenreich ist trotzdem eine Gute.
  7. Nächstes Jahr werde ich 30.  Muss ich mich dann erwachsen fühlen? Obwohl, hier in Schwaben zählt man ja bis mindestens 40 noch zu den “Junge Leut”.
  8. Ich kann mich manchmal einfach nicht entscheiden. Das spart beim Klamotten-Kauf oft ungemein Geld. Bevor ich nämlich die falschen Socken kaufe, lass ich es lieber ganz bleiben.

So, genug der Abgründe. Da ich keine 8 bloggenden Leute kenne, gebe ich mal ein Stöckchen an DaPhi, den Rest kann aufnehmen, wer möchte.

Helden der Insel

Natali 13. Juli 2008

Es ist Samstag, eigentlich schon Sonntag – und unter kreativen Gesichtspunkten war dieses Wochenende bisher noch kein Brüller. Wollte ich doch heute was schönes nähen, Skizzen machen und was noch alles. Statt dessen hab Blumen gehäkelt. Und so nach jahrelanger Häkelabstinenz herausgefunden, dass diese Kulturtechnik noch irgendwo in meinem Hirn gespeichert ist. Wird wohl zu irgendwas gut sein…

Abgesehen davon, dass für mehr wohl einfach die Energie gefehlt hat, frage ich mich, wie “richtige” Künstler zu Ihrer Inspiration (und daraus auch Motivation) kommen?

Da ist mir zum einen Jim Fitzpatrick eingefallen, dessen Illustrationen keltischer Mythologie und der irischen Landschaft mir sehr gefallen. Er zieht viele seinerIdeen ganz offensichtlich aus den Geschichten und Landmarken seines Heimatlandes. Sein persönlicher Einfluss auf irische Nachwuchstalente scheint allerdings zwiespältig, wie ein Gespräch zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten des National College of Art and Design in Dublin andeutet:

” You probably don’t know this, but every year at least half the candidates for placement in the college have portfolios that show the huge influence your work has on the younger artists of this country….” “Quite right,” said Fitzpatrick, feeling slightly gratified at such a great compliment, ” I had absolutely no idea; what do you do with them all ? ” ” Oh, we just fuck them all out ! ” – Hier zum Nachlesen auf seiner Website.

Zum anderen bin ich beim Stöbern im Netz auf die Quelle der irischen T-Shirts gestoßen, die ewig ein fester Bestandteil meiner Garderobe waren. Und jetzt noch als Schlaf-Shirts dienen, so gut ist die Qualität! Die schönen bunten Designs gibt’s seit 1979 (meinem Geburtsjahr) im stürmischen Lahinch, an der Atlantikküste und auf www.celtict-shirtshop.com Auch wenn die Seite recht gruselig in der Aufmachung ist, die Shirts bringen Farbe in dem tristen Alltag.

Back to basics – the Burren

Natali 22. Januar 2008

Es ist jetzt bald 10 Jahre her, dass ich für sieben turbulente Monate nach Irland gezogen bin. Die Zeit in Ballyvaughan, am dortigen Burren College of Art, war eine absolut unter die Haut gehende Erfahrung. Zum ersten Mal im Leben war ich allein unterwegs, ohne Freunde oder Familie in greifbarer Nähe. Die kleine bunte Gemeinschaft der Schüler und Lehrer an der Schule hat das aber schnell ausgeglichen. Wir hatten ja ein gemeinsames Interesse: Kunst. Das, abgesehen von den obligatorischen Abenden im Pub, war unsere Unterhaltung. In der kargen Landschaft des Burren, weit weg von den Ablenkungen einer Großstadt, war das Einfache auf einmal enorm interessant.

Soviel zum Thema der beiden vorigen Beiträge: Wenn es rundum kaum etwas anderes gibt, sollte man Kunst besser wertschätzen. Und natürllich auch Henry Moores Gedanken zur Inspiration aus der Natur heraus trafen hier voll ins Schwarze.

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